Auch die Übernahme von Porsche kam voran. Der VW-Aufsichtsrat stimmte Durchführungsverträgen zu einer im August vereinbarten Grundlagenvereinbarung mit dem Sportwagenbauer zu.
Allerdings soll die Abstimmung im Kontrollgremium des Wolfsburger Konzerns in der Nacht zum Freitag nicht einstimmig gefallen sein, meldeten mehrere Medien. Zwei Aufseher hätten gegen den Deal gestimmt: der Präsident der Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, Roland Oetker, und RWE-Chef Jürgen Großmann, schrieben der "Spiegel" und das "Handelsblatt". Die Risiken, die sich für VW aus der Porsche-Übernahme ergebe, habe aber auch noch weitere Aufsichtsratsmitglieder bewegt, hieß es.
Am Freitagabend gab auch der Porsche-Aufsichtsrat seine Zustimmung zu den Verträgen. Der Abschluss stelle einen weiteren wichtigen Schritt auf dem Weg zum integrierten Automobilkonzern dar, der im Laufe des Jahres 2011 Realität werden solle, teilte der Sportwagenbauer mit.
Den Plänen zufolge kauft VW in einem ersten Schritt 49 Prozent an der Porsche AG. Dem Stuttgarter Sportwagenhersteller fließen durch den VW-Einstieg voraussichtlich noch bis Jahresende 3,9 Mrd. Euro zu, die teilweise zum Schuldenabbau genutzt werden sollen.
In den Durchführungsverträgen werden laut VW organisatorische, strukturelle und rechtliche Details der Zusammenführung beider Unternehmen verbindlich geregelt und die einzelnen Schritte festgelegt. VW bestätigte auch Informationen der "FTD" vom Donnerstag, wonach Audi-Chef Rupert Stadler in den Vorstand von VW aufrückt. Als neuer Konzern-Vertriebschef wurde der Österreicher Christian Klingler in den Vorstand berufen, er leitete bisher den Vertrieb der Marke VW.
VW will für rund vier Milliarden Euro mit knapp 50 Prozent beim Sportwagengeschäft von Porsche einsteigen. Dazu plant der Wolfsburger Konzern eine Kapitalerhöhung im ersten Halbjahr 2010. Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 3. Dezember sollen die Aktionäre zustimmen. 2011 sollen Volkswagen und Porsche miteinander verschmelzen. Der Stuttgarter Autobauer wird als zehnte Marke in den VW-Konzern eingegliedert.
Porsche hatte sich mit der ursprünglich geplanten Übernahme von VW massiv verhoben und einen riesigen Schuldenberg angehäuft. Auch die Porsche Holding SE plant daher etwa Anfang 2011 eine Kapitalerhöhung. Außerdem wird das österreichische Autohandelsgeschäft von Porsche an den Wolfsburger Konzern verkauft.
Der frühere Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und sein Finanzvorstand Holger Härter mussten Ende Juli wegen der Belastungen durch die missglückte Übernahme von VW gehen. Der Aufsichtsrat der Porsche SE hatte bereits im August beschlossen, dass VW-Chef Martin Winterkorn neuer Vorstandsvorsitzender der Dachgesellschaft werden soll. Neuer Finanzchef wird VW-Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch.