8. Januar 2008, 08:22 Uhr

Volksbegehren gegen Transrapid abgelehnt

Die Transrapidgegner in Bayern mussten eine Niederlage einstecken: Das Innenministerium des Bundeslandes verbietet ein Volksbegehren gegen die geplante Magnetschwebebahn. Diese Entscheidung muss jedoch noch vom bayerischen Verfassungsgericht bestätigt werden.

Transrapid-Gegner protestieren in München gegen die Pläne der bayerischen Regierung©

Rückschlag für die bayerischen Transrapid-Gegner: Das bayerische Innenministerium hat das geplante Volksbegehren gegen die Magnetschwebebahn als unzulässig abgelehnt. "Ich bin zu der klaren Bewertung gekommen, dass dieses Volksbegehren verfassungswidrig ist, weil es unzulässig in das Budgetrecht des Parlaments eingreift", sagte Innenminister Joachim Herrmann dem "Münchner Merkur". "Hier sollen dem Parlament Ausgaben verboten werden", wird der CSU-Politiker zitiert.

Endgültig müsse über eine Volksabstimmung der bayerische Verfassungsgerichtshof entscheiden, erklärte ein Ministeriumssprecher. Die schriftliche Begründung des Innenministeriums werde den Richtern innerhalb der kommenden zwei Wochen zugeleitet. Der bayerische SPD-Fraktionschef Franz Maget erklärte: "Auf jeden Fall werden wir den politischen Kampf gegen das geplante Transrapid-Projekt unvermindert fortsetzen." Ziel sei es, "den Bürgerwillen gegen die Arroganz der Macht zum Ausdruck zu bringen".

Magnetschwebebahn soll Thema bei Kommunalwahlen werden

Die bayerische Grünen-Chefin Theresa Schopper sagte: "Wir sind zuversichtlich, dass der Verfassungsgerichtshof das Volksbegehren zulässt." Die Abstimmung greife nicht in das Budgetrecht des Landtags ein, weil es den Haushalt nicht belaste. Im Falle eines Erfolges des Volksbegehrens habe der Landtag sogar mehr finanziellen Spielraum.

Zugleich zeigte sich aber auch Innenminister Herrmann zuversichtlich, dass die Richter das Volksbegehren ablehnen werden. "Der Verfassungsgerichtshof hat bisher das Budgetrecht des Parlaments immer sehr hochgehalten", erklärte der Minister. Die Transrapid-Gegner wollen die Magnetschwebebahn nun zum großen Thema bei den anstehenden Kommunalwahlen im März machen. "Diese Wahlen werden zu einem ersten Volksentscheid über den Transrapid", sagte SPD-Fraktionschef Maget. Mit dem Volksbegehren will ein Bündnis von Transrapid-Gegnern, darunter Parteien, Gewerkschaften und Naturschutzverbände, den auf 490 Millionen Euro festgelegten bayerischen Anteil an der Magnetschwebebahn blockieren.

AP
 
 
KOMMENTARE (10 von 16)
 
Quin (08.01.2008, 13:34 Uhr)
@romeodelta
Der Transrapid ist im Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD festgeschrieben, ebenso wie der Atomausstieg.
Übrigens, wenn es ums Geld geht: im schwarzen Buch vom Bund der Steuerzahler stehen genug Beispiele, wie wirklich viel Geld gespart werden könnte ... eine Summe gegen die die 2 Mrd. € (wenn überhaupt) des Transrapids fast wie Pipifax anmuten... :-)
Also Leute, hier könnte man mehr erreichen.
Quin (08.01.2008, 13:28 Uhr)
Staatsform der Zukunft
Minister, Präsidenten und Parlamente abschaffen. Wir brauchen nur noch ein Amt zur Koordinierung der täglichen Volksentscheide auf Kommunen-, Staats-, Bundes- und EU-Ebene.
Und schon wird alles demokratisch und gut... :-)
romeodelta (08.01.2008, 13:28 Uhr)
@ganzbaf
absolut richtig! aber es scheint die Deutschen wollen das nicht?
ganzbaf (08.01.2008, 12:31 Uhr)
Und als Zukunftsvision...
...die "vollumfängliche Volksabstimmungsdemokratie"!
In der Minister und Präsidenten zum überwiegenden Teil "Befehlsempfänger" von mehrheitlichen Bevölkerungsmeinungen sind.
.
DEMOKRATIE: Die Mehrheit entscheidet! (Im Rahmen vonn GG und Völkerrecht.)
ganzbaf (08.01.2008, 12:26 Uhr)
"Mehr Demokratie wagen"
...und mehr "Demokratischen Sozialismus" im Sinne unseres löblichen GG! - das ist es, was dieses Land wieder braucht:
Einen neuen Willy Brandt! (-:
ganzbaf (08.01.2008, 12:16 Uhr)
Die "ewigen Wirtschaftskriecher"....
...und technologieversessenen "Sonstnichtskönner" geilen sich natürlich an öffentlichen Milliardensummen für Bullshit enorm auf.... ((O;
Aurum (08.01.2008, 12:07 Uhr)
Richtig!
Endlich grünes Licht für den Transrapid! Das waren doch eh wieder die "Grünen Außenseiter", die ewig gestrigen, welche sich dagegen versperrten.
romeodelta (08.01.2008, 11:51 Uhr)
@Quin
Sie haben gewissermaßen recht aber Ich denke, wenn das Volk sich zahlreich meldet, dann sollte man zuhören! Eine Partie wird nicht unbedingt wegen des Gesamtkonzepts gewählt und wann haben die Partien jemals auf die Wählerschaft gehört? Somit ist es legitim, sich zu manchen Sachen kritisch zu äußern. War der Bau des Transrapid Teil des Wahlversprechens (ich weiß es wirklich nicht!). Wenn aber das so war, dann darf der Wähler (Politiker auch!) flexibel sein und hinterher sagen können, dass ein gewisses Vorhaben aufgrund einer nicht vorhersehbaren anderen Gesamtentwicklung vielleicht nicht mehr so toll ist. Ich es zweifelt keine dran, dass Transrapid toll ist, aber vielleicht zu besseren Zeiten, wenn alle genug zum Leben haben?
ganzbaf (08.01.2008, 11:42 Uhr)
Ganz genau, Quin !
Alle wichtigen Fragen, auch was den Hasuhalt betrifft, sollten per Volksbefragungen etnschieden werden.
Heutzutage technisch problemlos zu realisieren: Volksabstimmungsblocks alle 2-3 Monate!
.
Ginge sogar per Wahlbüros.
.
HEUREKA , WIR sind das Volk! ;-PP
Quin (08.01.2008, 11:28 Uhr)
ganz baff
"Wer gegen Volksabstimmungen ist, hasst die Demokratie" -> das ist ja ein "toller" Kommentar!
Vielleicht sollte man die Verfassung ändern, und demnächst alle Haushaltsfragen über Volksabstimmungen regeln.
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