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7. Januar 2009, 14:46 Uhr
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Merckle-Gruppe verliert Ratiopharm

Einen Tag nach dem Freitod des Milliardärs Adolf Merckle sind Teile seines Firmen-Imperiums vorerst gerettet: Die rund 30 Gläubiger-Banken stimmten einem Kredit über 400 Millionen Euro zu. Allerdings muss die Gruppe den Pharmahersteller Ratiopharm versilbern.

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Die Banken haben das Merckle-Imperium zum Verkauf des Arzneimittelherstellers Ratiopharm genötigt© Daniel Maurer/AP

Große Teile der schwer angeschlagenen Merckle-Gruppe sind vorerst gerettet: Die rund 30 Gläubiger-Banken bewilligten einen Überbrückungskredit über rund 400 Millionen Euro für das Firmenimperium, zwangen der Gruppe aber den Verkauf des Pharmaherstellers Ratiopharm auf. Übrig bleiben unter anderen der Baustoffkonzern HeidelbergCement und der Pharmahändler Phoenix. "Um die Finanzierungssituation der Gruppe nachhaltig neu zu strukturieren, sind die Familie Merckle und die Banken übereingekommen, den Generikahersteller Ratiopharm zu veräußern", hieß es in einer Presseerklärung.

Wie die Deutsche Presse-Agentur DPA erfuhr, setzten die Kredithäuser zudem durch, dass sich Ludwig Merckle zurückziehen müsse, hieß es. Nach dem Selbstmord des Firmenpatriarchen Adolf Merckle war sein Sohn gemeinsam mit Ratiopharm-Finanzchefin Susanne Frieß Geschäftsführer der Merckle-Vermögensgesellschaft VEM, der wichtigsten Dachgesellschaft für die Beteiligungen des Merckle-Clans.

Durch den Überbrückungskredit soll das Merckle-Imperium mit 100.000 Mitarbeitern kurzfristig vor der Insolvenz bewahrt werden. Als nächstes soll ein langfristiger Sanierungsplan erstellt werden. Adolf Merckle hatte nach Angaben eines VEM-Sprechers selbst noch alle nötigen Unterschriften geleistet, bevor er sich am Montag das Leben nahm. Sein Firmenimperium war durch die Finanzkrise und nach Verlusten bei Spekulationen mit VW-Aktien ins Wanken geraten.

Auch dem eigentlichen Sanierungsplan stehe nichts mehr im Wege, teilte ein Firmensprecher mit. In den nächsten drei Monaten werde ein Gutachten erstellt, auf dessen Basis die Rettung erarbeitet werden soll. Der Sanierungsplan sei auf ein bis eineinhalb Jahre angelegt, sagte der VEM-Sprecher.

Der Milliardär Merckle, der vom Wirtschaftsmagazin "Forbes" als der fünftreichste Deutsche eingestuft wurde, hatte sich am Montag in Blaubeuren bei Ulm vor einen Zug geworfen. Die wirtschaftliche Notlage seiner Unternehmen habe den 74-Jährigen gebrochen, teilte die Familie mit.

DPA/AP
KOMMENTARE (10 von 14)
 
