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25. Juni 2008, 10:16 Uhr

Löscher hält Siemens für zu deutsch

Um sich herum sieht er nur "weiße deutsche Männer": Siemens-Chef Peter Löscher beklagt die mangelnde Internationalität seines Konzernmanagements. Seine Äußerungen werfen ein Schlaglicht auf die Unternehmenskultur in der Bundesrepublik. Von Richard Milne, London

Zoom

Siemens-Chef Peter Löscher ist Österreicher© Clemens Bilan/DDP

In der Führungsetage sitzen nur weiße Männer", sagte der Österreicher, der seit einem Jahr an der Spitze des Münchner Unternehmens steht, der Financial Times. "Unsere 600 Spitzenmanager sind vorwiegend weiße deutsche Männer. Wir sind zu eindimensional."

Mit seinen Äußerungen wirft Löscher ein Schlaglicht auf die Unternehmenskultur in Deutschland. Als Exportland gehört die Republik zu den Globalisierungsgewinnern. Dennoch sind Aufsichtsräte und Vorstände der großen Konzerne nach wie vor fast ausschließlich mit deutschen Managern besetzt. Auch wird keines der insgesamt 30 Dax-Unternehmen von einer Frau geführt.

"Globale Vielfalt" soll ausgebaut werden

Für sein zweites Jahr als Siemens-Konzernchef habe er sich vorgenommen, die "globale Vielfalt" in der Unternehmensführung auszubauen, sagte Löscher. Wenn sich die deutsche Wirtschaft nicht in diese Richtung bewege, drohe die Wettbewerbsfähigkeit des Landes zu leiden.

"Das ist eine generelle Schwäche deutscher Unternehmen", sagte der Analyst James Stettler von Dresdner Kleinwort. "Schweizer und schwedische Firmen haben es besser geschafft, ein globaleres Management und eine globalere Unternehmenskultur aufzubauen." Auch der deutsche Managementberater Hermann Simon sagte: "Das ist eine der wesentlichen Prüfungen für deutsche Firmen." Die Kernfrage sei, wie Unternehmen internationale Manager einbinden können.

Siemens-Chef Peter Löscher ist ÖsterreicherIm Vergleich zu anderen deutschen Großkonzernen hat Siemens noch einen relativ hohen Anteil von Ausländern im Vorstand. Neben dem Österreicher Löscher sitzen zwei Amerikaner in dem achtköpfigen Führungsgremium. Von den 15 Spartenchefs sind allerdings elf Deutsche. Dabei erwirtschaftet der Konzern über 80 Prozent seines Umsatzes im Ausland.

Globaler Kampf um Talente

"Es geht hier nicht um Quoten, aber ich würde gerne einen gemischteren Vorstand sehen", sagte Löscher. "Ich hätte gerne, dass ein richtig guter Chinese das Chinageschäft führt und ein richtig guter Inder für Indien zuständig ist."

Diese Vielfalt sei zentral für Deutschlands Zukunft, sagte der Siemens-Chef: "Es ist absolut entscheidend. Es ist das Wichtigste. Bildet man seinen globalen Kundenstamm nicht ab, kann man sein volles Potenzial nicht ausnutzen. Bekommt man das hin, hat man einen gewaltigen Vorteil."

Siemens hat für das obere Management inzwischen ein Mentorenprogramm aufgelegt. Löscher selbst betreut unter anderem vier junge Führungskräfte aus Deutschland, zwei aus China und jeweils eine aus Südafrika, Pakistan, den Vereinigten Staaten und Brasilien.

"Es gibt einen globalen Kampf um Talente", sagte der Siemens-Forschungsvorstand Hermann Requardt. "Darum wird sich das Topmanagement in Zukunft maßgeblich kümmern müssen."

Besonders umkämpft sein dürften Managementtalente in Ländern wie etwa China, wo sich Angestellte erheblich weniger an ihr Unternehmen gebunden fühlen und häufiger den Arbeitgeber wechseln. Siemens versetzt jedes Jahr 18.000 seiner insgesamt 430.000 Mitarbeiter. Löscher räumte allerdings ein, dass sein Konzern hier noch mehr unternehmen müsse.

Lesen Sie mehr...

Lesen Sie mehr... ... im neuen stern. Darin porträtiert Ulrike Posche den Siemens-Chef Peter Löscher, der seit einem Jahr beim deutschen Weltkonzern den Takt vorgibt. Löscher will aufräumen, umbauen, modernisieren. Er will den Skandal um Schmiergeld und Korruption endlich mit guten Nachrichten übertönen.

Von Richard Milne, London
KOMMENTARE (10 von 11)
 
