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30. Juli 2009, 11:20 Uhr

Maschinenbau kommt nicht aus der Krise

Es ist die schwerste Krise im Maschinenbau seit 60 Jahren, und sie nimmt kein Ende. Im Juni sind die Auftragseingänge erneut um 46 Prozent eingebrochen. Damit blieb die für den Sommer erhoffte Wende aus. Bis Jahresende droht nun die Streichung von Zehntausenden Stellen.

Maschinenbau, Auftragseinbruch, VDMA, Einbruch bei Aufträgen

Die Maschinenbauer bekommen die Konjunkturkrise dramatisch zu spüren. Seit einem Jahr gehen die Aufträge kontinuierlich zurück© Patrik Stollarz/DDP

Der deutsche Maschinenbau steckt weiter tief in der Krise. Der Auftragseingang ist im Juni um 46 Prozent gefallen, wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Auch im gesamten Halbjahr liege das Minus nun auf dieser Höhe. Es deute sich leider noch keine Entspannung an, sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers.

"Es ist ganz schwer abzuschätzen, wann es bergauf geht", sagte auch VDMA-Hauptgeschäftsführer Hannes Hesse. Positive Signale für eine Belebung der Wirtschaft kämen noch nicht an. "Wir wissen, dass eine Menge Projekte in der Pipeline sind, aber sie gehen bislang nicht in den Auftragseingang hinein."

In den ersten sechs Monaten gingen die Aufträge im Inland um 43 Prozent zurück, im Ausland sogar um 48 Prozent. Solange sich die Lage im größten Einzelmarkt, den USA, nicht bessere, bleibe die Lage für die exportorientierte Branche schwierig, erklärte Hesse. Das Exportvolumen in die USA sei in den ersten sechs Monaten um 23,6 Prozent gesunken. Zudem sei die Situation auch in Europa, wohin 60 Prozent der Exporte gingen, und auch in Russland weiter schwierig.

Dabei haben die Maschinenbauer in den vergangenen Monaten noch von alten Aufträgen profitiert, die zunächst abgearbeitet wurden. "Ich gehe davon aus, dass wir die Produktionsprognose halten können", sagte Hesse. Der Verband rechnet 2009 mit einem Rückgang der Produktionsmenge von zehn bis 20 Prozent, wobei dem VDMA-Chef zufolge ein Wert zwischen 15 und 20 Prozent wahrscheinlich ist. "Momentan liegen wir etwa bei minus 17/18 Prozent." Hesse bekräftigte zudem, dass die Unternehmen 2009 wohl bis zu 60.000 Stellen streichen werden. "Bis Mai haben wir einen Abbau von 18.000 Stellen."

Damit ist die erhoffte Besserung im Maschinenbau auch im Juni ausgeblieben. Vor kurzem hatte der VDMA noch die Hoffnung geweckt, dass die Talsohle erreicht sei und es wieder aufwärtsgehe. "Die Geduld der Maschinenbauer wird auf eine harte Probe gestellt", sagte Chefvolkswirt Wiechers.

Mit knapp einer Million Beschäftigten zählt der deutsche Maschinenbau zu den wichtigsten Industriezweigen des Landes und zu den größten Arbeitgebern. Die Branche hat einen fünf Jahre andauernden Boom hinter sich, seit einem Jahr gehen die Aufträge aber kontinuierlich zurück.

Reuters/AP/DPA
 
 
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