. .
News am 13.02.2012
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
25. September 2006, 11:43 Uhr

Heftige Schelte für Konzernchefs

Verbale Prügel für die Vorstandskollegen: Porsche-Chef Wendelin Wiedeking hat die angekündigten Entlassungen trotz Rekordgewinnen in der Finanzbranche gegeißelt. Auch die Politik bekommt ihr Fett weg.

Porsche-Boss Wendelin Wiedeking kritisiert Stellenabbau trotz Gewinnen© Harry Melchert/DPA

Porsche-Chef Wendelin Wiedeking hat die jüngsten Pläne zum Stellenabbau bei Banken und Versicherungen scharf kritisiert. "Es ist nicht nachzuvollziehen, wenn Konzerne Rekordgewinne melden und zugleich ankündigen, dass sie Tausende von Arbeitsplätzen streichen", sagte er dem "Spiegel". Ein möglichst hoher Gewinn könne doch "nicht das einzige Ziel eines Unternehmens sein".

Allianz will 7500 Stellen streichen

Der Vorstandsvorsitzende der Allianz, Michael Diekmann, hatte in der "Bild"-Zeitung einen weiteren Stellenabbau in seinem Konzern nicht ausgeschlossen. Die Allianz hatte erst im Juni angekündigt, bis 2008 in Deutschland trotz großer Gewinne 7500 Stellen zu streichen. Bei der Tochter Dresdner Bank fallen zusätzlich knapp 2500 Arbeitsplätze weg.

Porsche-Chef Wiedeking sagte, es müsse zu denken gebe, wenn Menschen vielen Wirtschaftsführern und Politikern keinerlei Glaubwürdigkeit mehr zubilligten. Diese Entwicklung könne dazu führen, dass die ganze Gesellschaft instabil werde, so Wiedeking. Er verwies auf die jüngsten Wahlergebnisse von Mecklenburg-Vorpommern, wo Rechtsextremisten erfolgreich waren, und Berlin, wo die beiden großen Volksparteien nur gut 50 Prozent der Stimmen erhalten hatten. "Ich sehe in dieser Entwicklung ein Warnzeichen für die Gesellschaft."

Wiedeking kritisiert Hedgefonds

Wiedeking übte erneut Kritik an den Hedgefonds. Er sprach sich für die Abschaffung der Steuerfreiheit von Veräußerungsgewinnen aus. "Damit werden alle belohnt, die Unternehmen zerschlagen." Außerdem forderte der Porsche-Vorstandsvorsitzende die Politik auf, den unfairen Standortwettbewerb innerhalb Europas zu unterbinden, der zur Verlagerung von Arbeitsplätzen führe. "Manche Länder könnten sich Niedrigsteuern leisten, weil sie von der EU und damit vom Nettozahler Deutschland Geld überwiesen bekommen. So finanzieren wir den Abbau unserer eigenen Arbeitsplätze mit", sagte Wiedeking.

Erstmals nahm der Porsche-Chef, der zugleich Mitglied im Aufsichtsrat des VW-Konzerns ist, auch zu den Sanierungsplänen des Wolfsburger Autokonzerns Stellung. "Für mich steht fest, dass es eine Vollbeschäftigung in Wolfsburg geben muss", sagte Wiedeking. Das Stammwerk, mit dem das Unternehmen einmal gegründet wurde, müsse ausgelastet sein. Die Auto 5000 GmbH, die den Touran baut, zeige doch, dass man hier zu Lande profitabel produzieren könne.

Wiedeking sagte, er sei überzeugt, dass Volkswagen eine Menge Chancen habe, zukunftsfähig zu werden. Die Belegschaft und das Management hätten erkannt, dass sich vieles ändern müsse: "Und ich bin sicher, dass es beiden gelingt, Volkswagen im internationalen Wettbewerb wieder nach vorn zu bringen", wurde der Porsche-Chef zitiert.

AP
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Allianz Noch mehr Jobs auf der Kippe?

In Indien stellt der Finanzkonzern Allianz monatlich 5000 neue Mitarbeiter ein. In Deutschland sieht es nicht so rosig aus - Allianzchef Michael Dieckmann schließt einen weiteren Stellenabbau nicht aus. mehr...

Verdi "Die Versicherungsbranche brennt"

Dem Versicherungsgewerbe droht der "Kahlschlag". Die Gewerkschaft Verdi fürchtet den Verlust von 20.000 Stellen in der Branche. Allianz-Mitarbeiter sind bereits auf die Straße gegangen und haben gestreikt. mehr...

Entlassen Der Job ist weg ...und jetzt?

Die Allianz streicht Tausende Stellen. Bei Siemens sieht es nicht besser aus. Millionen Deutsche verlieren jedes Jahr ihren Arbeitsplatz. Was wird aus ihnen? Wie geht es weiter? Eine Reise zu Menschen, die erlebt haben, was fast alle fürchten: Kündigung, Abfindung, Arbeitslosigkeit - und oft einen neuen Anfang. mehr...

 
stern testen, Serie sichern

Jetzt den stern inklusive der aktuellen Gesundheits-Serie testen! Jetzt sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (7/2012)
Unser täglich Fleisch