Microsoft schockt mit massivem Einbruch

24. Juli 2009, 07:19 Uhr

Das Ausmaß überraschte selbst Experten: Software-Gigant Microsoft hat einen Gewinneinbruch von fast 30 Prozent erlitten. Erstmals seit dem Börsengang 1986 beendete der Konzern damit ein Geschäftsjahr mit einem Umsatzminus. Das Microsoft-Ergebnis gilt als wichtiger Gradmesser für die Wirtschaft insgesamt.

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Microsoft rechnet damit, dass die Krise bis 2010 anhält©

Den weltgrößten Softwarekonzern Microsoft haben die Wirtschaftskrise und die Flaute am PC-Markt weit drastischer getroffen als erwartet. Der Gewinn brach im vergangenen Quartal um fast 30 Prozent auf 3,0 Milliarden Dollar (2,1 Milliarden Euro) ein. Der Umsatz fiel um 17 Prozent auf 13,1 Milliarden Dollar. Erstmals seit dem Börsengang 1986 beendet Microsoft damit ein Geschäftsjahr mit einem Umsatzminus.

Mit seinen Zahlen für das Ende Juni abgeschlossene vierte Geschäftsquartal verfehlte der Konzern die Erwartungen der Analysten klar. Drei Monate vor dem mit Spannung erwarteten Start des neuen Betriebssystems Windows 7 zeigten sich Anleger massiv enttäuscht. Microsoft-Titel stürzten am Donnerstagabend nachbörslich um rund acht Prozent ab.

"Es gibt ein paar Anzeichen, dass wir zumindest das Schlimmste hinter uns haben", sagte Finanzchef Chris Liddell. Doch trotz der möglichen Stabilisierung gab er für den Rest des Jahres keine wirkliche Entwarnung: Eine wirtschaftliche Besserung sei erst 2010 zu erwarten. Der Konzern tritt nun noch mehr auf die Kostenbremse.

Das Abschneiden von Microsoft gilt als wichtiger Gradmesser für die weitere Entwicklung der Technologiebranche aber auch für die Wirtschaft insgesamt, weil praktisch alle Unternehmen Computer nutzen. Andere IT-Giganten wie IBM und Intel hatten zuletzt mit ihren Prognosen für vorsichtigen Optimismus gesorgt.

In Deutschland fiel das Microsoft-Geschäft besser als konzernweit aus. "Deutschland läuft gut. Wir wachsen", sagte Landeschef Achim Berg. Bei den Firmenkunden hätten zuletzt besonders die Finanz- und die Chemiebranche deutlich zugelegt - ebenso Ämter und Verwaltungen. Deutschland ist für Microsoft nun nach Umsatz der drittgrößte Markt hinter den USA und Japan. Gerade wurde Großbritannien überholt. Konkrete Zahlen nennt der Konzern für einzelne Länder nicht.

Große Hoffnungen setzt Microsoft auf sein neues Betriebssystem Windows 7, das ab 22. Oktober für Endkunden zu haben ist. Weltweit laufen etwa 90 Prozent aller Personalcomputer mit einem Microsoft- System. Die derzeitige Version Windows Vista hatte enttäuscht.

Im gesamten Geschäftsjahr 2008/2009 (30.6.) fiel der Umsatz um drei Prozent auf 58,4 Milliarden Dollar. Der Gewinn sackte um fast 18 Prozent auf 14,6 Milliarden Dollar ab. In allen großen Microsoft-Bereichen sanken die Umsätze und Ergebnisse im zweiten Quartal. Die Windows-Sparte traf es mit am härtesten: minus 29 Prozent bei den Erlösen und ein Drittel weniger Gewinn. Allerdings verzerrte der Wechsel zu Windows 7 die Zahlen etwas.

Gefahr droht dem neuen Windows vom Rivalen Google, der für nächstes Jahr ein eigenes Betriebssystem unter dem Namen Chrome OS angekündigt hat. Umgekehrt startete Microsoft mit seiner neuen Internetsuche Bing erst Anfang Juni einen neuen Angriff auf den Google-Konzern, der hier mit deutlichem Abstand Marktführer ist.

Im Kampf gegen Google verhandelt Microsoft zudem Medien zufolge noch immer mit dem Internet-Konzern Yahoo! über eine Kooperation. In der Nacht zum Freitag sollte laut "Wall Street Journal" darüber die Spitze von Yahoo! beraten. Eine Übernahme von Yahoo! durch Microsoft war im vergangenen Jahr spektakulär gescheitert.

Microsofts Ergebnis belasteten auch Kosten für den Konzernumbau. Der Softwareriese streicht derzeit erstmals in seiner Geschichte 5000 Stellen. Ganz anders das Bild beim Erzrivalen Apple. Der iPhone- und Computer-Hersteller vermeldete gerade erst ein sattes Plus bei Gewinn und Umsatz.

