Umwelthilfe warnt vor unerforschten Fracking-Folgen

5. Juni 2013, 08:25 Uhr

Das Fracking-Gesetz wurde vertagt. Zeit, die zur Erforschung der Risiken genutzt werden sollte. Michael Spielmann, Chef der Deutschen Umwelthilfe, betont im stern: "Keiner kennt die Folgen."

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Fracking-Gegner demonstrieren vor dem Reichtstag: Sie haben mehr als 160.000 Unterschriften gegen die Gasgewinnung aus Schiefergestein gesammelt©

Der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, Michael Spielmann, hält die Förderung von Gas durch Fracking im dichtbesiedelten Deutschland für riskant und gefährlich. Dem stern sagte er: "Um dieses Gas aus Tausenden Meter Tiefe zu holen, muss man das Schiefergestein mit Wasser, Sand und einem Cocktail aus bis zu 150 Chemikalien unter hohem Druck zertrümmern. Es werden etwa Diesel, Säuren und Biozide eingebracht. Dabei kann Grundwasser verschmutzen. Wir müssten erst einmal prüfen, ob Fracking technisch beherrschbar ist." Kritisch sei zudem, dass bei den Bohrungen manchmal das Klimagas Methan austrete.

Erschwerend komme hinzu, dass die Technik sehr viel Fläche benötige. Spielmann: "Da kommt man im dicht besiedelten Deutschland schnell in Konflikt mit dem Trinkwasser."

Oettingers Kritik ist reine Polemik

Der Chef der Umwelthilfe kritisierte in dem stern-Gespräch auch EU-Kommissar Günther Oettinger, der den Deutschen Scheinheiligkeit vorgeworfen hatte, weil sie gegen Fracking seien, aber russisches Gas importierten, ohne sich um die Umweltfolgen zu kümmern. Spielmann warf Oettinger "reine Polemik" vor: "Nach 40 Jahren Erdgaslieferungen aus dem Osten entdeckt Oettinger plötzlich seine ökologische Ader. Man kann die konventionelle Erdgasförderung dort nicht mit der Brachialmethode Fracking im dicht besiedelten Deutschland vergleichen."

Spielmann sprach sich dafür aus, weiter umweltfreundliche Alternativen zur Gas-Gewinnung zu erforschen. Dem stern sagte er: "Ich denke an ,Power to Gas', die Umwandlung von Wind- und Sonnenstrom erst zu Wasserstoff und dann zu Methan. In 20 Jahren wird diese Technologie wettbewerbsfähig sein. In sie muss man investieren, nicht in Fracking."

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