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8. November 2009, 17:14 Uhr
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Deutsche gegen Steuergelder für Opel

Wenn es nach der Mehrheit der Bundesbürger geht, wird General Motors für die Rettung von Opel keine Hilfe vom Staat bekommen. 66 Prozent sprachen sich in einer Umfrage gegen die Freigabe weiterer Steuergelder aus. Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer bezeichnet weitere Staatshilfen für GM als "hochriskant und falsch."

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Ohne GM gibt es keine Opel-Rettung, die Deutschen sind trotzdem gegen weitere Staatshilfen© Francois Lenoir/Reuters

Die Mehrheit der Bundesbürger lehnt nach einer Umfrage staatliche Hilfen für den angeschlagenen Autobauer Opel ab. 66 Prozent sprachen sich dagegen bei einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid im Auftrag der "Bild am Sonntag" dagegen aus, nur 28 Prozent sind dafür.

Vor der Insolvenz des Opel-Mutterkonzerns General Motors hatte Deutschland Opel einen Kredit von 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt, der Ende des Monats ausläuft. Eigentlich war er als Brückenfinanzierung für einen Mehrheitsverkauf von Opel vorgesehen. Inzwischen hat General Motors aber entschieden, Opel doch zu behalten. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) äußerte sich skeptisch zu weiteren staatlichen Hilfen für Opel. Für die repräsentative Umfrage hatte Emnid vergangenen Donnerstag 502 Personen befragt.

"Hoch riskant und falsch"

Weitere deutsche Staatshilfen für den Autokonzern General Motors (GM) mit seiner angeschlagenen Tochter Opel sind nach Einschätzung des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer nicht zu rechtfertigen. "Deutsche Staatshilfen für General Motors sind hochriskant und falsch", schreibt der Professor der Universität Duisburg-Essen in einer Kurzanalyse.

So werde das Jahr 2010 für Opel nochmals deutlich schwerer als das laufende Jahr, in dem bereits deutlich mehr als eine Milliarde Euro Verlust zu erwarten seien. "Seit über zwölf Monaten schwimmt General Motors mit Opel entscheidungslos durch die Krise. In dieser Zeit wurden große Verluste erzeugt und wichtige Entscheidungen über zukünftige Produkte waren kaum zu treffen." Mit der Umsetzung eines Sanierungskonzeptes werde kaum vor Frühjahr 2010 zu rechnen sein.

Selbst wenn die kurzfristige Rettung mit viel Steuergeld gelinge, bleibe das Risiko, dass Opel in einen Abwärtsstrudel gerate. "Die Qualität und Innovation leidet unter dem bekannten Sanierungs-Muster der General-Motors-Veteranen", erklärte Dudenhöffer. Es sei zu befürchten, dass der Konzern wie früher wieder billiger gebaute Fahrzeuge mit oft schlechterer Qualität in die Ausstellungsräume der Händler stelle.

DPA
KOMMENTARE (10 von 12)
 
