26. März 2012, 11:03 Uhr

Stimmung in der deutschen Wirtschaft bleibt positiv

Trotz Euro-Schuldenkrise und einem schwächeren Wachstum zeigt sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft im März stabil. Der ifo-Index, das wichtigste Konjunkturbarometer, stieg zum fünfen Mal in Folge.

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Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft bleibt positiv©

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im März zum fünften Mal in Folge verbessert. Der ifo-Index stieg weiter leicht von 109,7 auf 109,8 Punkte, wie das ifo Institut am Montag in München mitteilte. "Der Schwung lässt etwas nach", sagte ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Der Anstieg der Erwartungen sei schwächer geworden, und die Geschäftslage habe sich nicht weiter verbessert. Seit November erholt sich das wichtige Stimmungsbarometer trotz der Unsicherheiten durch die Euro-Schuldenkrise und einem schwächeren Wachstum.

Einzelhandel als Stimmungsaufheller

In der Industrie trübte sich das Geschäftsklima leicht ein. Die Industriefirmen beurteilen die aktuelle Geschäftslage etwas weniger positiv als im Vormonat. Ihre Geschäftsaussichten schätzen sie aber günstiger ein. Vom Auslandsgeschäft erwarten sie weitere Impulse. Ihren Mitarbeiterstamm wollen sie erhöhen, wenn auch weniger stark als im Vormonat.

Im Einzelhandel verbesserte sich die Stimmung stark. Die Einzelhändler berichten von einer deutlich verbesserten Geschäftssituation und sind auch hinsichtlich der Entwicklung in den kommenden sechs Monaten zuversichtlicher.

Im Bauhauptgewerbe ist der Geschäftsklimaindikator gesunken. Die Bauunternehmer berichten zwar von einer etwas günstigeren Geschäftslage als im Vormonat. Jedoch sind sie für die nächsten sechs Monate weniger zuversichtlich.

Wachstumsschub im Frühjahr?

Zuletzt hatten überraschend schlechte Daten zur Industrie die Fachwelt aufgeschreckt. Der Markit-Einkaufsmanagerindex rutschte im März unerwartet unter die Wachstumsschwelle von 50 Punkten und schürte Sorgen, dass die Erholung in der Schuldenkrise schwerer fällt als gedacht.

Ende 2011 war die deutsche Wirtschaft um 0,2 Prozent geschrumpft und damit erstmals seit fast drei Jahren. Positive Konjunkturdaten hatten Anfang 2012 Hoffnung aufkommen lassen, dass sich die Wirtschaft rasch stabilisiert und spätestens im Frühjahr wieder wächst. Mehrere Institute erhöhten deshalb ihre Wachstumsprognosen für 2012. Das IWH Halle erwartet ein Plus von 1,3 Prozent. Die Bundesregierung geht von 0,7 Prozent aus.

Der Ifo-Geschäftsklimaindex Der Ifo-Index wird jeden Monat vom Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo-Institut) in München erstellt. Er gilt als wichtiger Frühindikator für die Konjunkturentwicklung in Deutschland. Etwa 7.000 deutsche Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe, der Bauwirtschaft und dem Groß- und Einzelhandel werden zur aktuellen Geschäftslage und zu ihren Geschäfterwartungen befragt. Die aktuelle Lage können die Firmen mit "gut", "befriedigend" oder "schlecht" bewerten, die Erwartungen mit "günstiger", "gleich bleibend" oder "ungünstiger". Aus den Angaben ermittelt das Institut den Geschäftsklimaindex und die Teilindikatoren zur aktuellen Lage und zur Einschätzung für die kommenden sechs Monate. Der Index wird seit 1972 regelmäßig veröffentlicht.

kng/DPA
 
 
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