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Wiesenhof-Weihnachtsenten gequält und aufgespießt

Tierschützer haben grausame Zustände auf einem Wiesenhof-Entenmastbetrieb in Brandenburg aufgedeckt. Mit versteckter Kamera filmten sie, wie Arbeiter die Enten bei lebendigem Leibe aufspießten.

Von Katharina Grimm und Daniel Bakir

  Aktivisten von Animal Equality drangen in den Stall ein und dokumentierten die Missstände

Aktivisten von Animal Equality drangen in den Stall ein und dokumentierten die Missstände

Diese Bilder verderben den Appetit auf Weihnachtsente gehörig: Zwischen den lebendigen Enten liegen tote oder schwer verletzte Tiere im Stroh. Enten, die noch leben, werden von Mitarbeitern des Mastbetriebs im Müll entsorgt. Mit Mistgabeln laufen die Arbeiter durch den Stall und erschlagen die Tiere oder spießen sie bei lebendigem Leibe auf.

Aktivisten der Tierschutzorganisation Animal Equality stiegen Anfang Dezember in einen Brandenburger Enten-Mastbetrieb ein, um die Missstände zu dokumentieren. Die grausamen Handlungen der Stallarbeiter filmten die Tierschützer mit einer versteckten Kamera, die sie im Stall angebracht hatten.

Der Betrieb gehört zu den größten in Deutschland und beliefert die Fläminger Entenspezialitäten - ein Unternehmen von Wiesenhof. Etwa eine Million Enten liefert der Skandal-Hof jährlich an Wiesenhof. Rund 60 Prozent der Enten werden im letzten Quartal des Jahres verkauft, vor allem zu den Festtagen.

Das Wiesenhof-Unternehmen schiebt alle Schuld an den Zuständen auf den Zulieferer: "Es ist für uns nicht nachvollziehbar, warum trotz regelmäßiger Schulungen des Personals, trotz klarer schriftlicher Richtlinien und trotz vielzähliger interner und externer Kontrollen solche verantwortungslosen Handlungen passieren. Wir distanzieren uns in aller Form von diesem Betrieb", erklärte ein Sprecher der Fläminger Entenspezialitäten auf Anfrage des stern. Man habe den Vertrag mit dem Betrieb fristlos gekündigt und Strafanzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz gestellt.

Wiesenhof ist allerdings in der Vergangenheit bereits öfter auffällig geworden. Zulieferbetriebe standen sowohl wegen des Umgangs mit Tieren als auch mit Leiharbeitern in der Kritik.

Erschütternde Bilder: Tierquälerei im Entenstall
  Die Tierschutzorganisation Animal Equality recherchierte in einem der größten Entenmastbetriebe Deutschlands

Die Tierschutzorganisation Animal Equality recherchierte in einem der größten Entenmastbetriebe Deutschlands

Der Zulieferbetrieb aus Brandenburg gehört zum Großkonzern Odega, einem Brandenburgischen Agrar-Unternehmensverbund. Elf Firmen bündeln sich unter dem Dach, 15.000 Hektar Fläche zählen dazu. Für eine Stellungnahme zu den aktuellen Vorfällen war Odega nicht zu erreichen. Odega zählt zu den drei größten Agrar-Konzernen in Brandenburg, die 20 Prozent der gesamten Ackerfläche kontrollieren.

Animal Equality bereitet derzeit ebenfalls eine Anzeige gegen den Entenmastbetrieb vor. Die Aktivisten hatten in der Vergangenheit bereits Missstände in anderen Unternehmen offengelegt, beispielsweise in einem Zulieferbetrieb von Edeka und auch in einer chinesischen Pelzfarm.

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