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Eine Million Menschen unterschreiben gegen TTIP

Die erste Hürde ist genommen: Die europäische Initiative "Stop TTIP" hat mehr als eine Million Unterschriften gegen das Freihandelsabkommen mit den USA gesammelt. Nun folgt die nächste Hürde.

  Ein Wandbild des Street-Art-Künstlers A. Signl in Köln: "Stop TTIP" will über eine Europäische Bürgerinitiative die EU-Kommission zum Handeln zwingen.

Ein Wandbild des Street-Art-Künstlers A. Signl in Köln: "Stop TTIP" will über eine Europäische Bürgerinitiative die EU-Kommission zum Handeln zwingen.

Mehr als eine Million Menschen haben nach Angaben der europäischen Bürgerinitiative "Stop TTIP" eine Petition gegen den umstrittenen Freihandelspakt zwischen der EU und den USA unterzeichnet. Die Bürger forderten einen Stopp der Verhandlungen über das geplante Abkommen, erklärten die Organisatoren, zu denen aus Deutschland unter anderem Attac und Friends of the Earth Germany gehören, am Donnerstag in Berlin.

Mit jeder Unterschrift zeige sich mehr, dass bei TTIP "die Interessen einer kleinen Zahl Industrievertreter gegen den Willen einer breiten Mehrheit stehen", urteilte das Bündnis. "Die Menschen in Europa lassen sich ihr Recht auf demokratische Mitbestimmung nicht verwehren." Außerdem wehrten sie sich gegen die Ratifizierung des Freihandelspakts Ceta mit Kanada, der schon viel weiter gediehen ist als TTIP, hieß es in der Mitteilung. Beide Abkommen sind umstritten, weil Kritiker eine Senkung von Umwelt- und Verbraucherstandards sowie eine Aushöhlung der Demokratie befürchten.

"Stop TTIP" vereinigt nach eigenen Angaben mehr als 320 europäische Organisationen. Der Zusammenschluss will über eine Europäische Bürgerinitiative die EU-Kommission zum Handeln zwingen, ähnlich wie das durch Volks- oder Bürgerbegehren in einzelnen Ländern möglich ist. Eine Hürde besteht darin, dass eine Million Bürger die Initiative unterschreiben. Eine zweite Hürde ist, dass in sieben EU-Ländern jeweils eine Mindestzahl Stimmen zusammenkommen muss; diese zweite Hürde hat Stop TTIP der Mitteilung zufolge noch nicht genommen, in Deutschland sei die Mindestzahl allerdings schon erreicht.

EU-Kommission lehnt Anerkennung ab

Unabhängig davon streitet das Bündnis seit dem 10. November vor dem Europäischen Gerichtshof darum, überhaupt als Europäische Bürgerinitiative anerkannt zu werden. Die EU-Kommission hatte dies zunächst abgelehnt. Ihr zufolge strebt das Bündnis mit dem Stopp der TTIP-Verhandlungen etwas an, was gar nicht Gegenstand einer solchen Bürgerinitiative sein könne.

Falls das Bündnis vor Gericht siegt und alle weiteren Hürden nimmt, muss die Kommission am Ende zwar zur Initiative Stellung nehmen. Zum Verhandlungsabbruch zwingen können die Bürger die Kommission auf diesem Wege aber nicht.

Die erste Million Unterschriften sollen dennoch schon einmal öffentlichkeitswirksam übergeben werden. "Stop TTIP" kündigte die Übergabe für kommenden Dienstag am Sitz der EU-Kommission in Brüssel an. Die neue EU-Kommission hat versprochen, bei TTIP stärker auf die Bedenken der Bürger einzugehen.

mad/AFP/AFP
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