Kein gutes Klima für Genpflanzen in Europa

18. Juli 2013, 12:25 Uhr

Der weltgrößte Saatguthersteller schrumpft sein Geschäft mit Gen-Pflanzen in Europa weiter zusammen. Monsanto nimmt Anträge auf Zulassung zurück, Grund sei eine fehlende kommerzielle Perspektive.

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Monsanto züchtet mit Hilfe der Gentechnik neue Pflanzensorten. Diese sind besonders ertragreich oder einfach zu ernten, doch in der EU ist die Methode sehr umstritten.©

Der US-Agrarkonzern Monsanto zieht alle ausstehenden Zulassungsanträge für den Anbau von Genpflanzen in der Europäischen Union zurück. Das sagte ein Sprecher des Unternehmens am Donnerstag in Brüssel. Von der Entscheidung seien neue Maissorten, Sojabohnen und bestimmte Rüben betroffen. Eine Neuzulassung des Genmaises MON810 werde aber weiter verfolgt. Die EU-Kommission bestätigte die Ankündigung und teilte mit, sie nehme die Entscheidung des Konzerns "zur Kenntnis".

Anbau des Monsanto-Genmaises MON810

Der Bayer-Konkurrent sieht sich vor allem in Europa einem starken Widerstand von Gentechnik-Gegnern gegenüber. Der US-Konzern hatte bereits im Mai angekündigt, in Europa keine Zulassung für den Anbau neuer gentechnisch veränderter Pflanzen mehr beantragen zu wollen. Anderswo angebauten Mais will Monsanto aber weiterhin zur Verarbeitung in Lebens- und Futtermitteln in der EU registrieren.

Der Anbau des Monsanto-Genmaises MON810 wurde in der EU 1998 für zehn Jahre erlaubt. Wegen der kritischen Haltung mehrerer EU-Länder gibt es bisher noch keine Einigung über eine Neuzulassung - der Anbau bleibt jedoch bis zu einer endgültigen Entscheidung erlaubt. Deutschland und eine Reihe von weiteren EU-Ländern haben den Anbau der Pflanze auf ihrem Gebiet jedoch verboten. Das Unternehmen züchtet konventionell oder mit Hilfe der Gentechnik neue Pflanzensorten. Diese sind besonders ertragreich oder einfach zu ernten, vor allem aber sind sie unempfindlich gegen die Unkrautvernichter, die Monsanto ebenfalls anbietet.

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