"GM-Manager wollen verbrannte Erde"

17. Februar 2009, 12:02 Uhr

General Motors plant offenbar das Aus für drei Opel-Fabriken und ein Werk der schwedischen Schwester Saab. Opel-Gesamtbetriebsrats-Chef Klaus Franz geht davon aus, dass es Menschen im Management des US-Mutterkonzerns gibt, die "verbrannte Erde" hinterlassen wollen.

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Im Gegensatz zum roten Licht der Ampel brennt im Opel-Werk Bochum vielleicht bald nichts mehr - die Mutter GM erwägt offenbar die Schließung©

Mit schweren Vorwürfen gegen Manager des US-Mutterkonzerns General Motors hat Opel-Gesamtbetriebsrats-Chef Klaus Franz auf Gerüchte über geplante Werkschließungen in Europa reagiert. "Ich gehe davon aus, dass es auch Menschen im Management von GM gibt, die Bestrebungen haben, verbrannte Erde zu hinterlassen", sagte Franz dem "Handelsblatt". Nach Medienberichten plant GM das Aus für drei Opel-Fabriken und ein Werk der schwedischen Schwester Saab. Allerdings dementierte der Betriebsratsvorsitzende des Bochumer Opelwerkes, Rainer Einenkel, diese angeblichen Pläne am Dienstag: "Es gibt derartige Entscheidungen nicht."

Franz sagte dem "Handelsblatt: "Ich warne davor, dass man so mit dem Schicksal von Menschen und einem Traditionsunternehmen umgeht. Wir werden das niemals akzeptieren." Die Manager seien Menschen, "die niemals einen Beitrag zum Wohl von General Motors oder Opel geleistet" hätten. Das Blatt zitierte "Arbeitnehmerkreise" von Opel in Rüsselsheim, die Detroit vorwerfen, Europa mit in den Abgrund reißen zu wollen.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) widersprach laut BILD.de den Gerüchten über die geplanten Werkschließungen. "Noch ist Opel nicht verloren, es ist noch keine Entscheidung gefallen", sagte er. "Nach unserem Wissen ist noch nicht beschlossen, irgendeinen Standort zu schließen." Alle Möglichkeiten zur Sicherung von Standorten und Jobs sollten geprüft werden.

Der von der Insolvenz bedrohte GM-Konzern wollte der US-Regierung am Dienstag einen Rettungsplan für weitere Milliardenkredite vorlegen. Nach einem Bericht der Finanznachrichtenagentur Bloomberg prüft GM die Schließung der Opel-Fabriken in Bochum und im belgischen Antwerpen sowie den Verkauf des Werks in Eisenach.

Franz hatte bereits am Montag in einem Schreiben an die Mitarbeiter von GM Europa vor den Plänen der angeschlagenen Mutter gewarnt: "Der aktuelle Restrukturierungsplan ist nicht umsetzbar. Er würde das Ende der europäischen Geschäftstätigkeit bedeuten." Werkschließungen und Arbeitsplatzabbau würden zudem die Versuche torpedieren, in Europa staatliche Bürgschaften zu bekommen. Aus Sicht des Betriebsrats ist die Ausgliederung von Opel/Vauxhall aus dem Konzernverbund die einzige vernünftige und machbare Handlungsalternative.

Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) sagte in Wiesbaden, bisher habe zumindest das europäische GM-Management stets zugesichert, dass die Sanierung des Konzerns ohne Schließung von Werken in Europa auskommen werde. Es besteht der Verdacht, dass die GM-Manager in Detroit diese Ansicht nicht teilen.

Zu einem möglichen Einstieg des Staates beim Autobauer Opel äußerte sich Koch zurückhaltend: "Es ist nicht Aufgabe des Staats Unternehmer zu werden." Das Land sei aber weiterhin bereit, Opel mit Bürgschaften zu helfen.

Rüttgers warnte die GM-Führung: "Ich möchte, dass hier jeder Manager weiß, dass er nicht einfach in Amerika Entscheidungen treffen kann, die dann in Deutschland, in Europa, in Nordrhein-Westfalen geschluckt werden müssen", sagte Rüttgers dem WDR. "Wer meint, er könne einfach Werke stilllegen, muss wissen, dass das eine sehr teure Geschichte wird, dass das auch den Widerstand nicht nur der Politik, sondern auch von Opel zur Folge haben wird."

