Seit Monaten hören die Spanier nichts anderes: sparen, sparen, sparen. Jetzt reicht es den Iberern. Sie gehen zu Hunderttausenden auf die Straße und demonstrieren gegen die Sparpolitik. Wütend, feiernd - aber leider auch gewalttätig.
Während der deutsche Bundestag über die Freigabe von Millionen aus dem Rettungsfonds EFSF für die maroden spanischen Banken abstimmt, ziehen hunderttausende Spanier auf die Straßen. Sie wollen ihre Unzufriedenheit mit der spanischen Sparpolitik deutlich machen. In der Hauptstadt Madrid kommen die meisten Menschen zusammen, ziehen in einem langen Protestzug zum "Puerta del Sol"-Platz.
Die Demonstranten versammelten sich unter dem Motto "Sie wollen das Land ruinieren, das müssen wir verhindern" im Zentrum der Hauptstadt. Die großen spanischen Gewerkschaften CCOO und UGT hatten zu Protesten in mehr als 80 Städten aufgerufen.
Ministerpräsident Mariano Rajoy hatte vor einer Woche ein neues Paket angekündigt, mit dem der Haushalt bis Ende 2014 um 65 Milliarden Euro entlastet werden soll. Unter anderem sollen die Mehrwertsteuer von 18 auf 21 Prozent angehoben und die Arbeitslosenhilfe gekürzt werden. Spanien hatte am 25. Juni offiziell Hilfe aus dem Euro-Hilfsfonds EFSF für seine Banken beantragt.