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15. Januar 2010, 13:42 Uhr

GM setzt Reilly ans Opel-Lenkrad

Mit einer neuen Führungsriege soll der angeschlagene Autobauer Opel aus der Krise fahren. Ab sofort übernimmt GM-Europachef Nick Reilly das Steuer. Schon bald wird der 60-jährige Brite sein Sanierungskonzept vorlegen.

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Übernimmt das Steuer bei Opel: der Brite Nick Reilly© Fredrik von Erichsen/DPA

Nick Reilly, Europachef der Konzernmutter General Motors (GM), führt ab sofort auch Opel. Der Aufsichtsrat ernannte den 60 Jahre alten Briten am Freitag zum neuen Vorsitzenden der Geschäftsführung der Adam Opel GmbH. Reilly stellte zudem sein neues Management-Team vor. Aufsichtsratschef Walter Borst: "Die neue Führungsmannschaft hat die volle Unterstützung des Aufsichtsrates."

Die Opel-Geschäftsführung hat künftig inklusive Reilly sieben Mitglieder. Neu im Team sind nach Unternehmensangaben Rita Forst (Entwicklung) und Mark James (Finanzen). Als Geschäftsführer bestätigt wurden Reinald Hoben (Fertigung), Holger Kimmes (Personal), Tom McMillen (Einkauf) und Alain Visser (Verkauf und Marketing). Mit seiner Ernennung zum Opel-Chef schied Reilly zugleich aus dem Aufsichtsrat des Rüsselsheimer Unternehmens aus.

Demant wechselt nach Detroit

Sein Vorgänger Hans Demant war wie erwartet am Morgen zurückgetreten, bleibt aber im Konzern. Der 59-Jährie, der seit 2004 an der Opel-Spitze stand, ist künftig dafür zuständig, weltweit die Produktrechte der Opel-Mutter GM zu überwachen. Dafür wurde der neue Posten eines Vize-Präsidenten für weltweite Technologierechte geschaffen.

Der Autobauer kämpft seit mehr als einem Jahr um sein Überleben. Im November 2008 bat Opel nach Absatzeinbruch und massiven Verlusten den Staat um Hilfe. Der spätere Versuch eines Verkaufs an den österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna scheiterte im November vergangenen Jahres, weil sich die Konzern-Mutter in Detroit in letzter Minute anders entschied und Opel doch lieber selbst sanieren will.

Wieviel Opelaner müssen gehen?

Mit der neuen Führung hofft Opel nun auf die Trendwende. Reilly will nach früheren Angaben bis Ende Januar ein Sanierungskonzept vorlegen. Das Konzept ist die Grundlage für Verhandlungen über Staatshilfen. GM hatte den Bedarf auf 3,3 Milliarden Euro beziffert, rund 2,7 Milliarden Euro sollen nach den Vorstellungen von GM die Regierungen der Länder aufbringen, in denen Opel Standorte hat. In Deutschland hofft Opel auf Hilfe vom Bund sowie von den Ländern Hessen (Standort Rüsselsheim), Nordrhein-Westfalen (Bochum), Rheinland-Pfalz (Kaiserslautern) und Thüringen (Eisenach).

GM hatte angekündigt, im Zuge der Opel-Sanierung in Europa bis zu 9000 von 48.000 Stellen zu streichen, einen Großteil davon in Deutschland. Von der Belegschaft verlangt der Konzern über Lohnverzicht einen Sanierungsbeitrag von jährlich 265 Millionen Euro. Die Arbeitnehmer sind prinzipiell zu Zugeständnissen bereit, haben diese aber an einen Forderungskatalog geknüpft.

Kurzarbeit für 12.000 Mitarbeiter

Gut 12.000 Opel-Mitarbeiter in Deutschland und damit die Hälfte der inländischen Belegschaft sind im Januar und Februar zeitweise von Kurzarbeit betroffen. Die Produktion werde wegen geringerer Nachfrage und des Wegfalls der Fertigung eines Saab-Modells in Rüsselsheim gedrosselt, bestätigte ein Unternehmenssprecher einen entsprechenden Bericht der "Süddeutschen Zeitung". Am stärksten betroffen ist das Werk Bochum.

Wirtschaftlich geht es nach Reillys Prognose mit Opel frühestens 2011 bergauf. Er sei zuversichtlich, dass Opel dann profitabel sein könne. Im laufenden Jahr werde Opel die Krise auf dem westeuropäischen Automarkt nochmals zu spüren bekommen. 2009 verkauften Opel und die britische Schwestermarke Vauxhall rund 1,2 Millionen Autos nach 1,4 Millionen Stück im Jahr zuvor.

DPA/APN
 
 
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