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3. November 2009, 23:18 Uhr
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Mitarbeiter zu Gehaltseinbußen bereit

Im Poker um den Opel-Verkauf haben sich Arbeitnehmer und Magna auf einen Sanierungsbeitrag der Belegschaft geeinigt. Über Lohnverzicht bringen die Mitarbeiter jährlich 265 Millionen Euro ein. Der Deal gilt aber nur, wenn Opel an Magna verkauft wird.

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Verkaufsmarathon um Opel: Die monatelangen Verhandlungen könnten in dieser Woche zu Ende gehen© Friso Gentsch/DPA

Der Verkauf von Opel hat eine wichtige Hürde genommen: Die Arbeitnehmer haben sich mit dem designierten Käufer Magna auf einen Beitrag der Belegschaft zur Sanierung des maroden Autobauers geeinigt.

Die europäischen Mitarbeiter bringen über Lohnverzicht jährlich 265 Millionen Euro ein, wie der Gesamtbetriebsrat am Dienstag mitteilte. Dafür erhalten sie zehn Prozent der Anteile an "NewOpel" und sind künftig stimmberechtigte Investoren. Die Einigung ist eine Voraussetzung dafür, dass Opel an den österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna verkauft werden kann.

Zugeständnisse gelten nur bei Verkauf an Magna

Der Gesamtbetriebsrat knüpfte seine Zugeständnisse aber daran, dass Magna und dessen russischer Partner Sberbank tatsächlich den Zuschlag für Opel erhalten. Der Verwaltungsrat der bisherigen Opel- Mutter General Motors (GM) entscheidet an diesem Dienstag über den geplanten Verkauf. GM will bei einer Übernahme durch Magna 35 Prozent an Opel behalten, Magna und Sberbank übernehmen jeweils 27,5 Prozent.

Zu den Zugeständnissen der Arbeitnehmer gehört, das sie auf Teile des Weihnachts- und Urlaubsgeldes bis 2011 sowie vorübergehend auf Tariferhöhungen und Einzahlungen in die Betriebsrentenkasse verzichten.

"Die Einschnitte sind schmerzhaft für uns alle, doch wir sind bereit, Verantwortung zu übernehmen", sagte der Vorsitzende des europäischen Betriebsrats, Klaus Franz, laut Mitteilung. "Die Belegschaft wird erstmals stimmberechtigter Investor an ihrem Unternehmen, mit gleichen Rechten und Pflichten wie die anderen Eigner - das ist ein absolutes Novum."

DPA/AP/Reuters
KOMMENTARE (10 von 10)
 