Rüttgers hält sich für knapp eine Woche in Washington auf. Geplant sind unter anderem Gespräche mit GM-Vorstandschef Rick Wagoner sowie führenden Ford-Managern.

Zuvor hatte GM wie der Wettbewerber Chrysler weitere Notkredite der amerikanischen Regierung erhalten. Zu den bereits Ende 2008 gezahlten 9,4 Milliarden Dollar kommen jetzt genau wie bei Chrysler weitere 4 Milliarden. Ungemach droht GM jetzt von der mächtigen Auto-Gewerkschaft UAW. Wegen der andauernden Verhandlungen könne sich die Präsentation des Sanierungsplans verschieben, hieß es von der Gewerkschaft, was GM aber bestreitet.

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KOMMENTARE (10 von 43)
 
Johann58 (17.02.2009, 22:12 Uhr)
@wishmerh2
also ich habe dann doch mal Wikipedia bemueht und verstehe dann das Unverstaendnis. Viel interessanter und aussagekraeftiger sind die Amerikanischen Unterlagen die das CIA gesammelt und veroefentlicht hat als Proscott im Vorfeld der Praesidenschaftswahlen wegen Antiamerikanischer Aktivitaeten untersucht wurde und er daraufhin seine Praesidentschaftskandidatur zurueckziehen musste.
Johann58 (17.02.2009, 22:05 Uhr)
@gmathol
ich bin am ueberlegen soll ich das unter Satire ablegen? Ich will nun wirklich nicht ueber die Schuld Deutschlands am WW II und die Folgen reden aber kann es sein, dass da so ein wenig Geschichtsverdrehung vorliegt? Was wer wo und wie gestohlen hat und wer sich welche Technologie auf welchem Wege auch immer beschafft hat ist Geschichte und Deutschland hat seinen unseligen beitrag zur Geschichte geleistet. Selbst hartnaeckigen Deutschpatrioten sollte klar sein, dass die Folgen fuer Deutschland ohne das Zutun der Amerikaner nach dem Ende des tausendjaehrigen Reiches anders waere. ehen wir mal in den Osten Deutschlands, in dem unser Altkanzler Helmut die buehenden Landschaften entstehen lassen wollte. Da blueht auch was, nur nicht das was dort bluehen sollte.
Johann58 (17.02.2009, 21:57 Uhr)
@wishmerh2
was verstehen, habe Wikipedia nicht bemueht, aber ich bin seit gut 5 Jahren irgendwie interesshalber mit dem Thema beschaeftigt. Verstehen muss man nur den Geldfluss von dem Vizepraesidenten der Union Bank NY ueber Thyssen and die Deutsche Regierung, die dann von US Firmen bis zum letzten Kriegstag LKW's beispielsweise der Marke Opel Blitz von einem US Unternehmen kaufen und bezahlen kann wo man doch im Krieg mit genau den Leuten ist.
gmathol (17.02.2009, 21:54 Uhr)
Gern nimmt GM das Geld des deutschen Steuerzahlers...
...um sich dann davon zu machen. Ruettgers und andere Dummkoepfe sollten das doch endlich begreifen.
Die Amis sind nicht unsere Verbuendeten! Die haben im 2. Weltkrieg viele deutsche Staedte in Schutt und Asche gelegt und deutsche Technologien gestohlen.
Natuerlich wurden immer nur die Verbrechen der Sovietunion angeprangert. Eisenhower hat 1.5 Millionen deutsche Soldaten, die er als "enemy combatants" bezeichnete auf freiem Feld verrecken lassen.
Hier kann es nur eine Antwort geben: sofortiger Abzug aller deutschen Truppen aus Afghanistan und Austritt aus der NATO.
Deutschlands Zukunft liegt im Osten.
whismerh2 (17.02.2009, 21:41 Uhr)
wer lesen kann ist klar im Vorteil
Verstehen lassen wir mal außen vor
.
http://de.wikipedia.org/wiki/Prescott_Bush
.
Danke für den Hinweis
Johann58 (17.02.2009, 21:04 Uhr)
fuer die, welche es noch nicht kennen!