FreddyKraus (10.11.2009, 15:26 Uhr)
OPEL
Die Deutschen sind auch gegen den Afghanistan-Einsatz! Und was nützt es?
Mikeorganizer (09.11.2009, 08:18 Uhr)
Man erinnert sich unweigerlich ...
an die Nokia-Affäre. Da werden Millionen Steuergelder abgeschöpft um angeblich die Arbeitsplätze zu retten - dann macht man den Laden kurzerhand zu - nimmt die Millionen mit und investiert sie erneut in ein Billiglohnland. Ich könnte kotzen wenn ich sehe das hier die Leute nicht aus ihren Fehlern lernen. Mein Fazit - nie wieder ein Nokia-Handy und für alle die das Finanzamt bescheissen meine Zustimmung und Verständnis - ich wollte mein Geld auch nicht zum Fenster rauswerfen - sondern wenn sinnvoll für das Allgemeinwohl angelegt sehen.
Corazito3333 (08.11.2009, 22:53 Uhr)
ob ford, opel, banken...der steuerzahler übernimmt alles
so lange bis nix mehr geht.... aber für steuerentlastung ist kein geld übrig, eh klar
knilch_59 (08.11.2009, 20:36 Uhr)
Die Stimme des Volkes - oh je!
Geht man davon aus, dass GM den Überbrückungskredit zurückzahlt, gehen die bei dem Treuhänder geparkten 65% Anteile an der Opel GmbH wieder zurück an GM. Dann ist GM (wieder) alleiniger Eigentümer und verfügungsberechtigt über die Grundstücke, Patente und Technologien usw. Dann kann GM nach Belieben mit seinem Eigentum verfahren, ohne dass noch jemand den Fuß in der Tür hat. Bei einer Werkschließung sind die Möglichkeiten der Belegschaft zur Gegenwehr begrenzt (siehe Nokia, und die haben keine Roten Zahlen geschrieben). Abfindung für die Beschäftigten in einem Insolvenzverfahren? Fragt mal die Leute bei Quelle, die erklären Euch gerne, wie viel das bringt.
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Ich weiß wirklich nicht, ob Opel dauerhaft zu retten ist. Aber selbst ein Zeitaufschub für eine geordnete Liquidation im Verlauf der nächsten 5-10 Jahre ist etwas, das bares Geld gegenüber einer Insolvenz nach Konkursrecht wert ist. Um die Handlungsalternativen des Insolvenzverwalters zu kennen, muss man zuerst mal wissen, bei wem Opel denn überhaupt Schulden hat, auf die Gläubiger verzichten könnten. Die Plan-Insolvenz, die zu Guttenberg ins Spiel gebracht hat, setzt voraus, dass GM überhaupt Interesse an einer Opel-Rettung hat. Und wenn nicht? Wenn das wahre Interesse eine Filetierung ist, dann wäre doch die Insolvenz, staatlich befördert, ideal, um sich die Patente und das Entwicklungszentrum aus der Konkursmasse zu kaufen und den Rest aufzugeben. Werke schließen, Leute entlassen, die Betriebsrenten vom Pensionssicherungsfonds zahlen lassen, ... das wird auch leichter, wenn die Politik damit einverstanden ist, weil sie Hilfen verweigert.
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Hoffentlich agieren die Politiker besonnener als der Mob, der in völliger Unkenntnis des wirtschaftlichen und rechtlichen Umfeldes durch die Straßen tobt.
confused (08.11.2009, 20:18 Uhr)
@HombreUno
nö hier gibt es auch genug schwarze schafe und einiges an eigelb ;-)
mich ausgeschlossen
rockyciano (08.11.2009, 19:54 Uhr)
Man hätte ausnahmsweise einmal auf Herrn Guttenberg
hören sollen.Bei einer INSOLVENZ hätte Opel vielleicht eine kleine Chance gehabt,sich wieder neu aufzustellen.Wie es jetzt aussieht, wird sich Opel die nächsten 2 bis 3 Jahre nicht auf dem Markt behaupten können - Opel ist nicht angesagt.Liebe Opelaner laßt euch bitte nicht weiter von der Politik vernebeln und als Werkzeug für ihren Wahlkampf benutzen.
susiwolf (08.11.2009, 18:35 Uhr)
Der Sitz wird breiter ...
Wer meint, Umfragen, Analysen oder eben auch Aussagen von einem Herrn Autokönner wären wichtig, der irrt gewaltig.
***
Unsere Kanzlerin hat in den USA im Honig gebadet, bis dann das 'mobile phone' zum Besten gab: Das war's !
Und Obama soll davon nichts gewußt haben ?
***
Zurück zur Realität.
Der GM-Unternehmensverbund hat weder in den USA noch in Europa Chance in absehbarer Zeit Überkapazitäten auszulasten. Logischerweise müssen reichlich Kostensenkungen vorgenommen werden. Ergo: Insolvenz. Schluß mit dem Hick-Hack und ein Ende mit Schrecken.
***
Frau Kanzlerin lassen Sie nochmal das Nottelefon in Washington klingeln ... Ihr (Aus-)Sitz ist inzwischen breit genug geworden.
HombreUno (08.11.2009, 18:16 Uhr)
@confused
Wenn es nur nach der Mehrheit der STERN.DE-Leser gehen würde, dann wäre Gysi jetzt Bundeskanzler und wir würden über den VEB OPEL hier diskutieren.
confused (08.11.2009, 17:44 Uhr)
@ Stern
könnt Ihr nur noch DPA Meldungen übernehmen ??
Die Emnid Umfrage ist ja schön und gut, jedoch gab es ja auch Umfragen hier im Stern, und DIE sahen ein bisschen anders aus: HIER in eurer EIGENEN Umfrage waren ÜBER NEUNZIG PROZENT dagegen das Opel weitere Gelder bekommt, und das GM unterstützt wird. Lest ihr eure eigene Zeitung nicht und guckt euch eure eigenen Statistiken und Umfragen nicht an ??? Sackschwach sag ich da nur, geht auch nur Arbeiten um die Hand am Ende vom Monat aufzuhalten und nichts dafür tun oder wie oder was ???
rebegtar (08.11.2009, 17:14 Uhr)
"Hoch riskant und falsch"
ist es, vollkommen bedingungslos irgendwelche Milliardenkredite zu gewähren.

Das ist hier der Skandal und ich finde die Medien sollten sich mal etwas mehr darum kümmern. Die Politiker müssen doch inzwischen wirklich denken dass sie mit unserem Steuergeldern machen können was sie wollen.

Opel ist ja dabei im Vergleich zu den Banken auch wirklich nur ein kleiner Tropfen. Was haben wir denn davon dass wir einige "systemrelevante" Banken vor dem Kollaps gerettet haben.

Gibt es jetzt bei irgendeiner dieser Banken eine entscheidungsbefügte Beteiligung des Bundes?

Oder ist irgendwo festgelegt dass wir das Geld wieder zurückbekommen bevor wir wieder reprivatisieren?

@stern

Schreibt doch bitte mal zusammen was uns der ganze Spökes seit Anbeginn der Krise gekostet hat und unter welchen Konditionen die Gelder an wen vergeben wurden. So in Art einer kleinen Übersicht gegen dass allgegenwärtige Vergessen unserer Mitmenschen.



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