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Wie viele spähte die Bahn wirklich aus?

Die Spitzelaffäre bei der Deutschen Bahn hat möglicherweise größere Ausmaße als bislang bekannt. Nach Informationen des stern prüft der zuständige Datenschutzbeauftragte, ob sogar zehntausende Mitarbeiter ausgespäht wurden. FDP und Union sind empört - vor dem Verkehrsausschuss muss die Bahn am Mittwoch Rede und Antwort stehen.

Die Deutsche Bahn ließ im Kampf gegen Korruption möglicherweise weitaus mehr Mitarbeiter ausspähen als bislang bekannt. Das berichtet der stern in seiner neuen Ausgabe.

Interne Unterlagen belegten bislang über tausend Fälle. Nun geht der Berliner Datenschutzbeauftragte Alexander Dix der Frage nach, ob sogar Zehntausende betroffen sind. Dix zum stern: "Wir prüfen das. Wir wissen immer noch nicht, wie viele Bahnmitarbeiter insgesamt überprüft wurden."

In der vergangenen Woche hatte der Konzern einen stern-Bericht bestätigt, wonach Beschäftigte systematisch einer Rasterfahndung unterzogen wurden.

Die Bahn schweigt

Misstrauisch macht die Kontrollbehörde, dass die Bahn konkrete Angaben über das wahre Ausmaß der Spähaktionen vermeidet, sich aber gleichzeitig mit hohen Erfolgszahlen brüstet. Allein bei der Aktion "Babylon" im Dezember 2002, so die Bahn, sei in rund 300 Fällen eine verdächtige Nähe zwischen Mitarbeitern und Lieferanten festgestellt worden. So viele Fälle sind bei rund tausend Überprüften nach nicht zu erwarten. Bei "Babylon" glich die Detektei Network Deutschland im Auftrag der Bahn per Computer Namen und Adressen von Lieferanten mit denen von Bahnbeschäftigten ab. Dies geschah ohne konkreten Verdacht. Vom stern befragt, verwies der Konzern auf noch laufende Untersuchungen.

Für Ärger zwischen Datenschützern und Bahn sorgt auch, dass die Revision des Konzerns offenbar versuchte, die Behörde über Art und Ausmaß einer anderen internen Spähaktion zu täuschen: Zu einem Projekt namens "Kabeljau" fehlten nach stern-Informationen in einem Bericht der Bahn vom Oktober 2008 an die Datenschützer zunächst fünf Seiten. Erst als die Kontrolleure aufgrund eines anonymen Hinweises nachhakten, stellte der Konzern die kompletten Dokumente zur Verfügung. Datenschützer Dix bestätigt: "Es gab zwei Berichtsversionen."

Politik will aufklären

Am Mittwoch beschäftigt sich auch der Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages mit der Spähaktion der Deutschen Bahn. Geladen ist neben dem Berliner Datenschützer Dix auch Anti-Korruptionsbeauftragten der Bahn, Wolfgang Schaupensteiner.

In der Politik wird die Kritik an der Bahn angesichts der neuen Informationen zunehmend schärfer: "Es ist schon erstaunlich, dass Herr Schaupensteiner offenbar keine Kenntnis von den Vorfällen hatte", sagte der verkehrspolitische Sprecher der Union im Bundestag, Dirk Fischer, stern.de mit Blick auf vergangene Äußerungen des ehemaligen Staatsanwalts. Bereits im Juni hatte Schaupensteiner vor dem Ausschuss betont, es seien keine Daten erhoben worden, die öffentlich nicht zugänglich gewesen seien. Das müsse Schaupensteiner jetzt erklären, so Fischer weiter.

Auch die FDP will sich mit den bisherigen Informationen der Bahn nicht zufriedengeben. "Wir werden messen, wie tief der Abgrund wirklich ist", sagte der verkehrspolitische Sprecher der Liberalen, Horst Friedrich. "Schon jetzt sind schwerwiegende Verstöße gegen den Datenschutz bewiesen, die nicht ohne Konsequenzen bleiben werden."

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