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30. Oktober 2007, 08:04 Uhr
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"Bahn betreibt Psychoterror"

GDL-Chef Manfred Schell gibt sich auch in seiner Kur kämpferisch: Trotz des "Psychoterrors" der Bahn, werde seine Gewerkschaft den Tarifstreit gewinnen", sagt er im stern-Interview. Darin berichtet er auch von massiven Drohungen gegen sich und die Lokführer.

Das Angebot der Bahn, einmalig 2000 Euro an die Lokführer zu zahlen, bezeichnet GDL-Chef Schell als "Volksverblödung"© Bernd Kammerer/AP

Manfred Schell, Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), ist zuversichtlich, den Tarifstreit mit der Bahn zu gewinnen. "Wir stehen diesen Arbeitskampf durch", sagte der GDL-Vorsitzende in einem Interview dem stern, das er während seiner Kur in Radolfzell gab. Das Angebot der Bahn, einmalig 2000 Euro zu zahlen, bezeichnete er als "Volksverblödung". Dies sei "Geld, das den Kollegen ohnehin schon gehört", so Schell. Er begründet dies damit, dass die Bahn Überstunden nicht vergütet, sondern dieses Geld angelegt hätte.

Schell beschuldigte die Bahn, "Psychoterror" zu schüren. "Die Abmahnungen und die Kündigungen wird die Bahn zurücknehmen müssen", so der GDL-Chef zum stern. Bahn-Personalchefin Margret Suckale kritisierte er als eine "Außerirdische", die die Eisenbahnerfamilie zerstört hätte.

In dem Gespräch berichtet Schell auch über Drohungen von Bürgern gegen die Lokführer-Gewerkschaft. "Es gab Drohungen gegen mich, Drohungen gegen Angestellte von uns, es hieß schon: Der Nächste, der das Haus verlässt, wird abgeknallt. Es gab Bombendrohungen. Es gab Anrufe: 'Der Schell wird seine Rente nicht mehr erleben!'", so der 64-Jährige. Er lasse sich dadurch aber nicht aus der Ruhe bringen.

Vorwürfe, er habe sich mitten während des Arbeitskampfes in die Kur verabschiedet, wies der GDL-Chef zurück. "In bin nicht weg, ich bin rund um die Uhr erreichbar", so Schell. Falls die Bahn "mit einem neuen, einem wirklichen Angebot" komme, würde er sofort zu den Verhandlungen eilen.

Auch Privates verrät der Gewerkschaftschef dem stern: Noch immer schwärmt er für Ferrari-Sportwagen. Als er sich seinen ersten gekauft habe, hätte seine Frau ihn aber gewarnt: "Hast du noch alle Tassen im Schrank?" Nachdem er dann seinen Wagen bei Tempo 120 an die Leitplanke gesetzt habe, sei das Abenteuer Ferrari, so Schell, für ihn inzwischen allerdings beendet.

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KOMMENTARE (10 von 37)
 
