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Zalando schreibt erstmals schwarze Zahlen

Erstmals in seiner sechsjährigen Geschichte schreibt der Online-Händler Zalando schwarze Zahlen. Der Konzern will im Gegensatz zu vielen Konkurrenten auch weiterhin kostenlose Retouren anbieten.

Zalando hat seinen Hauptsitz in Berlin

Zalando hat seinen Hauptsitz in Berlin

Der Modehändler Zalando will an seinem Geschäftsmodell mit kostenlosen Retouren festhalten, während viele Konkurrenten die neuen Möglichkeiten zur Einschränkung der Rücksendungen nutzen. Die Rücksendequote zu senken, könne kein Selbstzweck sein, sagte Zalando-Vorstand Rubin Ritter am Donnerstag. "Das führt dazu, dass die Kunden weniger bestellen und wir mit diesen Kunden weniger Gewinn machen." Zalando hat nach bisherigen Angaben eine hohe Rücksendequote von 50 Prozent gemessen am Umsatz, das ist auch ein wichtiger Kostenfaktor. Viele Online-Händler hatten zuletzt kostenlose Retouren zurückgeschraubt.

Der Berliner Online-Händler bestätigte am Donnerstag die im Juli veröffentlichten Zahlen zur Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr. Demnach schrieb Zalando operativ schwarze Zahlen. Im zweiten Quartal gab es vor Zinsen, Steuern und Ausgaben für Mitarbeiteraktien einen Gewinn von 35 Millionen Euro. Im Vorjahresquartal hatte Zalando auf dieser Basis noch 31 Millionen Euro verloren. "Das Erreichen einer positiven Ebit-Marge im ersten Halbjahr 2014 ist ein großer Erfolg für Zalando", so Ritter. Zumal die erste Jahreshälfte in der Regel schwächer sei als die zweite. Zu dem positiven Ergebnis hätten das bessere Wetter als 2013, der Effekt von Investitionen in die Logistik sowie geringere Ausgaben für Kundengewinnung beigetragen, sagte Ritter. Der Quartalsumsatz wuchs im Jahresvergleich um rund ein Viertel auf 546 Millionen Euro.

Zalando lotet derzeit einen Börsengang aus, der Mittel für die Expansion in die Kassen spülen soll. Die Internet-Investoren Samwer, mit deren Geld Zalando groß geworden war, sind mit 17 Prozent der zweitgrößte Anteilseigner hinter dem schwedischen Finanzinvestor Kinnevik, der 36,5 Prozent hält. Weitere Miteigentümer sind neben Tengelmann mit etwas über fünf Prozent, der dänische Modeunternehmer Anders Holch Povlsen mit zehn Prozent sowie Holtzbrinck Ventures und der kanadische Pensionsfonds OTPP.

ono/Reuters/DPA/DPA/Reuters

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