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23. Januar 2009, 16:42 Uhr

Bund will Macht übernehmen

Weiterer Vorstoß zur Rettung der Hypo Real Estate: Die Bundesregierung will offenbar mehr Einfluss bei dem angeschlagengen Immobilienfinanzierer und deshalb ihre Anteile auf über 50 Prozent aufstocken. Allerdings könnten dazu Gesetzesänderungen nötig sein.

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Die Hypo Real Estate hat seit Seit Oktober bereits 92 Milliarden Euro an Geld und staatlichen Garantien erhalten© Michael Sohn/AP

Der Staat will beim angeschlagenen Finanzkonzern Hypo Real Estate (HRE) künftig allein das Sagen haben. Der Bund strebe eine deutliche Aktienmehrheit von über 50 Prozent bei dem börsennotierten Immobilien- und Staatsfinanzierer an, berichtet die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf Finanzkreise. Am Freitag tagte in Berlin der Lenkungsausschusses des staatlichen Bankenfonds SoFFin.

Grundsätzlich gebe es keine Zweifel mehr an einem Einstieg des Staates, heißt es weiter. Offen sei, wann die Entscheidung bekanntgegeben wird. Der Deal sei rechtlich sehr kompliziert, auch Gesetzesänderungen könnten notwendig sein.

Seit Oktober hat die Hypo Real Estate bereits 92 Milliarden Euro an Geld und staatlichen Garantien verschlungen. Ein Kollaps der HRE würde den weltweit angesehenen deutschen Pfandbriefmarkt beschädigen.

Damit der Bund die Mehrheit an dem Münchner Konzern übernehmen kann, müssten voraussichtlich dessen Grundkapital verdoppelt und das Finanzmarkt-Stabilisierungsgesetz für den Banken-Rettungsfonds geändert werden. Das begrenzt aktuell einen Einstieg des SoFFin auf maximal 33 Prozent, ohne dass die Aktionäre eingebunden werden müssen.

Durch einen Einstieg des Bundes würde sich der aktuelle HRE-Anteil des US-Großaktionärs J.C. Flowers von rund 25 Prozent wohl auf 10 bis 15 Prozent verringern, weil er eine Kapitalerhöhung nicht mitmachen will. Flowers hat - gemessen am aktuellen Börsenkurs der HRE - seit seinem Einstieg zu 22,50 Euro je Aktie im vergangenen Sommer mehr als 900 Millionen Euro in den Sand gesetzt.

Die im MDAX notierte HRE-Aktie fiel am Freitag zeitweise unter 1,60 Euro. Der Münchner Konzern war damit an der Börse nur noch rund 335 Millionen Euro wert.

DPA
KOMMENTARE (5 von 5)
 
knilch_59 (25.01.2009, 13:27 Uhr)
Von der Sehnsucht nach der Katastrophe
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wie solche Typen wie @ganzbaf bin ich weit entfernt und kann auch nur warnen. Bevor man etwas kaputt macht, sollte man erstmal gründlich nachgesehen haben, was drin ist! Sonst sind solche basisdemokratischen Fundamentallinken die Ersten, die gleich wieder nach dem Staat rufen, den sie dann doch zugleich wieder abschaffen möchten.
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Ja, es zeigt sich, dass die Banken zuviel Macht haben, oder, noch spitzfindiger: Die Banken sind mit der Macht, die sie hatten, nicht verantwortungsvoll genug umgegangen. Aber davon, dass jetzt einige davon pleite gehen, würde sich daran nichts ändern. Es sei denn, man würde unterstellen, dass die Banken, die dann überlebt hätten, das geschafft hätten, weil sie moralischer mit dem Geld umgegangen wären als andere. Das ist zu bezweifeln, die hatten einfach nur Glück! Aber die bekommen dann noch zusätzlich die Kuchenstücke der anderen zugeschanzt – aber nur die Guten. Die Schlechten bleiben in der Konkursmasse, da bleiben die Gläubiger drauf sitzen. Brutaler kann man einen Zug nicht gegen die Wand fahren, und zynischer kann man sich gegenüber den vielen Leuten, deren Ersparnisse dann flöten gehen, nicht verhalten.
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Aber so ist das eben mit Leuten, die glauben, in drei Zeilen die Welt erklären zu können.
ganzbaf (25.01.2009, 04:28 Uhr)
Um es noch besser zu erklären...