andiniezen (31.10.2007, 20:15 Uhr)
LKW
Fahre LKW bin jetzt schon ständig unter Termindruck ( Polizei und mein Lademeister ) hänge die ganze woche auf Rastplätzen rum und muß lenkzeiten einhalten!!!! Liebe GDL liebe Lokführer so schlecht geht es euch nicht einigt euch sonst muß ich ja noch mehr fahren weil sich immer mehr Güterverkehr auf die Straße verlagert.
Ursula8 (31.10.2007, 19:55 Uhr)
niedriges Niveau der GDL
so ist das wohl, wenn einem die sachlichen Argumente ausgehen. Hier mal ein paar Fakten:
1. Lokführer verdienen mit ca. 2.000 EUR brutto etwas über dem Durchschnitt.
2. Mit 4,5 % mehr Gehalt wäre der beste Tarifabschluss in Deutschland in 2007 erreicht
3. Die Bahn hat bereits 5 Angebote auf den Tisch gelegt
4. Die Bahn hat sogar einen eigenen Tarifvertrag für die GDL angeboten
5. Die GDL ist nicht zu Verhandlungen bereit
troller (31.10.2007, 18:50 Uhr)
So
schön, wie das Bild von der "starken" Gewerkschaft, die sich "nur" für ihre Mitglieder einsetzt, auch sein mag, trifft es doch gerade für die GDL nicht zu. Das relativ plötzliche Feststellen, daß die Mitgleder zu wenig verdienen würden, sowie das, nun, sagen wir mal, kernige Auftreten im verbalen Bereich, können nicht darüber hinwegtäuschen, daß es der verzweifelte Kampf um die eigene Daseinsberechtigung der GDL-Führung ist, was diesen "Arbeitskampf" antreibt. Schon die unprofessionelle Vorgehensweise und das pausenlose Robin-Hood-Gehabe ist mehr als peinlich. Als Arbeitgeber kann man solche Arbeitnehmer-Vertreter nur schwer ernst nehmen. Pech für die Mitglieder.
kralli19 (31.10.2007, 12:47 Uhr)
DGB distanziert sich ?
Das ist ja ne Auszeichnung für die GDL. Ich hab mich auch distanziert vom DGB bzw. Verdi, nachdem ich deren Abschlüsse "genießen" durfte, welche sie bei der IGZ / BZA abgesgenet haben oder den Kompromiss gesehen habe, den sie für die Telekom ausgehandelt hat - Verraten und Verkauft ist man mit denen. Hier bei uns in der Stadt hat man in einem Autohaus offenen Tarifvertragsbruch begangen, und keiner hat sich gewehrt ! Weder die Betroffenen Mitarbeiter aus Angst um ihren Job noch die IGM, das die sich mal bewegt hätten. Noch dazu die sog. "Christliche Gewerkschaft", der schon der Name Hohn spricht: Arbeitgeber und Politiker als Mitglieder handeln mit anderen Arbeitgebern Löhne für die Arbeitnehmer aus und dumpen so die Preise ins Bodenlose nach unten.
Die Medien tun ihr übriges dazu, sehr durchschaubar.."Auf breiter Front bröckelt die Zustimmung..." - ist klar, wenn man halt nur solche Leute in den Medien zitiert und die Befürworter komplett aussen vor lässt.
Ich drück der GDL und den Lokführern die Daumen, volle SOLIDARITÄT, auch wenns einem mal selber weh tut.
Marsmen (31.10.2007, 09:18 Uhr)
Rechnung schreiben
Irgendwo sollte irgendwer eine große Rechnungs-Anlaufstelle aufmachen, wo jeder im Land seine Kosten für diese Verschwendung von Volksvermögen anzeigt, eine Schuldenuhr zeigt dann Schell und Genossen, was seine Eitelkeit, Arroganz und Bornierheit dieses Land täglich kostet und zu Weihnachten bekommt die GDL die Rechnung. Nicht einmal die eigenen Gewerkschaftskumpel werden scheinbar mit diesem Denkmalpfleger fertig, der sich nun auch mit seiner Wortwohl dahin rangiert, wo er hingehört - aufs Abstellgleis.
embe (31.10.2007, 08:54 Uhr)
Dispualifiziert
Ich bin weiß Gott kein Freund der Bahn aber hier kann ich den Standpunkt durchaus nachvollziehen. Diese Gewerkschaft, bzw. dessen Führung glänzt vornehmlich durch inkompetenz und wird seinen Mitgliedern über kurz oder lang damit einen "Bärendienst" leisten.
Ich habe bis dato noch nicht einmal, ausser polemischen Äusserungen handfeste Argumente vernommen, die diese Forderungen rechtfertigen. Wo ist der Unterschied zu Taxi-, LKW-,Busfahrern im privaten und ÖPNV ? Bei diesem Verhandlungsgeschick würde ich auch dichtmachen.
TomH (31.10.2007, 08:13 Uhr)
Schade, Schade
... das dieses Thema immer unsachlicher diskutiert wird. Und das gilt sowohl für dieses Forum als auch für die aktiv Beteiligten.
Die Kommentare des Herrn Schell sind mittlerweile beim untersten Stammtisch-Niveau angekommen und die Deutsche Bahn scheint weiter eine gezielt manipulative Kommunikations-Strategie zu fahren.
So KANN kein vernünftiger Kompromiss entstehen...
Pamela_1971 (30.10.2007, 21:10 Uhr)
@ heiner5362
Die Zeiten, in denen mislliebige Menschen ins "Arbeitslager" geschickt wurden, sind zum Glück vorbei - und so wird es hoffentlich auch bleiben. Ich bin alles andere als eine Freundin des Bahnvorstands - aber der Wunsch, diesen "ins Arbeitslager" zu schicken, geht eindeutig zu weit, und außerdem völlig an der Sache vorbei. -- Das Problem ist hier ja auch nicht etwa, dass Herr Mehdorn zu viel verdient, ein zu schönes Leben hat, oder dass Herr Schell gerne Ferrari fährt. Ihnen allen sei dies von Herzen gegönnt! Es geht nur darum, dass die LokführerInnen auch den ihnen zustehenden Teil vom großen Kuchen abbekommen. Und deshalb streiken sie, und das völlig zu Recht.
heiner5362 (30.10.2007, 18:31 Uhr)
naja
es lässt sich trefflich verhandeln, wenn man als vorstand ehedem 300.000€ jährlich, aber nun 250.000€ MONATLICH bezieht.
da dürften doch die geforderten "PEANUTS" der für hunderte fahrgäste verantwortlichen zugführer nicht so ins gewicht fallen. hat mehdorn schichtdienst ?
nein es geht um macht und machterhalt.
ich empfehle der GdL einmal 5 wochen pause zu machen.
und das verkrustete establishment der bahn ins arbeitslager zu schicken,um zu merken wie es sich "unten" anfühlt.
ich vertraue wenn ich eine bahn besteige mein leben dem lokführer an
wie einem arzt oder jetpiloten.
und das sollte honoriert werden.
ich wette 100 : 1 das mehdorn KEINE bahn fährt.
die abgehobene klasse lässt fliegen.
maden im speck.
troller (30.10.2007, 18:13 Uhr)
Redaktion
Sie haben recht. Wenn man beruflich und familiär mit diesem Thema direkt konftrontiert ist, sollte man es nicht an Unbeteiligten auslassen. Sorry.
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