RomanTicker (25.06.2008, 12:51 Uhr)
Erfolg
Der Erfolg deutscher Firmen straft den Herrn Lügen. Es ist wohl auch ein Gerücht, dass in deutschen Firmen keine Ausländer in leitenden Positionen anzutreffen sind. Dieser Löscher kann wohl kaum alle kennen. Es ist im Übrigen nicht unbedingt erforderlich, dass ein Chinese das Geschäft in China leitet. Ein guter Manager kann sich durchaus chinesische Berater zu Hilfe holen, egal welcher Nationalität er angehört. Aufgrund seiner Ausbildung und Erfahrung kann er dann die richtigen Entscheidungen treffen. So oder so ähnlich ist es schon lange, ansonsten wäre Deutschland nicht so erfolgreich.
ATV1 (25.06.2008, 12:05 Uhr)
das mit dem
österreichischen "Führungs"-Personal haben wir in Deutschland schon mal ausprobiert. Hat nicht sehr gut funktioniert.
Mal im Ernst, der Artikel ist sinnlos, viel Phrasengedresch und kein Inhalt. Führungspositionen sollten nach Qualifikation besetzt werden. Das dies an der Realität vorbei führt wo der Klüngel, die Verbindungen etc. wichtig sind ist doch wohl allen klar. Gleiches gilt aber auch in anderen ausländischen Unternehmen. Also eigentlich Zeitverschwendung dieser Artikel.
hq79 (25.06.2008, 11:54 Uhr)
Deutsche Unternehmen
Ich kann dem Artikel durchaus zustimmen, allerdings habe ich persönlich leider die Erfahrung machen müssen, daß diese Eindimensionalität allzuoft darauf zurückzuführen ist, daß deutsche Unternehmen es sich schlicht nicht vorstellen können, daß ein Schwarzer oder Inder irgendjemandes Vorgesetzter ist, im Vorstand sitzt, Entscheidungen trifft. Bei vielen Unternehmen in Deutschland braucht man sich mit Migrationshintergrund gar nicht erst für führende Positionen bewerben.
Gazda (25.06.2008, 11:45 Uhr)
stimmt Hr. Löscher
Ich sehe das auch so wie Hr. Löscher.
Schmiergeldzahlungen, Schwarzgeldkonten, Bestechung und Bespitzelung von Betriebräten sind ja deutsche Tugenden. Wir brauchen mehr Österreicher in der deutschen Wirtschaft. Dann wird auch dem deutschen Michl klar, dass er Globalisierungsgewinnern ist.
the_Nick (25.06.2008, 11:42 Uhr)
Richtig....
Der Artikel hat seine Berechtigung. Deutsche Manager im Ausland können sich oft nicht an die dortige Kultur "anpassen".
BMW USA war ein Erfolg als ein Amerikaner anfing BMW USA zu leiten.
Natürlich sollte ein Chinese das China Geschäft führen.
Wer anderes behauptet, soll doch mal für ein paar Jahre ins Ausland gehen.
Im Ausland ist unsere Technik gefragt, aber nicht unsere Mentalität...
Und schon gar nicht die deutsche Kommando Management Mentalität.
Countryjoe (25.06.2008, 10:37 Uhr)
@Kalox @Blacky007
Kalox:Behalten sie Ihre Nazi-Anspielungen für sich! Zusammen mit weiteren Rechtschreibfehlern, falls sie noch welche finden. Den Inhalt meines Beitrages haben sie anscheinend nur soweit verstanden, daß es bei ihnen den deutsch = Fascho Reflex ausgelöst hat.
Blacky007: Was Managementphrasen angeht, so scheint es ihnen an Kritikfähigkeit zu mangeln. Dieser "Spitzenmanager" drischt doch nur solche. Ohne Inhalt und Sinn, um sich dafür umso selbstgerechter die Bezüge zu erhöhen.
Was unsere Wirtschaft und unsere Gesellschft brauchen, sind Unternehmensleiter mit Verantwortung gegenüber Deutschland und keine heimatlosen Globalisierungsjünger.
testsieger2006 (25.06.2008, 10:25 Uhr)
Im 3. Reich..
..haben genau solche Manager dankend KZ-Häftlinge angenommen, dann bis 1972 Gastarbeiter, wobei ihnen auch da die gesellschaftlichen Kosten und Auswirkungen egal waren. (den Salat haben wir heute. Zumindest hast das Helmut Schmidt erkannt.) Jetzt rufen sie wieder nach "Fachkräften" etc. und wenn die dann arbeitslos geworden sind und mit Sack und Pack dem deutschen Staat auf der Tasche liegen, da stehlen sie sich wieder aus der Verantwortung. Soll Herr Löscher doch ins Ausland gehen und dort "managen".
Albimonte (25.06.2008, 10:12 Uhr)
Dann versucht mal
einen tollen Chinesen zu finden, der das China-Geschäft (Zukunftsmarkt!!!!!) "gut abbildet". Was für ein unglaubliches, dummes Geschwätz. Der Herr hat wohl zu lange in amerikanischen diversity-Seminaren gesessen. Anstatt als deutsches Unternehmen seine Kompetenzen und Stärken auszuspielen, muß auf Zwang eine öffentlichkeitswirksame Profilierung hergestellt werden. Mehr Schein als Sein und nichts anderes als Quoten, egal, was geschwafelt wird. Es kommt auf die Qualitäten der Manager an und nicht ihre Herkunft. Sollten qualifizierte Ausländer nicht weiterkommen, ist dies für Siemens bedauerlich und schädlich. Gefährlich dagegen ist es, aufgrund von Kultur positiv zu diskriminieren.
Blacky007 (25.06.2008, 09:57 Uhr)
@Countryjoe
Naja, Ihr Name scheint wohl Programm zu sein - bei der altbackenen, hinterwäldlerischen Einstellung. Herr Löscher hat vollkommen recht mit seiner Äußerung, wenn er jeweils Landsleute für die Geschäfte im jeweiligen Ausland einsetzen möchte. Wer sonst versteht wohl am besten die Mentailtät eines Landes oder deren Kultur? Dieses Verständnis hilft ungemein Geschäft voranzutreiben oder Neugeschäfte aufzubauen.
Kalox (25.06.2008, 09:45 Uhr)
@Countryjoe
Ich fürchte, Sie haben den Inhalt des Artikels in keiner Weise verstanden...
p.s.: Es heisst übrigens "Solche Sprüche" nicht "Solche Sprüchen" - wenn man schon Fascho-Ideen hervorbringt, sollte man zumindest in der Lage sein, anständig "Doitsch" zu schreiben. Ich bin übrigens Inder...
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