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Berggruen fast am Ziel

Die letzte Hürde für den Karstadt-Verkauf scheint aus dem Weg geräumt: Investor Berggruen und Vermieter Highstreet haben sich auf neue Mietkonditionen verständigt. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen sprach von einem "wichtigen Schritt voran" - doch noch ist der Vertrag nicht in trockenen Tüchern.

Eine Einigung im Streit um die Mieten der Karstadt-Warenhäuser ist greifbar nahe. Investor Nicolas Berggruen und die Vermieter von 86 der 120 Immobilien sind sich nach Angaben von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen über Mietsenkungen einig geworden. "Die Probleme sind fast alle gelöst", sagte die CDU-Politikerin am Freitag in Berlin. "Es besteht begründete Hoffnung, dass es zu einem guten Ende kommt." Ganz auszuschließen sei aber ein Scheitern nicht. Ein Sprecher des Vermieter-Konsortiums Highstreet sagte: "Die Gespräche sind sehr konstruktiv, es gibt aber noch keine Einigung."

Das Konsortium um Goldman Sachs und die Deutsche Bank muss noch einige der Gläubiger von den Mietsenkungen überzeugen, mit deren Hilfe es die vier Milliarden Euro schwere Übernahme der Karstadt-Häuser finanziert hatte. Sie müssen bei Vertragsänderungen um Erlaubnis gefragt werden.

Von der Leyen: Die Zeit drängt

Von der Leyen sagte, die Parteien seien "an einem Punkt der Verhandlungen, wo sie sich über den schwierigsten inhaltlichen Punkt - die Mietkonditionen - geeinigt haben. Das ist ein großer und wichtiger Schritt voran." Bei Highstreet bestehe noch interner Klärungsbedarf, sagte die Verdi-Vizevorsitzende Margret Mönig-Raane. Verhandlungskreisen zufolge haben noch nicht alle Gläubiger zugestimmt.

Der deutsch-amerikanische Milliardär Berggruen muss sich bis Mitte Juli mit den Vermietern einigen, damit der Kaufvertrag und die Entschuldung von Karstadt wirksam werden können. "Es steht viel auf dem Spiel. Die Zeit drängt", sagte von der Leyen. Sie hatte sich in die stockenden Verhandlungen eingeschaltet, weil bei Karstadt, bei Lieferanten und Dienstleistern 55.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel stünden.

Verdi sieht Diskussionsbedarf bei Sanierungskonzept

In einer Nachtsitzung hatten sich Berggruen und Highstreet am Donnerstag entscheidend angenähert, Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg hatte in London vermittelt. Schriftliche Vereinbarungen liegen aber noch nicht vor. Umstritten ist noch die von Berggruen geforderte Öffnung des General-Mietvertrages für die Highstreet-Häuser. Mit einer Abspaltung der Sporthäuser und des Luxussegments (KaDeWe, Alsterhaus) könnte er dort Partner mit ins Boot holen. An einen Verkauf sei nicht gedacht. Highstreet besteht auf dem Erhalt des Vertrages.

Highstreet hatte sich selbst ebenfalls um Karstadt beworben, war aber vorzeitig ausgeschieden. Im Umfeld des Konsortiums waren mehrfach Zweifel an der Nachhaltigkeit von Berggruens Konzept geäußert worden. Auf Gewerkschaftsseite gibt es zumindest Diskussionsbedarf. Berggruen habe seine Pläne bislang lediglich "in groben Zügen dargestellt", sagte Mönig-Raane. Wenn der Kaufvertrag unterschrieben sei, dann sei die Zeit, "sich das im Einzelnen anzugucken: Wie wir vom Karstadt von heute zum Karstadt von morgen kommen".

joe/Reuters/AFP/Reuters

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