n8g8 (08.01.2009, 00:56 Uhr)
TÄTER schadet den Erben nicht!
..., wenn sie das Zocker-Dasein des skrupellosen Merckle zu spüren bekommen. Warum soll es den Angehörigen des Zockers auch besser ergehen als seinen Angestellten?!?
Ein TÄTER der Wirtschaftskrise hat sich abgelebt und die Wirtschaft überlebt ihn - ich kann an seinem ZOCKER-Ableben nichts außergewöhnliches finden. -
Erst recht NICHTS bedauernswertes.., Außer dass von den Medien ein TÄTER als Opfer dargestellt wird, obwohl er die letzen Jahre ordentlich Kasse gemacht hat, indem er Arbeitnehmer-Existenzen mittelständischer Betriebe vernichtet hat.
Aber die "verfassungskonforme" Presse schreibt offenlesbar doch NUR NOCH für diese Zocker und Großkonzerne und BANKSTER.
jabadahat (08.01.2009, 00:09 Uhr)
tut mir leid....
aber mir tut nur der Zugführer leid !!
chb74 (07.01.2009, 19:55 Uhr)
ratiopharm den Garaus machen?
Seltsame Vorstellungen haben hier manche Leute:
- auch wenn ratiopharm vekauft wird, bleibt die Firma doch am Markt tätig. Für einen Aufkauf durch einen anderen großen Generikahersteller ist die Firma zu groß (Kartellrecht!). Was soll sich also denn da groß ändern?!
- ratiopharm-Präparate waren schon lange die teuersten Generika. "Gute Preise - gute Besserung" ist Marketinggeschwätz, sonst nix.
- Bestechung von Ärzten nutzt seit Jahren bei Generika gar nichts, weil nicht mehr der Arzt über den Hersteller entscheidet, sondern der Rabattvertrag, den die Kasse mit den Herstellern abgeschlossen hat. Da kann der Arzt "ratiopharm" aufs Rezept schreiben, der Patient bekommt ggf. trotzdem das wirkstoffgleiche Generikum von 1a oder Hexal
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Blacky007 (07.01.2009, 19:37 Uhr)
Den Banken traue ich zu
dass diese Nummer beabsichtigt war. Wer weiß, ob nicht eine oder mehre der keditgebenden Banken Merckle zu dem Aktiendeal geraten haben, um dann recht günstig an die Sahnestückchen zu kommen. Wäre nicht das erste Mal, dass Banken eine entscheidene Rolle bei Firmenübernahmen spielen und nach der Finanzhype traue ich den Verbrechen in Nadelstreifen weit mehr zu, als ich jemals dachte, dass sie gehen würden.
facilidad_de_ser (07.01.2009, 19:35 Uhr)
@Danne
Geziehlte Desinformation, google mal, da stösst Du auf Artikel wie: Warum kann Ratiopharm seine Produkte so billig anbieten.... usw.
Gruss an die Kollegen!
Danne (07.01.2009, 18:16 Uhr)
@facilidad_de_ser
Ratiopharm ist kein Billighersteller. Die haben die Ärzte geschmiert, damit diese deren Artikel verschreiben, die nämlich teurer sind als manche andere!
sophisticated (07.01.2009, 18:06 Uhr)
Merckle ist an sich selbst gescheitert
Lest mal den guten Bericht: http://www.zeit.de/online/2009/02/merckle-portraet . Der ist fair und kritisch zugleich.
Merckle ist an sich selbst gescheitert und viele sind an seinem unternehmerischen Glücksspiel gescheitert. Nur: weiterleben und die Folgen aushalten müssen die Opfer. Und das ist nicht zuletzt auch seine Familie.
facilidad_de_ser (07.01.2009, 17:29 Uhr)
Wird auch Zeit...
... das Ratiopharm endlich der Gar ausgemacht wird, ich meine, wo kommen wir denn hin wenn Arzeneimittel preisgünstig verhökert werden. Jetzt werden die viel zu billigen Mittel endlich vom Markt genommen werden und durch teure Produkte ersetzt. HURRA!
albundy69 (07.01.2009, 17:19 Uhr)
Oettingers Schuld !
Wahrscheinlich wird jetzt auch noch irgendein Flachgeist feststellen, dass es Oettingers Schuld ist, dass er Herrn Merckle nicht noch Staatsmilliardenbürgschaften hinterhergeschmissen hat. Ich freu mich auf das Geheuchle am Tag des Begräbnisses. Da wird das internationale Finanzwesen wieder sein heuchlerisches Gesicht zeigen.
Einer der besten/Treu zur Familie/ Sorge um Mitarbeiter/Verantwortung bis zuletzt/Alleingelassen/Wieso/dürften die Textbausteine sein !
hevosenkuva (07.01.2009, 17:18 Uhr)
alles weitere Gründe...
die Börsen endlich dicht zu machen.
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