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China und USA hängen deutsche Tüftler ab

Deutschland droht seinen Ruf als Land der Erfinder zu verlieren: Während die Zahl der deutschen Patentanmeldungen leicht sinkt, steigt die Zahl der Entwicklungen chinesischer und amerikanischer Ingenieure massiv an.

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 47.859 Patente von heimischen Erfindern beim Deutschen Patent- und Markenamt angemeldet und damit drei Prozent weniger als im Vorjahr, wie das Nachrichtenmagazin "Spiegel" am Samstag vorab berichtet. Das Magazin beruft sich auf eine Untersuchung des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW).

Während die Zahl der Patentanmeldungen in Deutschland seit Jahren stagniere, holten andere Industrienationen rasant auf. So meldeten demnach im Jahr 2007 rund 160.000 chinesische Ingenieure weltweit ihre Patente an, 30.000 mehr als aus Deutschland. Noch vor zehn Jahren hatten die Deutschen die chinesische Konkurrenz um das Sechsfache übertrumpft. Für bedenklich hält das IW auch, dass die Patentanmeldungen hierzulande im Verhältnis zu den Forschungs- und Entwicklungsausgaben sinken. Zwischen 1997 und 2007 stiegen die Forschungs- und Entwicklungsausgaben demnach um 60 Prozent auf umgerechnet 70 Milliarden Dollar. Die Zahl der deutschen Patentanmeldungen ist in diesem Zeitraum nicht so stark gewachsen wie in den USA. Dort stiegen die Entwicklungsausgaben seit 1997 um 73 Prozent auf 369 Milliarden Dollar. In dieser Zeit habe sich die Zahl der US-Patentanmeldungen allerdings mehr als verdoppelt, während die deutschen nur um 47 Prozent stiegen. "Statt krampfhaft nach mehr Innovationen zu rufen, könnte man auch einfach die vorhandenen Forschungsergebnisse effizienter verwerten", lautet das Fazit des IW in Köln.

hef/AFP/AFP

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