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Jede zweite Firma muss Nachhilfe anbieten

Ob Schreiben, Lesen, Rechnen, Teamfähigkeit, Disziplin oder Pünktlichkeit: Deutschlands Schulabgänger haben überall große Schwächen. Schenkt man der Wirtschaft Glauben, müssen Firmen ausbügeln, was Eltern und Schule versäumen. Immer mehr von ihnen bieten Nachhilfe an.

Den Schulabgängern fehlen nach Einschätzung der Wirtschaft immer häufiger die Grundvoraussetzungen für eine betriebliche Ausbildung. Mehr als jeder zweite Betrieb (54 Prozent) organisiert inzwischen Nachhilfe im eigenen Unternehmen, wie eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) zeigt.

Die Unternehmen müssten zunehmend ausbügeln, was Elternhaus und Schule in 16 Jahren versäumt hätten, hieß es aus dem Verband, der die Studie am Donnerstag in Berlin vorstellte. Dabei gehe es nicht nur um Rechnen, Schreiben und Lesen. Immer häufiger mangele es auch an grundlegenden sozialen Fähigkeiten. Viele Familien seien offenbar nicht mehr in der Lage, ihren Kindern Kompetenzen wie regelmäßiges Aufstehen, Pünktlichkeit und Disziplin zu vermitteln, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben.Selbst im Krisenjahr 2009 habe jeder fünfte Ausbildungsbetrieb mangels geeigneter Bewerber nicht alle angebotenen Lehrstellen besetzen können.

Jeder vierte Betrieb will Lehrstellen abbauen

Die DIHK-Umfrage befragte mehr als 15.000 Unternehmen - vor allem, um Aufschluss über die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe zu bekommen. Ergebnis: Rund 15 Prozent der Firmen planen, in diesem Jahr mehr Lehrstellen anzubieten. Dem stehen aber die Ankündigungen von jedem vierten Betrieb entgegen, weniger Lehrstellen zu schaffen als 2009. 60 Prozent wollten ihr Angebot gleichhalten. Das ist zwar etwas hoffnungsvoller als das Ergebnis von 2009. Aber unterm Strich rechnet der DIHK damit, dass die Zahl der angebotenen Lehrstellen 2010 unterm Strich zurückgeht. Als Stütze für den Ausbildungsmarkt erweist sich der Mittelstand, der weniger pessimistischere Pläne habe als noch 2009. Die Großbetriebe hingegen dürften ihr Angebot eher zurückfahren.

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hatte jüngst mitgeteilt, dass bei ihr bis Ende März etwas mehr Ausbildungsplätze gemeldet worden seien als im gleichen Vorjahreszeitraum. Dies lasse aber noch keine Rückschlüsse auf das ganze Jahr zu. Eine Bilanz wird traditionell erst Ende September gezogen.

Reuters/DPA/DPA/Reuters
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