Ja, es muß Einiges grundsätzlich in Frage gestellt werden! (-;
Vor allem brauche wir noch höchsten 30% der Banken, denn der Hype ist vorbei.
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Also bitte pleite gehen lassen, dort werden keine Werte geschaffen.
Alles Geld und Bürgschaften den Klein- und Familienunternehmen. Dort ist man produktiv und schafft mit Absatnd die meisten Arbeitsplätze...
knilch_59 (23.01.2009, 23:08 Uhr)
Um es wieder mal zu erklären …
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Das Problem ist, dass die HRE Pfandbriefe ausgegeben hat. Nach Staatsanleihen politisch stabiler Staaten angeblich die zweitsicherste Kapitalanlageform: Geprüft von Ratingagenturen, besichert mit Hypotheken von angeblich werthaltigen Grundstücken und Gebäuden usw. Wenn die HRE bankrott geht, müssen diejenigen, die diese Pfandbriefe gekauft haben, diese in den Wind schreiben. Dabei gelten sie als „mündelsichere Anlagen“, darin haben Testamentsvollstrecker das Geld bis zur Volljährigkeit der Erben angelegt, gerichtlich bestellte Vormunde die Vermögen ihrer Mündel, Versicherungen einen guten Teil ihrer Kapitalanlagen, die später als Ablaufleistung der Lebensversicherung oder als laufende Rente an ihre Kunden zurückgegeben werden sollen, usw.
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Die HRE pleite gehen zu lassen bedeutet, dass Finanzierungsinstrument „Pfandbrief“ insgesamt in Frage zu stellen. Dann fehlt Firmen in der Bauwirtschaft eine Finanzierungsmöglichkeit für ihre Projekte, eine ganze Klasse von Kapitalanlagen fällt weg = der Motor der Wirtschaft stottert an Stellen, die jetzt noch gar nicht absehbar sind. Wollen wir das wirklich? Mit allen unklaren Folgen für die Arbeitsplätze! Oder gestehen wir zu, dass es wirklich blöd gelaufen ist, aber verständigen uns auf ein „Augen zu und durch“!
Sternchen2020 (23.01.2009, 18:23 Uhr)
Lustige Veranstaltung,
Da haben einige Wenige auf Kosten aller gezockt, gespielt und mit hoher krimineller Energie alles aufs Spiel gesetzt. Doch anstatt sich zu stellen, zu entschuldigen und mit Volldampf an die Schadensbegrenzung zu gehen, wird kräftig belohnt. Mit dem Staatseigentum der Bürger.
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Okay, man kann das breite Versagen in Politik, Wirtschaft und Finanzmarkt auf diese Weise zu vertuschen suchen. Dennoch wissen die Menschen im Lande, dass sie komplett hochgenommen wurden. Von einer vermeintlichen "Elite" dazu.
Bebuquin (23.01.2009, 18:09 Uhr)
Vielleicht verstehe ich es ja nicht, ...
... aber ist nicht das Prinzip von Marktwirtschaft, dass Unternehmen auch Pleite gehen können? Das passiert bei kleinen Unternehmen auch ständig, wenn man sich so umsieht und die Zahlen über Firmenpleiten liest.
Warum aber wird dann dieses Unternehmen zur Rettung mit riesigen Summen vom Steuerzahler bedacht, wenn es zumindest bei mir als nichtkundigen Beobachter den Eindruck hinterlässt, dass es scheinbar vielversprechender wäre, wenn man versuchen würde mittels Urinieren die Sahara in eine blühende Landschaft zu verwandeln...
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