12. Dezember 2007, 15:30 Uhr

Der den Staub zähmte

Er hat den Staubsauger ohne Saugkraftverlust erfunden und sich dafür mit den Industriemultis angelegt. Mittlerweile scheffelt er Millionen, wurde von der Queen geadelt - und erfindet einfach weiter. stern.de erzählt James Dyson vom Frust als Antrieb, der Schönheit von Maschinen - und seinem nächsten Projekt. Von Karin Spitra

"Ich bin überzeugt davon, dass Maschinen schön sein können” - Sir James Dyson machte aus seinem Credo ein erfolgreiches Geschäft©

Obsessionen drehen sich um viele Dinge: Frauen, Schuhe, Lack, Autos. Die Obsessionen des James Dyson waren andere: Bei ihm dreht sich lange Jahre alles um Staub und Schmutz. Der studierte Designer wurde mit Ingenieurskunst reich und berühmt: Er entwickelte die "Dual-Cyclone Technologie" und erfand so Anfang der 80er den Staubsauger neu. Indem er einen kleinen Wirbelwind (Cyclone) in den Staubsauger steckte, machte er die ekligen Staubsaugerbeutel überflüssig und nahm männlichen Allergikern noch die letzten Ausrede für deren Verweigerung als Haushaltshilfe. Überflüssig zu sagen, dass Dyson als Designer auch darauf schaute, dass der nun beutellose Staubsauger ein optisches Schmuckstück wurde.

Dass der Brite, Jahrgang 1947, den Siegeszug um die Welt ausgerechnet mit einem Staubsauger antreten würde, hat ihm allerdings niemand vorhergesagt. Er wuchs in einem akademisch geprägten Haushalt in Norfolk auf. Und eigentlich sollte er was "Ordentliches" studieren. "Nachdem mein Bruder es nach Cambridge geschafft hatte, konnte meine Mutter damit leben, dass ich an die Kunstschule gehe", erzählt Dyson. "Beim dritten Kind werden Eltern entspannter." Also studierte er am Londoner Royal College of Art Innenarchitektur und Möbeldesign. Gleich zu Anfang des Studiums verliebt er sich in seine Kommilitonin Deirdre, selbst Künstlerin, und heiratet sie. Teilt sich partnerschaftlich die Hausarbeit mit ihr - und ärgert sich über den ständigen Saugkraftverlust des Staubsaugers. Nimmt ihn auseinander und findet den Schuldigen: den Beutel. Ee entschließt sich, ihn besser zu machen, gegen alle Widerstände, besseren Ratschläge. Nur seine Frau hält zu ihm.

"Natürlich war ich ein Rebell", bestätigt der mittlerweile geadelte Sir James. "Aber ich war auch Künstler. Und Ingenieur. Ich wollte etwas erschaffen und ein bisschen Geld damit verdienen." Leicht wurde es ihm nicht gemacht: Banker lachten ihm offen ins Gesicht, mögliche Lizenznehmer und Investoren hatten kein Interesse an seinem Prototyp. Doch Dyson gab nicht auf: Mit der Entwicklung einer neuartigen Schubkarre und einer Hochgeschwindigkeits-Barkasse hatte er schon Erfolge verbucht und ein bisschen Geld gespart, nun kündigte er seinen Job und machte sich selbstständig. Dyson gab Sicherheit, Einkommen und Ansehen auf, um fortan im Schweinestall hinterm Haus mit Staub und Dreck zu experimentieren.

Sieg gegen den Erzrivalen

Wenn man ihn heute in seinem Büro in Malmesbury, Südengland gegenüber sitzt, in seinem Firmensitz aus Glas und Stahl, kommt immer noch etwas von diesem fast manischen Ehrgeiz der Anfangstage durch. Doch jetzt könnte sich Dyson eigentlich zufrieden zurücklehnen: Er hat mittlerweile Dependancen in 44 Ländern, hat Millionen seiner "Dysons" verkauft, ist mehrfacher Millionär und hat sogar den Erzrivalen Hoover erfolgreich wegen Patentverletzung verklagt. Eine späte Genugtuung für jemanden, der von sich sagt, dass er nur durch Widerstände und Frustrationen lernt: "Natürlich hat es mich erbost, als mir die Staubsaugerproduzenten von Electrolux bis Hoover die Tür vor der Nase zuschlugen - andererseits war es das beste, was sie für mich tun konnten." Denn Dyson ist - das gibt er unumwunden zu - stur wie ein Maulesel. "Mich interessiert es, wenn Dinge fehlschlagen - und warum sie es tun."

