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3. September 2009, 10:38 Uhr

GM will angeblich Milliarden investieren

Neue Spekulationen um Opel: General Motors will angeblich mehr als eine Milliarde Dollar in den deutschen Autohersteller investieren. Außerdem hofft die Opel-Mutter auf weitere Finanzhilfen aus Europa. Damit verdichten sich die Zeichen, dass GM Opel nun doch behalten will.

Opel, GM, Magna, General Motors, RHJ

© Bernd Thissen/EPA/DPA

Die Lage um Opel wird immer undurchsichtiger. Die bisherige Opel-Mutter General Motors (GM) ist nun angeblich bereit, mehr als eine Milliarde Dollar in den deutschen Autohersteller zu investieren. Das berichtete das "Wall Street Journal" (WSJ) am Mittwoch unter Berufung auf eine informierte Person.

Ein solches Vorgehen könnte die Karten gänzlich neu mischen und wäre eine drastische Abkehr von der bisher bekannten GM-Position: Es galt als ausgeschlossen, dass der nach der Insolvenz vom US-Staat kontrollierte Konzern amerikanische Steuergelder ins Ausland pumpen würde. Die Wendung könnte auch die Spekulationen befeuern, GM spiele mit dem Gedanken, Opel doch noch zu behalten. Zudem sehe GM es nach wie vor als Option an, Opel in die Insolvenz gehen zu lassen, hieß es.

GM hofft auf Geld aus Spanien, Polen und Großbritannien

Dem Bericht des "WSJ" zufolge geht GM außerdem davon aus, bei den Regierungen Spaniens, Großbritanniens und Polens rund eine Milliarde Euro an Unterstützung für Opel einsammeln zu können. Diese Länder mit Opel-Standorten hatten sich unzufrieden mit einseitigen deutschen Finanzierungszusagen für den Autozulieferer Magna gezeigt, der Berlins Favorit für die Opel-Übernahme ist. Sie befürchten, dass die Werke in ihren Ländern stärker von Sparmaßnahmen betroffen sein könnten als die deutschen.

GM favorisierte bisher den in Belgien ansässigen Finanzinvestor RHJ International als Opel-Käufer. RHJI genießt jedoch nicht die Unterstützung der Bundesregierung. Im August hatte der GM-Verwaltungsrat eine Entscheidung über den Opel-Verkauf aufgeschoben, obwohl sich Konzernchef Fritz Henderson wie die Deutschen für Magna ausgesprochen hatte. GM glaube, dass die Bundesregierung überzeugt werden könne, Alternativen zur Übernahme durch Magna zu unterstützen, zitierte "WSJ" seinen Informanten.

"Alle Optionen für eine zukunftsfähige Lösung für Opel werden geprüft", sagte eine Sprecherin von GM Europe am Donnerstag in Anspielung auf den Zeitungsbericht. Wie aus Konzernkreisen verlautete, gehört dazu nicht nur der Verkauf, sondern auch die Möglichkeit, Opel zu behalten oder insolvent gehen zu lassen. Nach Angaben der GM-Sprecherin laufen weiterhin Gespräche mit allen Kaufinteressenten. Die Bieter sind der von der Bundesregierung favorisierte österreichisch-kanadische Autozulieferer Magna und der Finanzinvestor RHJ International. "Der nächste Schritt in diesen Verhandlungen wird sein, dass der GM-Verwaltungsrat eine Empfehlung für einen Käufer ausspricht", sagte die Sprecherin. Das Gremium wird in der kommenden Woche (8./9. September) tagen.

RHJI mit verbessertem Angebot

RHJI hatte zuletzt sein Angebot nachgebessert und fordert jetzt 600 Millionen Euro weniger Staatshilfen, die er zudem schneller zurückzahlen will. Dennoch sprach sich die Bundesregierung am Mittwoch erneut für den österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna als Investor für den Autobauer aus.

RHJI reichte das neue Angebot bei GM ein. Wie ein RHJI-Sprecher am Mittwoch bestätigte, sieht die nachgebesserte Offerte staatliche Hilfen von 3,2 Milliarden statt zuvor 3,8 Milliarden Euro vor. Das Geld solle bereits 2013 statt 2014 zurückgezahlt werden. Außerdem will die Beteiligungsgesellschaft direkt zur Vertragsunterzeichnung 300 Millionen Euro Eigenkapital einbringen und damit 25 Millionen Euro mehr als bisher angeboten.

Magna will in Europa rund 10.500 Stellen abbauen. Dabei sollen in Deutschland 3000 von 26.000 Stellen verschwinden, fast zwei Drittel davon in Bochum. Die vier deutschen Werke will Magna erhalten. RHJI will mit 9900 zwar weniger Stellen in Europa streichen, davon allerdings 3900 in Deutschland. Alle deutschen Werke sollen erhalten bleiben, aber der Finanzinvestor will das Werk in Eisenach bis Anfang 2012 für zwei Jahre stilllegen.

DPA
 
 
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