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Café Apfelkind gewinnt gegen Apple

Auf den ersten Blick kann man die beiden Logos gar nicht verwechseln. Apple sah das jedoch anders und verwickelte ein Bonner Café in einen langen Markenstreit. Jetzt kam die überraschende Wende.

Von Ellen Ivits

  Apple hat wegen eines Apfel-Logos einen Rechtsstreit mit einem Bonner Café begonnen. Nun gibt der Konzern klein bei.

Apple hat wegen eines Apfel-Logos einen Rechtsstreit mit einem Bonner Café begonnen. Nun gibt der Konzern klein bei.

Ein roter Apfel, ein Mädchenprofil und ein einfacher Schriftzug - eigentlich ist das Logo des Cafés Apfelkind nicht mit dem berühmten Apple-Logo zu verwechseln. Apple war jedoch anderer Meinung und begann einen skurrilen Markenstreit. Auf der einen Seite der mächtige Weltkonzern und auf der anderen Seite das kleine kinderfreundliche Café. Eine klare Sache, sollte man meinen, doch auch dieses Mal siegte David gegen Goliath - wie schon im biblischen Vorbild.

Alles begann vor zwei Jahren. Christin Römer wollte damals das Logo ihres Cafés in Bonn als Marke schützen lassen. Darauf wurde Apple aufmerksam und legte gegen den Markeneintrag Widerspruch ein. Denn das Café-Logo zeigt wie das Apple-Logo einen Apfel. Das war für den Weltkonzern aus Kalifornien offenbar provozierend genug, um Römer aufzufordern, die Markenanmeldung zurückzunehmen und auf die Verwendung des Logos zu verzichten.

Kein endgültiges Urteil

Es folgte ein langer Rechtsstreit. Im vergangenen Jahr arbeitete Apple an einem Vergleichsvertrag. Die Cafébesitzerin sollte versprechen, unter dem Apfelkind-Logo keine Elektronikartikel zu vermarkten, sondern nur Tassen oder Kinderspielzeug. Und sie sollte schweigen. Eine Schweigeklausel sollte sie dazu verpflichten, keine Details aus dem Vergleichsvertrag zu veröffentlichen.

Doch nun zog Apple überraschend seinen Widerspruch beim Markenamt zurück. Bis jetzt hat sich der Konzern nicht zu den Gründen geäußert. Christin Römer kann aber weiter den Namen und das Logo benutzen. Durch den Streit mit Apple ist die Marke Apfelkind sogar bekannter geworden als zu erwarten war. Römer will nun weitere Cafés aufmachen. Außerdem will sie Kindermode und Kinderprodukte unter der Marke entwickeln und anbieten.

Ein unangenehmer Nachgeschmack bleibt jedoch. Weil kein abschließendes Urteil vom Markenamt oder einem Gericht gefällt worden ist, ist der Streit formal weiterhin unentschieden. Apple könnte also jederzeit wieder Einspruch einlegen.

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