Legt immer noch selbst Hand an: Dyson bei der nimmermüden Demonstration seines Handstaubsaugers©

Das sei letztendlich auch für seinen Sieg ausschlaggebend gewesen. "Ich habe mich natürlich gefragt, warum mich die großen Konzerne ablehnen. Fast mein gesamtes Umfeld hat mich für verrückt erklärt, dass ich mich mit ihnen anlege. Und ich habe es nie ausgesprochen, aber innerlich wusste ich, dass sie meine neue Technologie nicht interessiert - und dass dies meine Waffe ist." Es seien selbstzufriedene alte Säcke gewesen, erzählt Dyson, zufrieden damit, Jahr um Jahr die ewig gleichen Dinge zu produzieren - ohne auch nur ein bisschen Liebe für das zu zeigen, was sie taten. Das war seine Chance, die er ohne Deirdre "nie hätte nutzen können. Sie stand die ganze Zeit hinter mir und hat mir den Rücken frei gehalten. Trotz der Schulden, obwohl ich anfangs den ganzen Tag hinterm Haus herumexperimentiere und abends dann total verdreckt und erfolglos hereinkam".

Frustration als Antrieb

Natürlich kann sich ein Typ wie Dyson nicht auf seinem Erfolg ausruhen. Er sucht ständig neue Herausforderungen. Nach einer Waschmaschine, deren Produktion er wieder einstellen musste, weil sie "noch" nicht kostendeckend umzusetzen war, hat er sich nun dem Händetrockner zugewandt.

"Ich bin da wie jeder andere auch", erzählt Dyson. "Ich drücke den Knopf, halte die Hände drunter, nichts passiert - und ich wische sie dann an der Hose ab und gehe raus." Unbefriedigend, aber selbst tausendfach erlebt. "Dann haben wir bei uns im Entwicklungslabor mit Luftmessern experimentiert - plötzlich war es naheliegend, die für einen Handtrockner zu nehmen." Sein Ansatz: Eine Art Luftmesser schabt von der Handoberfläche nicht nur die Nässe, sondern auch noch Bakterien ab. Der erste hygienische Handtrockner also. Der "Airblade", wie das Gerät nun heißt, sieht zwar etwas ungewohnt aus, soll aber bald an jeder Autobahnraststätte oder Flughafentoilette den Menschen das Leben erleichtern - zumindest, wenn es nach Dyson geht. "Jedes Produkt, das ich entwerfe, muss eines sein, das die Leute kaufen wollen. Das sie für ihr Heim, ihr Leben brauchen. Das ist mein Job - nicht der Verkauf." Deshalb tüftelt er noch immer an der Waschmaschine herum: "Die Leute, die eine gekauft haben, sind sehr zufrieden damit - jetzt müssen wir sie nur noch so produzieren, dass wir damit kein Geld verlieren, sondern welches verdienen", gibt sich Dyson nicht geschlagen. Doch erst einmal gilt seine Energie dem "Airblade" - ganz entkommt der Selfmade-Millionär seinen Obsessionen wohl nie.

Die Autobiografie

Die Autobiografie Dysons Autobiografie "Sturm gegen den Stillstand" erzählt von seinem Kampf gegen alle Widerstände, von Selbstvertrauen, Optimismus und unorthodoxen Methoden. Es ist die Geschichte seines persönlichen und geschäftlichen Triumphes - gegen alle Widerstände.
Verlag Hoffmann und Campe

 
 
KOMMENTARE (8 von 8)
 
