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Otto-Chef bietet 53.000 Mitarbeitern das Du an - unter einer Bedingung

Kulturwandel bei Otto: Vorstandsvorsitzender Hans-Otto Schrader will seine Mitarbeiter mehr einbinden und sich von nun an duzen lassen. Allerdings unter einer Bedingung: Die Mitarbeiter dürfen nicht seinen Vornamen, sondern nur seinen Spitznamen verwenden.

Otto-Chef Hans-Otto Schrader

Mit dem Du in eine erfolgreiche Zukunft: Hans-Otto Schrader, Vorstandsvorsitzender von Otto

Der Vorstand des Handelskonzerns Otto Group hat seinen weltweit 53.000 Mitarbeitern das Du angeboten. "Wer die Vorstände duzen will, der kann das tun", sagte Vorstandschef Hans-Otto Schrader der "Wirtschaftswoche". Es gebe aber keinen Duz-Zwang. Das Angebot sei "eine Art verbaler Startschuss für unser Projekt Kulturwandel 4.0", so Schrader. Ziel sei eine stärkere Einbindung der Mitarbeiter. "Meine Bedingung für den Duz-Vorschlag war, dass mein Kurzname Hos - für Hans-Otto Schrader - verwendet wird. Der klingt doch frischer als Hans-Otto. Und Hos höre ich jetzt tatsächlich öfter."

Das Du schwappe "wie eine Welle durch den ganzen Konzern", sagte Schrader dem "Hamburger Abendblatt". Kürzlich habe ihn ein junger Kollege in Jeans und Sneakers im Aufzug mit den Worten "Hey, ich kann jetzt Hos zu Dir sagen" angesprochen. Das hat Schrader gefallen: Sofort sei man im Gespräch gewesen. "Das wäre früher so nicht passiert."

Otto schreibt wieder Gewinne

Wirtschaftlich ist die Otto Group wieder in der Spur und schreibt Gewinne. "Unser Geschäftsjahr, das am 29. Februar endet, werden wir mindestens mit einer schwarzen Null vor Steuern abschließen", sagte Schrader dem Blatt. Im Vorjahr hatte das Unternehmen 125 Millionen Euro Verlust vor Steuern gemacht.

Zudem wachse der Konzern wieder stärker: "Die Otto Group wird 2015/16 ein Plus von mehr als vier Prozent erreichen und den Umsatz auf rund 12,5 Milliarden Euro steigern", sagte er. Probleme der französischen Tochter und die anhaltende Russland-Krise hätten noch höhere Umsatzzuwächse verhindert.

Keine Sorgen wegen Amazon

Der Otto-Boss geht davon aus, dass auch im folgenden Geschäftsjahr der Umsatz um rund vier Prozent wachsen und das Ergebnis deutlich steigen wird. Besonders bei den zum Konzern gehörenden Unternehmen Otto, Bonprix und MyToys brumme das Geschäft. "Perspektivisch hat die Otto Group einige sehr gute Jahre vor sich", sagte Schrader.

Eine mögliche Konkurrenz für die Otto-Tochter Hermes durch den US-Handelsriesen Amazon, der in Deutschland einen Paketzustellservice aufbauen will, sieht der Otto-Chef gelassen. Er könne sich nicht vorstellen, dass Amazon in Deutschland eine autonome Paketlogistik aufbaue. Problematisch sei vor allem das Stoßgeschäft zur Oster- und Weihnachtszeit. "Wenn ein Onlinehändler diese Spitzen selbst abdecken will, wird das irrsinnig teuer. Also wird Amazon weiter die Kooperation mit starken Partnern wie Hermes suchen", sagte Schrader.

bak/DPA/Reuters

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