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Staatsanwalt ermittelt gegen Piëch und Porsche

Die Übernahmeschlacht zwischen Porsche und VW hat für die deutsche Auto-Prominenz ein Nachspiel. Die Staatsanwälte nehmen Ferdinand Piëch und Wolfgang Porsche ins Visier.

  Im Visier der Staatsanwaltschaft: VW-Patriarch Ferdinand Piëch

Im Visier der Staatsanwaltschaft: VW-Patriarch Ferdinand Piëch

Der Wirtschaftskrimi um die Übernahmeschlacht zwischen Volkswagen und Porsche erfasst nun auch den kompletten früheren Aufsichtsrat der Porsche-Dachgesellschaft PSE. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt gegen alle Mitglieder des Gremiums, die zur heißen Phase des Machtkampfes 2008/2009 als Kontrolleure der PSE beteiligt waren.

Grund sei der Verdacht auf Beihilfe zur Marktmanipulation, mit der Anleger womöglich getäuscht worden seien. Damit bestätigten sich entsprechende Informationen von "Spiegel Online".

Namen nannte der Behördensprecher zwar nicht, er betonte jedoch, dass kein Aufsichtsratsmitglied ausgenommen sei. Wie die PSE auf Anfrage bestätigte, und wie aus dem damaligen Geschäftsbericht hervorgeht, sind unter den Betroffenen auch VW-Patriarch Ferdinand Piëch und Wolfgang Porsche.

Eine lange Liste

Laut Geschäftsbericht mit Stand Ende Juli 2008 gehörten damals außerdem Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück dazu sowie Hans Baur, Ulrich Lehner, Wolfgang Leimgruber, Hans Michel Piëch, Ferdinand Oliver Porsche, Hans-Peter Porsche, Hansjörg Schmierer, Walter Uhl und Werner Weresch. Zudem nimmt die Behörde einen weiteren damaligen Porsche-Manager ins Visier: Auch gegen den Ex-Unternehmenssprecher Anton Hunger wird wegen desselben Verdachts ermittelt, wie Hunger bereits am Montag bestätigt hatte.

Hintergrund ist der spektakulär gescheiterte Versuch von Porsche, die Macht beim wesentlich größeren VW-Konzern zu übernehmen. Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass damals Anleger und Finanzwelt gezielt hinters Licht geführt wurden, als 2008/2009 die heiße Phase der Übernahmeschlacht tobte.

In diesem Zusammenhang laufen bereits Klagen gegen den früheren Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und den Ex-Finanzvorstand Holger Härter. Gegen letzteren war zudem bereits im vergangenen September ein Prozess wegen Kreditbetrugs gestartet. Das Verfahren läuft noch.

anb/DPA/DPA

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