HAnders (14.12.2007, 15:20 Uhr)
Mein Dyson packt den Staub wie kein anderer
Ich bin seit Jahren sehr zufrieden mit meinem Dyson,ich hatte vorher auch andere Staubsauger.Der Dyson zieht Dreck und Schmutz aus allen Böden.Bei Hundehaaren versagen andere Geräte sowieso.Und Dyson liefert sehr gute Qualität.
u.reier (14.12.2007, 15:16 Uhr)
klasse Produkt!
Ich bin seit einigen Monaten Besitzer meines zweiten Dyson Staubsauger (DC20) und bin einfach begeistert! Mein erster Dyson funktioniert immer noch und ich habe ihn an meine Eltern weitergegeben. Sie hatten zuvor immer Vorwerk und schwören jetzt auch auf Dyson. Ich finde dieses Produkt einfach spitze und kann die zuvor genannte Kritik nicht bestätigen. Die Qualität ist tadellos und die Saugleistung überragend. Da ich Allergiker bin weiß ich die Dyson Filtration sehr zu schätzen und das Entleeren stellt für mich auch kein Problem da. Ich würde mir jederzeit wieder einen kaufen und durch die Ersparnis der Staubsaugerbeutel hat man die eventuellen Mehrkosten schnell wieder raus.
luglug (13.12.2007, 09:23 Uhr)
Dyson und Qualität ?
Dyson und Qualität ?
Das Dyson-Ding ist doch totaler Schrott. Wer einmal einen vollen Behälter inklusive Katzenhaare versucht hat zu entleeren, der weiss wo die Katzenhaare wieder sind. Nämlich da wo sie hergekommen sind. Mag sein, das das Argument keinen Beutel zu brauchen und keinen Leistungsverlust zu haben für viele zählt. Ein Staubsauger sollte in der Grundfunktion eine Staubproblem lösen und nicht eines verursachen. Den ersten Dyson habe ich schon Ende der 80er in einem Testlabor gesehen und ich frage mich heute noch, wie sich dieses Konzept mit zwei fragwürdigen Vorteilen durchsetzen kann. Wahrscheinlich sind das genau die zwei Argumente die sich ein Geiz ist Geil-Verkäufer mekne kann. Das Design hat sich seit dem auch fast nicht verändert, es ist also über 20 Jahre alt. Die Produktqualität ist in allen Teilen auf tiefstem Asien-Niveau, böser Plastikkram. Halt British Elend... Die Handhabung eines Dyson ist eine Katastrophe, in einem Schrank nimmt das Teil doppelt so viel Platz weg wie ein anderes Gerät. Der Kabeleinzug hat nach 3 Wochen den Geist aufgegeben, Zubehörteile können nur mit hauchdünnen Plastikclipsen am Griff angebracht werden, Metallic-Efffekte in den Kunststoffteilen laden sich statisch auf und ziehen Staub an... na super toll. Für mich ist Dyson eine einzige Marketingblase... Da wurde die Geschäftstüchtigkeit geadelt und nicht der Erfindergeist. Unzufriedenheit als Motor der Entwicklung ? Der Mann hat noch viel zu tun...
dtmv6 (13.12.2007, 08:01 Uhr)
Bin sehr zufrieden
Wir haben unseren Dyson mittlerweile ca. 7 Jahre. Treppensturz und Hausumbau bzw. die Beseitigung des daraus entstandenen Staubes hat er überlebt. Nach dieser Zeit haben sich wohl die Anschaffungskosten durch den Wegfall der Papierfilter ausgezahlt. Ich würde wieder einen kaufen (Modell DC-02). Gruß dtmv6
woris (12.12.2007, 22:58 Uhr)
staub
Nun ja,es macht schon Sinn ohne Staubbeutel zu saugen.Muss aber nicht Dyson sein.Vorwerk ist nur schweineteuer.Der Vertriebsweg halt.
hei_zen (12.12.2007, 20:25 Uhr)
Nachdem wir...
unseren Miele gegen einen Dyson getauscht haben, macht Staubsaugen endlich wieder Spaß.
poloele (12.12.2007, 17:33 Uhr)
ueberteuert und durchschnittlich
na gut, er saugt. Aber auch nicht besser als ein Staubsauger fuer einen Bruchteil des Preises.
Un ausleeren ist leider auch nicht so easy wie's in der Werbubg dargestellt wird. Nie mehr wieder
rolling_stock (12.12.2007, 16:31 Uhr)
nie wieder
dyson ist der schlimmste staubsauger, der mir je zwischen die finger gekommen ist! nach spätestens einem jahr funzt er nicht mehr richtig. nein danke, bin ich froh, dass ich meinen miele nicht weggeworfen habe und noch den vorwerk von meiner mutter geerbt habe. ich frage mich ernsthaft, wie man für diesen haufen plastik, der so unhandlich ist wie nur irgendwas, auch noch so viel geld ausgeben kann
 
 
 
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