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9. März 2010, 13:51 Uhr

EU kritisiert US-Regierung scharf

Dürfen Flugzeuge für die US-Luftwaffe von nicht-amerikanischen Firmen gebaut werden? Offenbar nicht, glaubt der europäische Luftfahrtkonzern EADS und hat sich aus dem Vergabeverfahren zurückgezogen. EU und Bundesregierung werfen den USA Protektionismus vor.

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Das wird es so nicht geben: Ein Airbus KC-45A betankt einen amerikanischen B-2 Stealth Bomber© Hersteller/AP

Nach dem Rückzug von EADS aus dem Rennen um einen Milliarden Euro schweren Auftrag für die US-Luftwaffe muss die amerikanische Regierung scharfe Kritik ihrer europäischen Partner einstecken. EU-Kommission und Bundesregierung warfen den USA am Dienstag vor, bei der Ausschreibung des 35 Milliarden Dollar schweren Projektes den heimischen Boeing-Konzern zu bevorzugen und den europäischen Rivalen zu behindern. "Es ist höchst bedauerlich, dass ein großer potenzieller Lieferant sich nicht in der Lage sieht, für einen solchen Auftrag mitzubieten", sagte EU-Handelskommissar Karel de Gucht am Dienstag in Brüssel.

Deutschland sieht "deutliche wirtschaftliche und finanzielle Vorteile" in dem Ausschreibungsverfahren für Boeing. "Auch bei der Beschaffung von Rüstungsgütern sollte der freie Wettbewerb nicht einseitig eingeschränkt werden", sagte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP). "Gerade in der aktuellen Wirtschaftskrise schaden schon Anzeichen von Protektionismus."

Bundesregierung: USA soll Verfahren überdenken

Die Bundesregierung forderte die US-Regierung auf, ihr Ausschreibungsverfahren zu überdenken. "Ich würde mich freuen, wenn es zu diesem Schritt käme", sagte ihr Luftfahrtkoordinator Peter Hintze. "Die US-Regierung sollte das überdenken. Ich sehe eine winzige Restchance, dass die US-Administration dieses Signal erkennt und sich das Verfahren noch einmal anschaut", sagte Hintze.

Am Montagabend waren EADS und Northrop Grumman als Team aus dem Bieterrennen ausgestiegen. Die Begründung: Die Modalitäten würden den Rivalen Boeing begünstigen. Airbus-Chef Tom Enders erklärte, unter den gegebenen Bedingungen sei ein Angebot für die US-Tankflugzeuge wirtschaftlich nicht sinnvoll. "Wenn unser Partner Northrop Grumman überzeugt ist, dass wir in dem derzeitigen Umfeld keine Chance haben zu gewinnen - egal wie gut unser Angebot ist -, dann kann ich mich dieser Einschätzung nur anschließen", schrieb Enders in einer E-Mail an die Nachrichtenagentur Reuters.

Die jetzige Ausschreibung ist bereits der dritte Anlauf zur Vergabe des Auftrags für 179 Tankflugzeuge über 35 Milliarden Euro. Ursprünglich sollte Boeing die Maschinen bauen. Als mit der Auftragsvergabe jedoch einer der größten Beschaffungsskandale der USA aufflog, wurde die Entscheidung rückgängig gemacht. Bei der zweiten Ausschreibung kamen im Februar 2008 Northrop und EADS mit einer Version der A330 zum Zug. Nach erfolgreichem Protest von Boeing schrieb das Pentagon den Auftrag aber erneut aus.

Ausstieg für EADS ein Problem

Für EADS ist der Ausstieg aus dem Rennen um den "Jahrhundertdeal" sehr schmerzlich. Mit dem Militärtransporter A400M und dem Superjumbo A380 ist der Konzern erneut tief in die roten Zahlen geflogen. Unter dem Strich stand zuletzt ein Verlust von von 763 Millionen Euro, nach einem Gewinn von 1,57 Milliarden Euro im Vorjahr. Im laufenden Jahr erwartet der EADS-Vorstand allerdings einen stabilen Umsatz.

Reuters/APN/dho
 
 
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