DPA
 
 
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KOMMENTARE (9 von 9)
 
gmathol (25.07.2009, 01:14 Uhr)
@cocoa_magazin
Fahre zu Testzwecken (Entwickler) Vista und die Beta Version von Windows 7 installiert in einer Virtual PC Box (frei verfuegbar bei Microsoft) unter Windows XP.
Merkwuerdigerweise laeuft Vista dann selbst auf einem 512 MB Notebook - die virtuellen Hard-Disks kann man beliebig duplizieren und per Copy Befehl dort installieren wo man sie benoetigt. Auch der Installationsprozess man rebooted nicht mehr die Hardware sondern nur den Virtuellen PC verlaeuft angenehm und selbst mit Vista erstaunlich schnell.
Sollten die Geruechte stimmen wir SUN seine Virtual Box auf fuer das neue Google Betriebssystem einrichten.
Tada, dann lebt sogar die Alt-Hardware wieder auf.
Juris1 (24.07.2009, 09:07 Uhr)
Keine Überraschung
In der Ökonomie ist es nun einmal so, dass es nicht ständig berauf gehen kann. -
Das Wohlergehen der Menschheit jedoch am Markt festzumachen ist einfach nur (Entschuldigung)dämlich.
-
Die Frage, weshalb es bei MS zu Gewinneinbrüchen kommt, ist einfach zu beantworten.
Das Marktmonopol "Software" ist ein wenig aufgebrochen. Konkurrenz belebt das Geschäft. Wer mit teueren Softwarelösungen handelt, die es anderswo gratis gibt, kann einfach keine gute Erfolgsquote einfahren.
-
Die Zeiten der Marktvorherschaft von Microsoft ist vorbei. Auch den schlechten Ruf ist MS nicht los geworden.
Auch dies führt dazu, dass sich Kunden häufig umorierentieren.
brainuser (24.07.2009, 08:47 Uhr)
By the way:
Kann mir jemand erklären, was gestern gegen 15:30 mit dem DAX/Tec-DAX passiert ist?
lazarus06 (24.07.2009, 08:44 Uhr)
Man kann diesen Mist nicht mehr lesen
Wenn die " GEWINNERWARUNG " nicht erfuellt wird ist Grabesstimmung..bitte wohin will die Wirtschaft wachsen,das System ist komplett falsch denn das Wohlbefinden eines ganzen Landes ja der Welt wird am DAX festgemacht und daran wie schnell das Kapital der Megareichen waechst,waehrend die restlichen Erdbewohner trotz Vollbeschaeftigung als Gewinner des Globalen Wettbewerbs verhungert im Erdloch liegen,da ihnen ein gerechter und angemessener Lohn vorenthalten wird.Hat sich schon mal einer Gedanken gemacht wer die tollen Produckte kaufen soll wenn kaum noch einer Geld erwirtschaften kann .... Das Monopoli ist um und unsere Superreichen braeuchten ein neues zweites Spielbrett um ihr vieles Geld zu " INVESTIEREN" . ADMIN... loeschen falls der Kommentar zu Anstoessig ist :-)
brainuser (24.07.2009, 08:43 Uhr)
Ach du meine Güte!
Nur noch knapp 15 Milliarden Dollar Gewinn. Das ist wirklich verdammt traurig ;).
.
Dieses blöde Analysten-Gewäsch nervt. Ebenso die Presse, die es einfach nachplappert. Sollte sich der Trend, bereinigt um Faktoren der Finanzkrise und Wechselkurs-Fluktuationen, über mehrere Quartale, bzw. Jahre fortsetzen, könnte man mal nachdenklich werden.
.
Nicht zu glauben. Aber Hauptsache Schlagzeile im Programm.
Silbador (24.07.2009, 08:27 Uhr)
Warum wohl?
Nichts lässt sich leichter hinauszögern, als das Revisionieren von Software. Ob ich meine Briefe mit Word2003 oder einer neueren Version fabriziere sieht man später dem Ausdruck nicht an. Das Gleiche gilt für Excel, Powerpoint usw..
Auch beim Betriebssystem ist man mit WinXP immer noch gut dran und kann auf Vista gut und gerne verzichten. Wer keine neue Hardware erwirbt, die mit Zwangsheirat an Vista gebunden ist, bleibt eben auch beim Alten.
Wenn Fortschritte und Verbesserungen in neuen Versionen erkennbar werden, werden diese auch wieder gekauft.
kabelmann (24.07.2009, 08:15 Uhr)
Microsoft hat
sich mit Windows ein Quasimonopol gebastelt, das Betriebssystem war auf allen Rechnern vorinstalliert. Schritthalten konnte nur Apple und das im großen Stil auch nur in den USA.
.
Jetzt hat man Microsoft in den letzten Monaten und Jahren langsam aber sicher das Wasser abgegraben (zu Rechtt), das Unternehmen steht auf einmal da und muss sich in vielen Teilen einer starken Konkurrenz entgegenstellen. Da ist es doch nicht verwunderlich, dass das Lotterleben vorbei ist?
screne (24.07.2009, 08:04 Uhr)
Oh na das kam jetzt unerwartet
"Das Ausmaß überraschte selbst Experten"... Na sowas. Dachten die, Microsoft hätte ein Patent auf steigende Gewinne oder wie haben die sich das vorgestellt. Wenns ständig aufwärts geht, gehts auch mal abwärts.
cocoa_magazin (24.07.2009, 07:52 Uhr)
Kein Wunder
Microsoft als Gradmesser für die Wirtschaft zu sehen ist gewagt! Microsoft macht einfach seine Aufgaben nicht, nämlich die Basisprodukte zu perfektionieren, anstatt ihnen immer unsinnigere Funktionen zu geben. Der letzte negative Höhepunkt war die Änderung eines Standards (Word: ".doc") in ein neue Format. Einfach unglaublich. Der Benutzer wünscht sich fehlerfreie und schnelle Werkzeuge. Schaut man sich einmal das neue Outlook 2008 an, wird einem schwindelig! Übersicht ist gefragt und nicht Irrsinn!
Warum sollte ich für Windows7 überhaupt Geld bezahlen, wenn ich Vista besitze?
Microsoft wird Windows7 in Deutschland ohne Updatemöglichkeit ausliefern! Das ist Wahnsinn! Niemand installiert freiwillig Tagelang ein System neu!
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