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6. Januar 2009, 21:50 Uhr

Söhne verpfeifen Madoff erneut

Im Skandal um einen Milliardenbetrug haben die Söhne Bernard Madoff daran gehindert, Millionen beiseite zu schaffen. Offenbar wollte der 70-Jährige wertvolle Gegenstände mit der Post verschicken - ein Verstoß gegen seine Kautionsauflagen. Seine Söhne gaben den Behörden einen Tipp, jetzt droht Madoff U-Haft.

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Bernard Madoff nach einer Anhörung im Gericht in Manhattan© Kathy Willens/AP

Der mutmaßliche US-Milliardenbetrüger Bernard Madoff ist offenbar von seinen eigenen Söhnen wegen möglicher Verstöße gegen die Kautionsauflagen bei den Behörden verpfiffen worden. Der unter Hausarrest stehende 70-Jährige hatte dem Staatsanwalt zufolge Juwelen, Luxusuhren und andere Gegenstände im Wert von einer Million Dollar beiseite schaffen wollen und diese per Post unter anderem an die Söhne verschickt. Die beiden hätten dies den Behörden mitgeteilt, bestätigte Madoffs Anwalt am Dienstag US-Medien.

Die Söhne hatten auch Mitte Dezember den ganzen Skandal erstmals ans Licht gebracht. Ihr Vater hatte ihnen zuvor das jahrzehntelange "Schneeball-System" mit einem Schaden von 50 Milliarden Dollar gestanden.

Im größten Betrugsfall der Finanzgeschichte droht Madoff wegen der Verstöße nun womöglich doch die Untersuchungshaft. Der zuständige Richter in New York hat eine Entscheidung darüber für diesen Donnerstag angekündigt. Bislang steht Madoff gegen eine Millionen-Kaution in seinem New Yorker Luxus-Appartement unter Hausarrest.

Madoffs Anwalt sagte, sein Mandant habe nicht gegen die Auflagen verstoßen wollen und bemühe sich, die Wertsachen zurückzuholen. Weitere wertvolle Päckchen gingen den Berichten nach an Madoffs Bruder und ein befreundetes Ehepaar.

Der einst angesehen Broker will nach eigenen Angaben bei dem Mega-Betrug völlig allein gehandelt haben - auch ohne Mitwissen der mit in seiner Firma beschäftigten Söhne. Madoff hatte seinen Opfern hohe Gewinne versprochen, die er in Wirklichkeit gar nicht erzielt haben soll. An die Investoren schüttete er stattdessen Geld aus, das er von immer neuen Anlegern bekam.

DPA
 
 
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