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18. Februar 2009, 22:15 Uhr

Was tun bei zu langsamem DSL?

Tipps und Tricks

Hatten Sie schon immer den Verdacht, dass Ihr Anschluss nicht die erhoffte Leistung bringt? Skeptische DSL-Nutzer dürfen sich bestätigt fühlen: Viele Leitungen bleiben weit unter der Maximalgeschwindigkeit. Hier beantworten wir die wichtigsten Fragen zum Thema.

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Lahme Leitung: Was sind die Hauptbremsen bei DSL?© Colourbox

Die Ansprüche der Internetnutzer steigen ständig: Bilder, Videos und Musik herunterladen gehört schon zum Standard, komplexe Simulationen und Online-Computerspiele werden immer beliebter. Dabei werden große Mengen an Daten getauscht - und wer nicht Stunden warten will, braucht eine schnelle DSL-Leitung.

Diverse Anbieter versprechen vollmundig "Highspeed-Surfen" auf der Überholspur der Datenautobahn, keine Wünsche sollen offen bleiben. Doch in der Praxis entpuppt sich der vermeintlich flotte Flitzer oft als lahme Möhre.

Links in der Spalte: Was die Verbindungen abbremst, wie man eine genaue Analyse bekommt - und was man tun kann.

Was sind die Ursachen für zu langsames DSL?

Grundsätzlich drei Faktoren beeinflussen die Geschwindigkeit, mit der man im Internet surft:

1. Das maximal technisch mögliche Tempo: Das ist unabhängig von Tarif und Anbieter, weil es zum Beispiel von der Qualität der Kabelverbindungen oder Entfernung zur nächsten Vermittlungsstelle abhängt. An manchen Orten, vor allem in ländlichen Regionen, sind bislang zum Beispiel real nur 8000 Kilobit verfügbar. Aber auch in Städten kann es vorkommen, dass 14.000 Kilobit das Maximum sind - dann kann der Anbieter nicht mehr liefern.

2. Die dem Anschluss maximal zugewiesene Geschwindigkeit: Im besten Fall nutzt der Anbieter das technische Maximum (siehe 1.) aus. Tatsächlich aber, so der aktuelle Computer-Bild-Test, bleiben die Anbieter häufig darunter.

3. Die individuellen Einstellungen von PC und Netzwerken: Hier liegt es am Nutzer, den Computer zu optimieren.

Warum werden die Verbindungen zu bestimmten Zeiten langsamer?

Internetnutzer, die viel surfen, merken es sofort: Zu bestimmten Stoßzeiten sinkt die DSL-Geschwindigkeit rapide. Quälend langsam wird es zwischen 18 und 21 Uhr, die schnellsten Datenraten dagegen werden nachts zwischen 3 und 5 Uhr erreicht.

Der Grund: Wenn viele Nutzer gleichzeitig online gehen (z.B. im Feierabend), kommt es an den Knotenpunkten zum Datenstau. Die Leitungen der Vermittlungsstellen sind vielerorts noch zu knapp dimensioniert. Aber die Anbieter treiben den Ausbau voran.

Gibt es regionale Unterschiede?

Oft sind die Leitungen in ländlichen Gebieten oder am Stadtrand langsamer als in Großstädten. Aber es gibt Ausnahmen: Freiburg zum Beispiel hat Computer-Bild zufolge ein ganz besonders langsames DSL-Angebot. In vielen ländlichen Gegenden der neuen Bundesländer ist DSL langsamer als im Bundesdurchschnitt, und die DSL-Leitungen über die Telefonleitungen (wie bei Telekom, Arcor, Alice, Freenet etc.) sind im Schnitt langsamer als die DSL-Leitungen über die Kabelfernseh-Leitungen (z.B. Unity Media).

Computer-Bild fand auch positive Ausreißer nach oben: In Hamburg-Eimsbüttel beispielsweise wurde bei DSL 16.000-Anschlüssen 17.600 Kilobit gemessen.

Was kann man bei DSL-Tests alles messen?

Wenn man erst einmal erfahren will, mit wie viel Tempo man im Internet unterwegs ist, gibt es viele Online-Speedtests wie bei Computer-Bild. Die verraten - ohne weitere Analyse - die Down- und Upload-Rate. Tipp: Machen Sie mehrere Tests an unterschiedlichen Tagen und zu unterschiedlichen Zeiten, denn Schwankungen sind normal (siehe Punkt 2).