jomimo (03.11.2009, 21:56 Uhr)
@cybertanne
Ich stimme Ihnen zu.
Die Tarife und Neuabschlüsse im IGM Bereich
treiben seit 50 Jahren anderen Arbeitnehmern die Tränen in die Augen.
Und bei diesen Abschlüssen wurde niemals unterschieden zwischen dem Schwerstarbeiter am Hochofen und dem Arbeiter am Band im Automobilbau.
Und Letztere haben riesige Vorteile als Werksangehörige wie z.B. Rabatt beim Neuwagenkauf - 1 x einen NW bezahlen und danach weiter so mit Jahreswagen.
Läuft dann wie von selbst.
cybertanne (03.11.2009, 18:13 Uhr)
Schmerzhafte Einschnitte?
Guter Witz! Zunächst verdient ein Opel-Mitarbeiter wirklich nicht schlecht. Eine Angabe hierzu wäre in der Berichterstattung mal hilfreich. Dann Teilen wir doch mal die Summe durch die Anzahl der Beschäftigten in Europa und durch 2 (Jahre). Bedenken wir weiterhin, dass hier künftige Lohnerhöhungen eingerechnet werden und die Mitarbeiter Anteile am Unternehmen im Gegenzug erhalten. Und was bleibt unterm Strich? Unbegründetes Gejammer der Gewerkschaften und Betriebsräte!
utospatz (03.11.2009, 17:15 Uhr)
@botoxia / Wunderschön!
Nur stell ich mir langsam vor, wenn wie im Anfang des 18.ten Jahrhunderts plötzlich jeder versucht dieser sogenannten Demokratie zu entfliehn. Wo um des Herrgottswillen bekommen all diese hyperintelligenten Politiker, ihr wirtschaftliches Fußvolk und Parteigänger dann ihr Toilettenpapier her? Die christlichen von den missionierten Fiddji-Inseln, die sozialen aus den Resten der Azteken? Der BDA lässt eine Marsrakete los, um Personal zum Nulltarif zu erhalten?
Oder wird dann Djingis-Khan mit seinen Mongolen eingemeindet? Ist doch ein wunderschönes Land."GELLE"
felice4711 (03.11.2009, 16:37 Uhr)
@ sternchen: Die Schlusslichter der Gesellschaft,
die am untersten Limit hängen, sind hierzulande die Alleinerziehenden. Nicht der Opel-Mitarbeiter, der nach wie vor einen Job hat und monatlichen Lohn bekommt und sowas ähnliches wie 'ne Restperspektive bekommt, man nenne es zur Not auch trügerische Hoffnung, auch im neuen Jahr noch ein bißchen Arbeitsplatz haben zu können. Wir wollen doch mal - bei allem Mitgefühl für evtl. vor der Entlassung stehende - die Kirche im Dorf lassen. Was sind denn dann die gefeuerten Quelle-Mitarbeiter für Sie, wenn schon die Opelaner die "Schlusslichter" bilden und am untersten Limit hängen? Der gemeine Opelaner verfügt nämlich noch über einen Arbeitsplatz und wird sich an Weihnachten wohl noch etwas freuen dürfen.
auwei (03.11.2009, 16:36 Uhr)
@botoxia
Darauf läuft's wohl hinaus - vor allem, wenn man die Bereitschaft der Unternehmen betrachtet, ihre Belegschaft ggf. auch an Gewinnen und Prosperität teilhaben zu lassen ("Sorry, aber die Investoren haben Vorrang - beim nächsten Mal vielleicht...").
botoxia (03.11.2009, 16:24 Uhr)
Langsam dran gewöhnen
Erst ein guter Job, dann Krise. Kurzarbeit, Lohnverzicht, gestrichene Weihnachtsgelder. Da kann sich der geneigte Arbeitnehmer langsam zum Hartz IV-Satz hin gewöhnen und es kommt nicht so plötzlich.
esopherah (03.11.2009, 14:23 Uhr)
schön dumm
die menschen haben aus der geschichte wieder nichts gelernt.
Jahrelang hies es lohnverzicht bis es uns besser geht, dann ging es uns besser und die löhne wurden, dank SPD verrat am volk, in ungeahnte tiefen gezogen.
Ergebnis ist dass den so geschätzen facharbeitern nun 50% gehalt fehlt und sie dieses niemals wieder sehen werden.
Was die opelaner da machen ist zugleich auch noch schädlich für alle anderen in der branche, die sich auf deren sklavenlohn nun absenken lassen müssen.
Abgesehen davon reichen 250 mios doch grade mal für 3 ausgeschiedenen manager...
auwei (03.11.2009, 14:08 Uhr)
Quelle?
Schaun mer mal, was solcher Heldenmut (den ich goutiere, wenn sich das Management tatsächlich mit der Belegschaft in ein und dasselbe Boot setzt) bringt. Im schlimmsten Fall werden daraus die Abfindungen für die Bel Etage finanziert, wenn es - leiderleider - doch nicht gereicht hat.
Sternchen2020 (03.11.2009, 13:35 Uhr)
Es wird nichts bringen,
wenn die Schlusslichter der Gesellschaft, die ohnehin schon am untersten Limit hängen, nun auch noch einen solchen Verzicht üben.

Wahres Unternehmertum wäre gewesen, genau das zu verhindern. Aber wir haben es ja nur noch mit Möchtegern-Managern zu tun, bei deren Agieren sich jedem normalen Menschen der Magen umdreht.

Diesen Leuten jedenfalls wird es nicht gedankt werden, was sie da tun. Zudem fördert es der allgemeinen Ansicht, man könne Menschen beschäftigen ohne entsprechend angemessene Gegenleistung.
BiffBoffo (03.11.2009, 13:12 Uhr)
Verzichtet auch der Vorstand ?
Ich mein wenn 10 Vorstände schon das absahnen was 1000 Mitarbeiter bekommen ok.

Richtig kuhl wäre natürlich wenn die Chefs genau das gleiche bekommen würden wie ein Arbeiter.

Das ist ware Stärke. Tja, dumm nur wenn man sich an einen Lebenstiel gewöhnt hat der halt schnell zu Realitätsverlust führen könnte.

Also lieber mal kleinere Brötchen Backen die Herren Vorstände.
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