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12. Oktober 2007, 11:17 Uhr

So will Kirch schwarze Zahlen schreiben

Leo Kirchs Comeback als TV-Veranstalter könnte für die Bundesliga einen Zeitenwandel einläuten: Um die Milliarden-Investition wieder hereinzubekommen, werden Fernsehkunden und -zuschauer tiefer in Tasche greifen müssen. Und nicht nur die 18-Uhr-Sportschau steht zur Disposition. Von Johannes Röhrig

Zoom

Ein Kameramann bei der Arbeit während einer Bundesliga-Partie© Bernd Weißbrod/DPA

Die enge Allianz zwischen den deutschen Profi-Fußballklubs und dem wieder erstarkten Medien-Pleitier Leo Kirch nimmt klarere Züge an. So soll die geplante gemeinsame Fernsehfirma, die ab 2009 für das Pay-TV die Bilder liefert, offenbar doch mit eigener Sendelizenz auftreten. Der Geschäftsführer des Liga-Verbandes DFL, Christian Seifert, bestätigte diesen Plan.

Bundesliga-Live-TV auch bei Telefonfirmen

Das neue Bundesliga-Live-TV, dessen Namen Seifert noch nicht verraten will, soll alle Partien der ersten und zweiten Liga sowie Konferenzschaltungen zwischen den Spielen zeigen. Konfektionierte Programmpakete aus diesem Bouquet sollen dann auf verschiedenen Abspielkanälen laufen. Wie dies genau aussieht, steht noch nicht fest. Hintergrund ist aber, dass zum Beispiel Telefon- und Kabel-Firmen das neue Fußball-Fernsehen in ihrem Internet-TV integrieren können, ohne eigene Sendelizenzen zu beantragen. Die Leitung der neuen Gesellschaft, die ab 2009 die Live-Übertragungen der Fußball-Bundesliga produziert, übernimmt Dejan Jocic.

Der bald 81-jährige Kirch würde fünf Jahre nach dem fulminanten Konkurs seines Film- und Fernseh-Imperiums noch einmal zum TV-Veranstalter in Deutschland. Dabei geht der alte Mann ein hohes Risiko ein: Denn Kirch hält an dem geplanten TV-Joint-venture mit der Liga zwar nur die knappe Mehrheit von 51 Prozent. Er hat sich aber verpflichtet, die gesamten Kosten - intern wird mit rund 80 Millionen Euro im Jahr gerechnet - zu tragen.

Kirch übernimmt auch die Vermarktung

Außerdem sieht der Deal mit Kirch vor, dass die Fußball-Bundesliga ab der Saison 2009/2010 im deutschen Fernsehen durch die Kirch-Firma Sirius vermarktet wird.

Damit sich dieses Geschäft überhaupt für ihn lohnt - unterstellt wird intern eine Marge von mindestens 15 Prozent an den gesamten Vermarktungsdeal - müssen vermutlich schon im ersten Jahr allein durch die TV-Rechte im Inland an die 630 Millionen Euro eingespielt werden. Das wäre eine Steigerung der TV-Einnahmen von rund 50 Prozent im Vergleich zu heute. Mit anderen Worten: Es dürfte teuer werden für die künftigen Käufer.

Für neue Käufer wird's teuer

Derzeit nimmt die DFL aus der Vermarktung ihrer Fernseh-Rechte im Inland 409 Millionen Euro ein. Dazu kommen gut 25 Millionen Euro an Produktionshonorar. Der Grund: Die DFL erstellt mit einem Tochterunternehmen namens Sportcast das TV-Basissignal von den Partien. Daran soll angeblich auch mit dem neuen Mitspieler Kirch nichts ändern.

Die neue Rechnung sieht nun so aus: In der ersten Saison des künftigen, sechs Jahre laufenden Vertrages sichert Kirch der Liga rund 460 Millionen Euro zu; die Summen steigen dann pro Saison gestaffelt an. Dazu summieren sich entsprechend die Produktions-Pauschale an die Liga sowie Anlauf- und Betriebskosten für das neue Bundesliga-Fernsehen. Fazit: Erst ab einer Summe von über 560 Millionen Euro dürften alle Kirch-Rechnungen beglichen sein und der erste Gewinn in die Kasse kommen.