Zum Beispiel hier können Sie Ihr Tempo überprüfen. Wenn Ihr Ergebnis annähernd dem versprochenen Tempo entspricht - gut. Falls Sie aber deutlich darunter liegen, lohnt sich eine spezifische Ursachenanalyse mit einem Programm, das Computer-Bild hier kostenlos zur Verfügung stellt. So erfahren Sie, ob die langsame Geschwindigkeit an der Konfiguration Ihres PCs oder Netzwerks liegt - oder ob der Anbieter Ihnen zu wenig Tempo zuweist.

Hinweis: stern TV übernimmt keine Verantwortung für die Programme und kann auch keinen technischen Support bieten.

Wie kann man selbst sein DSL beschleunigen?

Wenn die von Ihrem Anbieter zugewiesene Geschwindigkeit in Ordnung ist, haben Sie offenbar Tempobremsen zu Hause. Grundsätzlich gilt natürlich, je mehr Daten (zum Beispiel Filme, große Programme) Sie übers Netz senden und empfangen, desto langsamer wird die Leitung.

Auf jeden Fall sollten Sie sicherstellen, dass Ihr WLAN verschlüsselt ist und nicht zum Beispiel Nachbarn heimlich ihr Netzwerk mitnutzen. Das würde nicht nur Ihre Leitung belasten - sondern könnte auch rechtliche Probleme bringen, wenn etwa über Ihr Netz kriminelle Taten begangen werden.

Für die Optimierung Ihrer Geräte gibt es diverse Programme. Auf der Heft-CD der aktuellen Computer-Bild-Ausgabe finden Sie zum Beispiel eine Testversion von "Tune-Up Utilities", das die PC-Einstellungen überprüft. Und mit dem Programm TCP Optimizer, das hier näher erläutert wird und kostenlos erhältlich ist, kann man das Netzwerk optimieren.

Hinweis: stern TV übernimmt keine Verantwortung für die Programme und kann auch keinen technischen Support bieten.

Was tun, wenn der Anbieter zu wenig Tempo liefert?

Den Geschwindigkeitscheck Ihres DSL-Anschlusses sollte man über einen längeren Zeitraum mehrmals, an unterschiedlichen Tagen und zu unterschiedlichen Zeiten, durchführen und protokollieren.

Bleibt das zugewiesene Tempo dauerhaft unter den Erwartungen, melden Sie das Ihrem Anbieter. Tatsächlich liegt manchmal ein einfacher Fehler vor, der schnell behoben wird. Aber Achtung: Keine teuren Technikerbesuche aufschwatzen lassen!

Falls sich nach einer Beschwerde nichts an der Datenrate ändert, verlangen Sie einen günstigeren Tarif. Die Anbieter reagieren völlig unterschiedlich: Einige sperren sich komplett, einige gewähren einen Rabatt, andere lassen den Wechsel zu, aber lassen dann die Mindestvertragslaufzeit von neuem beginnen.

Vor einem Anbieterwechsel empfiehlt es sich, bei den Nachbarn zu erkundigen, wie zufrieden sie mit Service und Leistung ihres Anbieters sind. Man will ja nicht vom Regen in die Traufe kommen ...

Hat man ein Recht auf einen Anbieterwechsel?

Bei vorzeitigen Kündigungswünschen stellen sich die Anbieter quer. Wenn man auf die viel zu geringen Leistungen verweist, berufen sie sich auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen, in denen meistens Klauseln wie "bis zu" stecken.

Dieses Verhalten findet Verbraucheranwalt André Malitzki unseriös. Wenn groß mit 16.000 geworben, aber nur verschämt auf das "bis zu" verwiesen werde, sei das eine Täuschung der Kunden. Ob man allerdings gegen den Vertrag rechtlich vorgehen kann, ist vom Einzelfall abhängig. Ziehe der Kunde tatsächlich vor Gericht, könne der Ausgang des Verfahrens Jahre dauern, sagt Malitzki.

Außerdem sitzt der Anbieter stets am längeren Hebel: Er kann entscheiden, ob er die Leitung überhaupt für einen anderen Anbieter freigibt.

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