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29. Juli 2008, 09:10 Uhr
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"Wir werden an der Tür stehen und anklopfen"

Seine Hoheit Ahmed bin Said Al Maktoum, Chef von Emirates Airline, managt Dubai wie eine Firma. Nebenbei ist er Chef der zivilen Luftfahrtbehörde und steht einer Versicherung, einer Ölgesellschaft und mehreren Hotels vor. Gerade hat er den ersten Airbus A380 in Empfang genommen. Mit stern.de spricht er über seine Expansionspläne.

Scheich Ahmed bin Said Al Maktoum, 49, Chairman and CEO von Emirates Airline: "Unser Herrscher sagt: Seid positiv - und das sind wir"© Maurizio Gambarini/DPA

Scheich Ahmed, wie kamen Sie zum Fliegen?

Ich hatte keine persönliche Verbindung zum Fliegen. Ich wurde ernannt. Der Herrscher wollte eine Fluggesellschaft, weil wir kein Öl haben. Wir wollten Touristen anlocken."

Das gelingt Ihnen inzwischen so gut, dass Ihre europäischen Konkurrenten Angst bekommen. Muss sich etwa die Lufthansa vor Ihnen fürchten?

"Wir hatten niemals Streit mit Lufthansa. Erst seit Kurzem spüren wir, dass Lufthansa uns nicht gerne in Deutschland haben möchte. Aber dabei ist doch deren Hub Frankfurt. Das ist traurig. Lufthansa darf doch auch von jedem Ort in Deutschland Dubai anfliegen."

Sie würden also gerne weitere Städte in Deutschland mit Dubai verbinden?

"Wir sind stolz, dass wir vier Flughäfen in Deutschland anfliegen dürfen. Aber wir wundern uns, dass es nicht mehr sind, etwa Stuttgart oder Berlin. Die Flughäfen wollen uns, die Bundesländer wollen uns. Aber als wir uns entschieden hatten, die beiden Städte anzufliegen, sagte man uns, das ginge nicht. Aber: Wir werden immer an der Tür stehen und anklopfen."

Haben Sie nicht in Dubai einige unfaire Vorteile gegenüber der Konkurrenz, etwa die Steuerfreiheit?

"Unser Vorteil ist, dass Dubai so ein attraktiver Standort ist. Natürlich sagen alle: Ihr zahlt keine Steuern. Aber das gilt doch auch für alle anderen Airlines, die hier arbeiten. Und für Kerosin zahlen wir den international üblichen Preis. Uns tun die hohen Preise genauso weh wie anderen Airlines."

Und Dubai liegt in einer unruhigen Weltgegend. Kann das Ihr Wachstum behindern?

"Über eine Krise in der Region mache ich mir keine Gedanken. Natürlich würde uns das betreffen, aber es wäre nicht für immer. Seit es Emirates gibt, haben wir viele Probleme überstanden: drei Golfkriege und viele andere Krisen. Es hat uns nicht aufgehalten. Wir müssen mit dem Risiko leben, weil wir die Geschehnisse nicht beeinträchtigen können. Unser Herrscher sagt: Seid positiv - und das sind wir. Wir hören einfach nicht hin. Wenn man auf jedes Gerücht reagiert, verbringe man seine ganze Zeit mit Notfallplänen. Niemand würde an den wichtigen Dingen arbeiten."

In den Nachbaremiraten von Dubai gibt es viele Fluggesellschaften, die Ihre Pläne nachahmen. Was halten Sie von der Konkurrenz?

"Es ist doch normal, dass jeder unseren Erfolg kopiert. Wir denken nicht darüber nach, was die anderen machen. Wir machen einfach unser Geschäft. Soll ich mich darüber Aufregen, dass in Qatar und anderswo ähnliche Airlines entstehen? Wenn mich das frustrieren würde, blieben wir stehen. Und nur wenn man stehen bleibt, können einen die anderen einholen."

Wie wollen Sie sich von diesen Konkurrenten abheben?

"Fast alle Fluggesellschaften fliegen die gleichen Flugzeuge. Um uns zu unterscheiden, setzen wir auf Qualität und besonderen Service. Zum Beispiel werden unsere neuen A380 Duschen in der ersten Klasse an Bord haben."

Werden diese Maschinen irgendwann auch mal von Deutschland starten?

"Wir würden die A380 sehr gerne von allen unseren deutschen Zielen aus einsetzen."

Interview: Jan Boris Wintzenburg
KOMMENTARE (4 von 4)
 
BreadMan (28.07.2008, 23:17 Uhr)
@Muemmelfrau
Wäre das Managment von LH bei Emirates, gäbe es wohl keine anderen Airlines mehr. Auch wenn bei Mayrhuber und Co längst nicht alles Gold ist, was glänzt und deren sehr kapitalmarktorientierte Firmenpolitik außerordentlich schlecht für das Unternehmen ist (auf Dauer), so haben die Emirates'ianer doch eine ganze Reihe Standortvorteile, zu denen u.a. kaum vorhandene Arbeitnehmerschutzgesetze zählen, Personalhandling nach Belieben, niedrige Handlinggebühren, keine Nachtflugverbote, keine Umweltbeschränkungen, flüssiges Geld ohne Ende, beinahe unbeschränkter Zugriff auf Arbeitskräfte aus umliegenden Krisengebieten etc. pp. Für deutsche/europäische Verhältnisse steht LH ziemlich gut da und insofern, liebe Muemmelfrau, sollte man schon etwas Ahnung haben, bevor man zu diesem Komplex derart vom Leder zieht. Emriates ist eine sehr gute Fluggesellschaft, die es aber wie der berühmte Königssohn immer leicht hatte im Leben. Aber auch Emirates hat seine Schwächen...
CeeTo (28.07.2008, 20:21 Uhr)
-.-
Gute Geschäftseinstellung.
Schön zu lesen.
muemmelfrau (28.07.2008, 20:08 Uhr)
recht locker
recht locker der herr von emirates spitze :-)) sehr sympatisch.
davon abgesehen, wenn man mal mit emirates geflogen ist und nur schon alleine die holzklasse mit der von LH (lufthansa) vergleicht, emirates ist um klassen besser...da fragt man sich wieso die lufthansa und deren mitarbeiter auf einem solch hohen ross sitzen. Würden die mal ihre nase etwas senken, dann könnten die sehen das sie im internationalen vergleich echt scheisse sind. und das liegt sicher nicht an den "hohen" steuern hier in deutschland.
schlechtes managment bei LH und gutes bei Emirates und anderen, da liegt der hund begraben.
johnniedeamonic (28.07.2008, 18:50 Uhr)
hui
hui....erst die große titelseiten werbung in 3 meiner abonierten tageszeitungen und nun dasselbe auf alen größeren online portalen,
tja,
wenn die emirate geld irgendwo reinpumpen ;)
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