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"Gewinn ist nicht alles"

Er hat ein schwieriges Amt in einer schwierigen Zeit übernommen: Akio Toyoda, Urenkel des Firmengründers, ist seit Juni Präsident des erfolgsverwöhnten Autobauers Toyota, der wie die gesamte Branche ins Schlingern gekommen ist. Im stern-Interview nimmt der Manager Branche und eigenes Unternehmen denn auch hart ran.

Toyota-Präsident Akio Toyoda geht mit der Autobranche und auch mit seinem Unternehmen hart ins Gericht. "Wir müssen uns fragen, ob wir die richtigen Autos bauen, nach denen sich die Kunden sehnen", sagte Toyoda in einem Interview in der neuen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe des stern. Für den japanischen Manager war die schwere Krise, die den Automarkt seit dem vergangenen Jahr belastet, vorhersehbar: "Erste Anzeichen gab es bereits 2006. Aber viele von uns haben erst nach dem Lehman-Schock realisiert, wie schlimm es wird." Das einseitige Streben nach Wachstum und schnellem Geld reiche nicht, kritisierte Toyoda im stern. "Wir müssen uns fragen, was ein gesundes Maß an Wachstum ist. Bisher lag das Interesse vornehmlich auf Absatz und Gewinn. Das kann nicht alles sein."

Der 53-Jährige ist seit Juni Präsident des weltgrößten Autobauers. Er ist ein Urenkel des Firmengründers. Toyoda kritisiert - ungewöhnlich für einen asiatischen Manager - im stern Fehler im eigenen Konzern. So habe sich das Management zu lange stark am amerikanischen Markt orientiert. "Wir haben große Autos entwickelt, weil die dort gefragt waren. Und diese Autos haben wir dann auch woanders angeboten", sagte Toyoda. Um in Zukunft bestehen zu können, müsse man die Kundenwünsche einzelner Märkte stärker berücksichtigen und dort Produkte anbieten, die sich dafür eignen. Etwa Modelle, die leicht sind, wenig verbrauchen, dennoch eine hohe Fahrfreude bieten und sicher sind.

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