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Die unsauberen Versprechen der Online-Putzdienste

Bei Helpling oder Clean Agents kann man billige Putzkräfte online bestellen. Stiftung Warentest hat fünf Dienste ausprobiert. Ergebnis: Die Werbeversprechen glänzen mehr als die geputzten Wohnungen.

Online-Putzdienste können nicht immer halten, was sie versprechen

Online-Putzdienste können nicht immer halten, was sie versprechen

Eine ganze Reihe von Online-Portalen versucht seit einigen Monaten, den Markt für Reinigungskräfte aufzurollen. Das Versprechen von Helpling, Putzfee und Co: Zuverlässige und legale Arbeit zu Preisen zwischen 12 und 15 Euro die Stunde. Die Stiftung Warentest hat in ihrer aktuellen Ausgabe fünf Anbieter einem Praxistest unterzogen. Fazit: Weder die Putzleistungen noch die rechtlichen Rahmenbedingungen der Portale konnten überzeugen.

Insgesamt zehn Termine vereinbarten die Testkunden mit den Anbietern Helpling, Clean Agents, Homejoy, Putzfee und Book a tiger. "Nur in vier Fällen war die Wohnung so sauber wie in der Werbung versprochen", schreibt Stiftung Warentest. Mal blieb der Staub in den Ecken liegen, mal roch die Putzkraft nach Alkohol, eine andere kam ohne abzusagen überhaupt nicht. Eine Putzkraft benutzte das Spülmittel des Kunden, um Boden, Klo und Oberflächen zu putzen - und berechnete anschließend zehn Euro für Putzmittel. Auch ein Rollo überlebte einen Testbesuch nicht, nach monatelangem Warten zahlte das Portal ein neues.

Auszug aus den AGB von Homejoy

Auszug aus den AGB von Homejoy

Dass die Putzportale ihre eigenen Werbeversprechen oft nicht einhalten können, ist ihnen offenbar bewusst. Denn im Kleingedruckten steht oft das glatte Gegenteil. So verspricht Homejoy auf seine Homepage "zuverlässig, günstig und mit Liebe" zu arbeiten, in den AGB heißt es dagegen, das Unternehmen gewährleiste "nicht die Zuverlässigkeit, Qualität oder Eignung" ihrer Reinigungskräfte.

AGB von Putzfee

AGB von Putzfee

Auch Putzfee verspricht großspurig Reinigungskräfte, die "geprüft, qualifiziert und professionell" sind. Laut AGB muss der Kunde die Unterlagen der Reinigungskraft aber selbst überprüfen. Der Kunde kann sich daher nicht unbedingt darauf verlassen, dass die vermittelte Kraft wirklich eine Arbeitsgenehmigung hat. Clean Agents gibt im Kleingedruckten ebenfalls zu, dass sie nicht sicherstellen können, keine Schwarzarbeiter zu beschäftigen. "Vor allem wegen rechtlicher Unsicherheiten können wir keines der fünf Vermittlungsportale empfehlen", schreiben die Tester.

AGB von Clean Agents

AGB von Clean Agents

Den kompletten Test gibt es kostenlos auf www.test.de

Daniel Bakir

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