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27. Januar 2009, 12:23 Uhr

Klaus Zumwinkel tritt nach

Er ist der aktuell prominenteste Steuersünder der Republik, kam mit einer Bewährungsstrafe davon und fühlt sich dennoch ungerecht behandelt: In einem Interview teilte Ex-Postchef Klaus Zumwinkel mächtig gegen die Bochumer Staatsanwaltschaft aus.

Zumwinkel, Steuerhinterziehung, Staatsanwaltschaft, Liechtenstein, Bewährungsstrafe

"Es wurde gegen mehrere Gesetze verstoßen": Klaus Zumwinkel, verurteilter Steuerhinterzieher, sieht sich ungerecht behandelt

Die Experten waren sich einig: Der ehemalige Postchef Klaus Zumwinkel ist mit einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren und einer Geldbuße von einer Million Euro wegen Steuerhinterziehung angemessen bestraft worden. Dennoch tritt der Verurteilte jetzt nach: "Es wurde gegen mehrere Gesetze verstoßen", sagte er dem Bonner "General-Anzeiger". Sein Vertrauen in den Rechtsstaat habe darunter gelitten.

Zumwinkel beklagte vor allem, dass der Termin und die Tatsache seiner Hausdurchsuchung im vergangenen Februar öffentlich bekannt geworden seien. Zudem sei es verboten, Akten mit Steuerdaten und persönliche Eindrücke aus der Durchsuchung weiterzugeben. "Der Verrat von Informationen kam von Seiten der Behörden", sagte der Manager der Zeitung. Aus diesen Gesetzesbrüchen sei dann seine "mediale Hinrichtung" geworden. "Ich habe meine Fehler gemacht, und die Behörden haben ihre Fehler gemacht."

Das Bochumer Landgericht hatte den früheren Post-Chef am Montag verurteilt. Zumwinkel zeigte sich erleichtert über den Abschluss des Verfahrens. Er habe den Schaden wiedergutgemacht und die Strafe bezahlt. "Jetzt habe ich reinen Tisch gemacht", erklärte er dem Blatt zufolge. In den vergangenen Monaten hätten er und seine Familie bitter büßen müssen. Es habe Telefonterror, Nachstellungen und Erpresserbriefe gegeben. Nun warte jedoch ein neuer Lebensabschnitt auf ihn, sagte Zumwinkel. Er wolle künftig als Unternehmer und Investor selbstständig arbeiten: "Was genau, wird sich im Laufe des Jahres ergeben", sagte er dem Generalanzeiger.

Mit Blick auf das gegen ihn noch laufende Ermittlungsverfahren in der Spitzelaffäre bei der Deutschen Telekom wollte sich Zumwinkel in dem Interview nicht äußern. "Bisher hat man mit mir auch nicht gesprochen", erklärte er. Zumwinkel betonte zugleich, dass er sich in dieser Sache nichts vorzuwerfen habe. Als damaliger Aufsichtsrat, auch als Vorsitzender des Gremiums, habe er keine Weisungsbefugnis gehabt. Das operative Geschäft habe der Vorstand geführt. Die Telekom hatte im Mai vergangenen Jahres Strafanzeige bei der Bonner Staatsanwaltschaft erstattet, nachdem intern aufgedeckt worden war, dass 2005 und 2006 unter anderem Journalisten und Aufsichtsräte von der Konzernsicherheit bespitzelt worden waren.

AP
 
 
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