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8. Mai 2008, 09:50 Uhr

Transnet-Chef rückt in den Bahnvorstand

Der Chef der Bahngewerkschaft Transnet, Norbert Hansen, hat seinen Rücktritt erklärt und wird Arbeitsdirektor der Deutschen Bahn AG. Hansen hatte den Privatisierungskurs des Konzerns gegen etliche Widerstände gestützt.

Auf dem Sprung in den Bahn-Vorstand: Transnet-Chef Norbert Hansen© Franka Bruns/AP

Der langjährige Chef der Gewerkschaft Transnet, Norbert Hansen, steht vor einem Wechsel ins Management der Deutschen Bahn. Er habe seine Bereitschaft erklärt, als Arbeitsdirektor zur Verfügung zu stehen, teilte der 55-Jährige in Berlin mit. Zugleich erklärte er seinen Rücktritt vom Gewerkschaftsvorsitz. Der geplante Schritt sei "eine weitere Garantie für den integrierten Konzern und für die Sicherung der Beschäftigung". Die Bahn äußerte sich auf Anfrage nicht. Der Aufsichtsrat des bislang bundeseigenen Konzerns kommt am Donnerstag nächster Woche zusammen, um den geplanten Börsengang in die Wege zu leiten.

"Ich bin vom Aufsichtsratsvorsitzenden der Deutschen Bahn AG und aus Kreisen der Politik gefragt worden, ob ich als Arbeitsdirektor zur Verfügung stehen würde", sagte Hansen. Dazu sei er bereit. Der Transnet-Vorstand habe seine Entscheidung begrüßt und werde die Ernennung durch den Aufsichtsrat der Bahn unterstützen. An diesem Freitag sollen die Spitzengremien der Gewerkschaft über die Nachfolge Hansens beraten. Er war seit 1999 Vorsitzender der größten der drei Bahn-Gewerkschaften.

Unklar war vorerst, ob Hansen bei einem Wechsel für den Bahn- Mutterkonzern oder für die noch zu bildende neue Gesellschaft für den Personen- und Güterverkehr tätig werden soll. Diese soll zu 24,9 Prozent an private Investoren verkauft werden, wie die große Koalition beschlossen hatte. Personalvorstand im Konzern ist derzeit Margret Suckale.

Erst kürzlich hatten Hansen und der Chef der Gewerkschaft GDBA, Klaus-Dieter Hommel, vom Bahnvorstand die Zusage erhalten, dass es in Zusammenhang mit der Privatisierung bis Ende 2023 keine Entlassungen geben wird. Hansen ist bisher auch stellvertretender Vorsitzender des Bahn-Aufsichtsrats, der von Evonik-Chef Werner Müller geleitet wird.

Direkte Wechsel führender Gewerkschafter in Chefetagen der deutschen Wirtschaft sind selten. Im Jahr 2001 war der ehemalige Vorsitzende der Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV), Herbert Mai, als Arbeitsdirektor zum größten deutschen Flughafenkonzern Fraport in Frankfurt gegangen.

DPA/Reuters
 
 
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