Wird die Sportschau in den Abend gedrängt?

Die hohen Einnahmesteigerungen werden kaum möglich sein, ohne dem Pay-TV mehr Exklusivität einzuräumen. Werden die Anstoßzeiten der Partien verschoben? Wird die ARD-"Sportschau" in den Abend gedrängt? Diese Fragen sind noch offen. Kirch hat schon einmal versucht, den Fußball im frei empfangbaren TV in den Abend zu verdrängen und ist am Protest der Fans gescheitert. Doch wie man an seinem Comeback sieht: Der Alte lässt einfach nie locker.

Von Johannes Röhrig
KOMMENTARE (10 von 12)
 
angerston (14.10.2007, 11:50 Uhr)
Mal Ehrlich
Mal Ehrlich. Ich bin Fußball-Fan aber das der ganze Samstagabend im öffentlichrechtlichen TV mit Fußball voll ist kann nicht akzeptiert werden.
ibex (14.10.2007, 11:24 Uhr)
81 !?!
Also bitte, als wenn das dem Herrn Kirch nicht egal wäre, ob er den Karren in den Sand setzt oder nicht. Mit 81 ist ein Ende so oder so in Sicht...
Der Deal ist für die Bundesliga allerdings lächerlich im internationalen Vergleich. Sollte die Sportschau jetzt auch noch auf 22 Uhr verschoben werden, dann wird das Bundesliga enorm schaden, aber anscheinend realisiert das keiner und verkünden lieber Mehreinnahmen die allerdings lächerlich sind.
Doc_D (14.10.2007, 10:50 Uhr)
tja 2
Fussball ist zwar als Massenphänomen eine schöne Sache aber leider bringt es gerade auch in Hinblick auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit nichts bzw. nicht genug finanzielles ein. Wer sich beschwert, dass es alles so teuer sei, der gesteht ein bloss an mittelmäßigem Fussball interessiert zu sein. Spitzenfussball für lau passt einfach nicht zusammen.
@ joaka: Vielleicht siehst du mal lieber weniger Fussball, dein Kommentar ist vollkommen dumm: Einen Vergleich zwischen drittem Reich und der Bundesligavermarktung zu ziehen ... schlimm. Deine mangelnde Rechtschreibung macht's übrigens auch nicht besser.
Salzsteuer (13.10.2007, 09:26 Uhr)
Wer will
... soll gucken und zahlen bis er schwarz wird.
ICH NICHT !!
joaka (13.10.2007, 08:38 Uhr)
Neue Pleite für Kirch und DFL in Sicht!
Kirch wird keine schwarze Zahlen schreiben. Denn diese Vermarktung der Bundesliga wird sich nicht durchsetzen. Vor gefertigte Berichte und Einheitsbrei wie es manchen in der DFL vorschwebt wird kein Zuschauer interessieren, weil es einer Gleichschaltung der Berichterstattung gleich kommt. Bemerkung: Erinnert irgendwie an finstere Zeitne Deutslchand in der Vergangenheit! DAs teuere Geld das dann verlangt wird, werden die wenigstn zahlen wollen. Konzept Arena mit mit niedrigen ABO-Preis gegenüber Premiere hat es beweisen die Bundesliga ist schwer im Payprogramm zu vermarken. Obwohl die Berichterstattung von Premiere fachlich kompetent und gut ist. Dies ewige Gezerre um die Bundesliga wird die Zuschauer eher abschrecken dieses im Payprogramm zu buchen. Würde die Bundesliga wirklich das Wert hätten viele vor einem Jahr Arena als Abo gebucht, die Rechnung ging nicht auf Einstellunf Einstellung von Arena swas einer Pleite gleich kam. Auch diese Konzept DFL ging nicht auf. Premiere spranf Premiere ein. Ohne Freefernsehen wird die DFL nicht auskommen, da sich die Bundesliga im Payfernsehen