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Rache eines Franzosen: In diesem Restaurant haben Banker Hausverbot

In dem Restaurant von Alexandre Callet sind Vierbeiner herzlich willkommen, Banker jedoch nicht. Die kommen nur rein, wenn sie 70.000 Euro Eintritt zahlen. Die Aktion ist sein ganz persönlicher Rachefeldzug.

Banker

Alexandre Callet will in seinem Restaurant keine Banker sehen

"Hunde müssen draußen bleiben", heißt es oft auf Schildern vor Restaurants. In einem Lokal in Frankreich sind damit wohl eher die "harten Hunde" aus der Finanzbranche gemeint. Denn bei Wirt Alexandre Callet haben Banker Hausverbot. "Hunde willkommen, Banker verboten", steht auf dem Schild vor seinem Restaurant "Les Ecureis de Richelieu" im französischen Hauts-de-Seine, einem Vorort von Paris. Darunter der Zusatz "Es sei denn, sie zahlen 70.000 Euro Eintritt."

Denn das ist nämlich genau die Summe, die dem 30-Jährigen von Kreditinstituten verweigert wurde, als er ein zweites Restaurant eröffnen wollte. Und das, obwohl sein Restaurant schwarze Zahlen schreibt und seit 2010 vom berühmten "Guide Michelin" empfohlen wird. "2015 hatten wir unser bestes Jahr. Nicht nur in Bezug auf die Rentabilität , sondern auch auf die Höhe des Umsatzes", erzählt er der französischen Zeitung "Le Figaro". Im November überlegte er sich, noch ein weiteres Restaurant zu eröffnen. Er beantragte bei mehreren Banken einen Kredit. Doch obwohl sein Restaurant laut eigener Aussage schwarze Zahlen schreibt und die Schulden getilgt sind, wollte ihm keine Bank das Geld für ein zweites Lokal geben. Oder besser gesagt: Nur eine hat ihm auf seinen Antrag überhaupt geantwortet. Mit einer Absage - ohne Begründung.

"Jedesmal müssen wir auf allen Vieren kriechen"

"Ob Restaurantbesitzer oder Unternehmer - wir sind alle in der gleichen Situation", so Callet. "Jedesmal, wenn wir etwas eröffnen wollen, müssen wir auf allen Vieren kriechen." Und fügt hinzu: "Die Banker machen ihren Job nicht." Mit seiner Aktion wollte der Wirt auf die Misstände der Banken hinweisen. Und hat offensichtlich auch etwas bewirkt. Ein Mitarbeiter der Botschaft Katar soll ihm bereits angeboten haben, dass eine Bank aus dem Emirat das zweite Restaurant finanzieren könnte. Und auch aus der Politik erntet er Applaus. Der Europaabgeordnete und Vorsitzender der Linkspartei, Jean-Luc Méchelon, twitterte: "Das rebellische Frankreich ist stolz auf diese Initiative voll von gesundem Menschenverstand." 

jek
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