mal den Film 'Roger and Me' von Michael Moore ansehen. Was der damalige GM CEO mit der Stadt Flint in Michigan angestellt hat. Ist die Nachbarstadt von Detroit uns war eben zu 100% von der Automobilindustrie abhaengig. Dessen ungeachtet muss man sich jetzt entscheiden; Kapitalismus oder nicht! Rumeierei geht nicht mehr und wird mehr Schaden anrichten als das Ende der GM Aktivitaeten in Deutschland oder Europa. GM nimmt was es bekommen kann, nicht fuer das Unternehmen sondern fuer die Bosse, so waren sie, so sind sie und so werden sie immer bleiben, denn eine unternehmerische Verantwortung ist hier voellig unbekannt. Jetzt schliesst sich langsam der Kreis. Und noch was, was fuer den einn oder anderen interessant sein koennte. Mal unter Prescott Busg und den sogenannten Draheim Files nachsehen wie Opel den WW II und das Tausendjaehrige Reich als US Unternehmen in D ueberleben konnte. Das Gleiche gilt natuerlich auch fuer Ford.
whismerh2 (17.02.2009, 20:49 Uhr)
@blacky007
Immer wieder gerne
in dem Fall mehr wie berechtigt.
Wie ich neulich schon Sternchen geschrieben habe.
Das forum muss und wird wachsen, auch wenn unsere allseits geliebten Löschtruppe ein wachsames Auge über uns haben wird, stellenweise berechtigt.
Mann hört sich, alles Gute und ein einen gesunden Schlaf. ;-)
Blacky007 (17.02.2009, 20:27 Uhr)
whismerh2 - danke f. d. Blumen:)
Hab mir den Link angeschaut - was soll man noch dazu sagen? Im Grunde weiß heute eh schon jeder, dass einem der Hals binnen Sekunden anschwellen wird, sobald man sich die Zeitungen, die Onlienausgaben oder die TV-Nachrichten zu Gemüte führt.
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Man hat mehr und mehr das Gefühl, dass man es weltweit nur noch mit einer Chaosverwaltung zu tun hat, da eine Verbesserung von solchen egomanischen Eiertänzern kaum zu erwarten ist.
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In meiner Vorstellung sehe ich bei jedem Politiker ein riesen großes Schild an der Schlafzimmertüre auf dem in besonders großen dicken Lettern die Grundregel für alle Poltiker niedergeschrieben wurde:
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Vor dem Antritt des Weges ins Büro, bitte Gehirn UNBEDINGT auf den Nachtisch legen, sollten sie zu den Wenigen unter uns gehören, die solch ein Antiquarium überhaupt noch besitzen.
whismerh2 (17.02.2009, 19:50 Uhr)
@blacky
Luftblasenproduzent, wie üblich von Dir treffend ausgedrückt.
Zum Thema Alsheimer
.
http://nrw.sozi.info/index.php?nr=13248&menu=3
.
Diese Nullen werden sich noch ganz schön umschauen müssen, in Bezug auf ihrer leeren Worthuelsen.
Krakatoa41 (17.02.2009, 19:46 Uhr)
Kapitalismus pur
Ich verstehe die ganze Aufregung nicht, jeder will Kapitalismus, zumindest solange wie es mir gut geht, aber wenn es umgekehrt kommt, dann auf einmal nicht mehr und Opelarbeiter mit Ihren üppigen Gehältern werden sich bestimmt nicht gegen den Kapitalismus gewehrt haben und Betriebspleiten und Schließungen gehören nun mal zum kapitalistischen Alltag dazu, Pleitebetriebe mit Steuergeldern künstlich am Leben zu halten wäre ein Verbrechen.
Außerdem hat irgendein Arbeiter eines Autokonzerns irgend etwas dagegen gehabt,das Zeitarbeiter die die gleiche Arbeit für einen Hungerlohn machen, jetzt massenhaft entlassen wurden und wo war da der Aufschrei der Politik, wenn der Betrieb runtergewirtschaftet wurde, das muss er schließen und Platz machen für neues.
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