nichgt alleine vermarken lässt. Würde zum Tod des Fußballs als Sportart Nr 1 in Deutschland führen.Der Deutsche ist einfachn nicht bereit der Bundesliga Milliarden Euros in den Allerwertsten zu schieben. Sollte dies so kommen wie es Kirch und der DFL im Konzept vorschwebt werde ich keine zusätzliche Bundesliga neben Premiere abonnieren. Dann werde ich mein Bundesliga nicht verlängern. Denn den Einheitsbrei werde ich mit nicht antun, denn die Bundesligaüber-tragung von Premiere ist gut. Ich denke viele werden es tun. Die Präsentierung der Bundesliga sollten frei bei den Sendern sein ohne Gleichschaltung der Präsentierung der Bundesliag. Dies Gleichscchaltung erinnerzt an NAZIS!
Aus dem Grunde wird es eine neus Pleite für Kirch und DFL geben die sich gewaschen hat. Außerdem wenn Kirch selbst eine Sendelizenz beantragt wird er Ärger mit dem Kartellamt bekommen weil diese Vorgehensweise nicht geht.
Roy05441 (12.10.2007, 12:45 Uhr)
Ein ganzes Volk soll.....
diktatorisch gezwungen werden, einem Tattergreis-Pleitier als fette Gans den Arsch zu schmieren!
So langsam müsste eigentlich von Regierungsseite eingegriffen werden, es kann nicht angehen, dass hirnrissige Wurzelzwerge in dieser Republik schalten, und walten können wie es ihnen gerade in ihr ausgetrocknetes Hirn kommt.
Sollte es so weit kommen, und die DFL mitspielen, werde ich meine Mitgliedschaft im Verein kündigen, und Radio und Fernsehen abmelden.!
Nobilitatis (12.10.2007, 12:35 Uhr)
englisches Geschäftsmodell
Wenn Fussball nur noch im Pay-TV stattfindet, lässt das Interesse der Sponsoren nach. Entweder man akzeptiert das, oder die GEZ-Gebühr finanziert das. Ich persönlich finde, dass hier kein Platz ist für Zwangsgebühren. Sollen sie doch sehen, wo sie ihre Spekulationsgewinne machen können!
Necros (12.10.2007, 12:27 Uhr)
...ab in die Bedeutungslosigkeit
Nichts gelernt ist vollkommen richtig... Was werden sich die Sponsoren freuen, wenn landesweit 700.000 Zuschauer vor einem verteuerten Premiere sitzen, während der Rest immer das Interesse verliert. Wann verstehen DFL und Co eigentlich, dass Fussball nur als Massenphänomen wirtschaftlich lohnend ist? Für mich wird die Distanz zu der BuLi immer größer, womit ich wohl kaum eine Seltenheit darstelle.
Bennington (12.10.2007, 11:37 Uhr)
tja
Die gleichen Leute die jetzt über die mögliche Abschaffung der Sportschau jammern, kitisieren die deutschen Klubs wenn sie in internationalen Wettbewerben gegen englische, spanische und italienische Teams chancenlos sind. Dies liegt schlicht und ergreifend an den wesentlich höheren TV-Einnahmen dieser ausländischen Clubs, die somit in der Lage sind Stars zu kaufen die ein Bundesligaverein sich in der Regel nicht leisten kann. Und Spieler wie Messi & Ronaldinho werden Arne Friedrich und Co eben immer einen Knoten in die Beine spielen. Wer eine wettbewerbsfähige Bundesliga will muß auf die Sportschau verzichten. Ansonsten erleben wir jedes Jahr das gleiche im Europacup.
CeeTo (12.10.2007, 11:23 Uhr)
-.-
Na dann mal viel Spass. Ich glaube irgendwie in Deutschland kann man mit PayTv nicht soviel umsetzen.
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