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23. Januar 2009, 16:15 Uhr

Bund will Macht übernehmen

Weiterer Vorstoß zur Rettung der Hypo Real Estate: Die Bundesregierung will offenbar mehr Einfluss bei dem angeschlagengen Immobilienfinanzierer und deshalb ihre Anteile auf über 50 Prozent aufstocken. Allerdings könnten dazu Gesetzesänderungen nötig sein.

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Die Hypo Real Estate hat seit Seit Oktober bereits 92 Milliarden Euro an Geld und staatlichen Garantien erhalten© Michael Sohn/AP

Der Staat will beim angeschlagenen Finanzkonzern Hypo Real Estate (HRE) künftig allein das Sagen haben. Der Bund strebe eine deutliche Aktienmehrheit von über 50 Prozent bei dem börsennotierten Immobilien- und Staatsfinanzierer an, berichtet die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf Finanzkreise. Am Freitag tagte in Berlin der Lenkungsausschusses des staatlichen Bankenfonds SoFFin.

Grundsätzlich gebe es keine Zweifel mehr an einem Einstieg des Staates, heißt es weiter. Offen sei, wann die Entscheidung bekanntgegeben wird. Der Deal sei rechtlich sehr kompliziert, auch Gesetzesänderungen könnten notwendig sein.

Seit Oktober hat die Hypo Real Estate bereits 92 Milliarden Euro an Geld und staatlichen Garantien verschlungen. Ein Kollaps der HRE würde den weltweit angesehenen deutschen Pfandbriefmarkt beschädigen.

Damit der Bund die Mehrheit an dem Münchner Konzern übernehmen kann, müssten voraussichtlich dessen Grundkapital verdoppelt und das Finanzmarkt-Stabilisierungsgesetz für den Banken-Rettungsfonds geändert werden. Das begrenzt aktuell einen Einstieg des SoFFin auf maximal 33 Prozent, ohne dass die Aktionäre eingebunden werden müssen.

Durch einen Einstieg des Bundes würde sich der aktuelle HRE-Anteil des US-Großaktionärs J.C. Flowers von rund 25 Prozent wohl auf 10 bis 15 Prozent verringern, weil er eine Kapitalerhöhung nicht mitmachen will. Flowers hat - gemessen am aktuellen Börsenkurs der HRE - seit seinem Einstieg zu 22,50 Euro je Aktie im vergangenen Sommer mehr als 900 Millionen Euro in den Sand gesetzt.

Die im MDAX notierte HRE-Aktie fiel am Freitag zeitweise unter 1,60 Euro. Der Münchner Konzern war damit an der Börse nur noch rund 335 Millionen Euro wert.

DPA
 
 
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