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2. August 2008, 12:42 Uhr

Hunderte Steuersünder müssen zittern

Kopierte Kontobelege, die in einem Prozess vor dem Rostocker Landgericht als Beweis dienen, weisen den Weg zu mindestens 1600 unbekannten Konten deutscher Steuersünder. Auf den meisten dieser Konten bei der Liechtensteinischen Landesbank sollen Millionenbeträge liegen.

Die Inhaber der unbekannten Konten sind Kunden der Liechtensteinischen Landesbank (LLB)© AP

Viele weitere Steuersünder mit Schwarzgeld in Liechtenstein müssen zittern. Dem Rostocker Landgericht wurden am Freitag zahlreiche Belege für bisher unbekannte Konten deutscher Steuersünder vorgelegt. Die "Frankfurter Rundschau" sprach von 1850, der "Spiegel" von 1600 betroffenen Geheimkonten. Auf den meisten dieser Konten sollen Millionenbeträge liegen.

Betroffen sind Kunden der Liechtensteinischen Landesbank (LLB). Mit dem bekannteren Fall um illegale Stiftungen bei der liechtensteinischen LGT-Bank, in dem die Bochumer Staatsanwaltschaft unter anderem gegen Ex-Post-Chef Klaus Zumwinkel ermittelt, steht der Rostocker Fall nicht in Verbindung. Allerdings gibt es eine wichtige Gemeinsamkeit: Auch im Fall der LBB hat ein Angestellter heimlich brisante interne Belege kopiert.

Seit April müssen sich vor dem Rostocker Landgericht vier Angeklagte verantworten, die versucht haben sollen, die LBB und Kunden dieser Bank mit 2300 dieser Belege zu erpressen. Im Juli 2005 sollen sie 13 Millionen Euro in drei Raten von der LLB gefordert haben. Um einen Imageschaden zu verhindern, zahlte die Bank laut Staatsanwaltschaft für die ersten Daten umgerechnet rund neun Millionen Euro in zwei Raten.

Überraschung vor Gericht

Für weitere vier Millionen habe die Bank auch die übrigen Dossiers von dem Rostocker Hauptangeklagten kaufen wollen, schrieb der "Spiegel". Dazu sei es allerdings nicht mehr gekommen, weil der mehrfach vorbestrafte Hauptverdächtige Michael F. im September mit 452.000 Euro im Gepäck vor seinem Abflug nach Thailand verhaftet wurde. Dennoch sei die Übergabe der restlichen Daten an das Gericht eine Überraschung: Noch vor kurzem habe die LBB dem Landgericht erklärt, mittlerweile über den kompletten Datensatz zu verfügen, schrieb der "Spiegel".

Laut den Berichten legten die Anwältinnen des Angeklagten Michael F. dem Gericht am Freitag eine Tüte mit einem Stapel kopierter Kontobelege vor. Diese Kooperation mit dem Gericht könne sich strafmildernd für den Mandanten auswirken, wurde der Sprecher des zitiert. In den nächsten Wochen sollen die Daten geprüft und später den Steuerbehörden übergeben werden. "Auf den Konten befinden sich überwiegend Millionenbeträge", sagte Leonore Gottschalck-Solger.

 
 
KOMMENTARE (10 von 11)
 
TT2007 (02.08.2008, 22:26 Uhr)
@ecomoc4u: Angeblicher 9/11 Skandal
Es wurden also angeblich 40 Milliarden an stock-put-options vor dem 11. September "durch die Deutsche Bank geschleust". Sie meinen damit vermutlich, dass ein Kunde über die Deutsche Bank diese Rechte auf den späteren Verkauf von Aktien zu einem fixierten Preis erworben hat. Geld könnte dieser Kunde nur dann verdient haben, wenn er die Optionen nach dem 11. September auch eingelöst hätte, also billig Aktien an der Börse gekauft und teuer an den Verkäufer der Optionen weiterverkauft. Wo haben diese Transaktionen bitte stattgefunden? Und zwischen wem? Der Verpflichtete aus dem Optionsgeschäft, der draufzahlen musste, hat dieses Insidergeschäft natürlich klaglos akzeptiert? Wenn Sie den Wert von 40 Mrd. Dollar so genau kennen, dann wissen Sie das ja sicherlich auch alles. Bin gespannt.
lazarus06 (02.08.2008, 17:04 Uhr)
Irrglaube;
Leute vergesst dieses Kasperle Theater. Es drägt die feine Gesellschaft zu Gericht denn da passiert folgendes:Unter großem Gedönse wird Angeklagt und anschließend zu Klein und Portogeld verurteilt. Moral von der Geschicht;Der Kleine Mann denk OH eine Mio. muß er zahlen ..hahah..recht so. dabei tut es dem so weh wie dem Mittleren & Kleinverdiener 10 Cent. Aber wehe wenn Lieschem Müller, Oma Margot die Treppe " schwarz " putzt. Dann trifft die volle härte des Gesetzes
endbenutzer (02.08.2008, 15:39 Uhr)
Hunderte Steuersünder müssen zittern.
Na hoffentlich!
ecomoc4u (02.08.2008, 15:36 Uhr)
und die deutsche bank verdient mit...
ein paar tage vor dem 9/11 wurden durch insider geschäfte, 40 milliarden dollar über die deutsche bank geschleust, in form von stock put options.
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der grösste insider skandal der bankgeschichte, den die welt je erlebt hat.
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ich werde entweder dieses verbrechen in mein grab nehmen, oder ich erlebe es noch, das gerechtigkeit siegt.
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DEMOKRTATIE jetzt...
Loki-Asgard (02.08.2008, 14:42 Uhr)
Selber Schuld
Was haben diese "Verbrecher" auch nicht Kinder Vergewaltigt (Medienkampagne Lasst M.W Frei)oder Rentner in der UBahn (Bewährung) zusammengetreten wie anständige Menschen es tun.
cba38 (02.08.2008, 14:22 Uhr)
schöne Bescherung
Da richte man die Aufmerksamkeit doch mal auf die nationale Steuerpolitik.
Seit gestern (1. August) wird die bundeseinheitliche Steueridentifikationsnummer (Steuer-ID)für jeden Bundesbürger erstellt.
Damit man noch besser die bestrafen kann, die ihr Geld nicht ins Ausland schaffen können oder gar keins besitzen, das sie wegschaffen könnten.
Vielleicht sollte der Stern mal darüber berichten, als uns von irgendwelchen Millionen zu erzählen, die weit weg in irgendwelchen Tresoren liegen.
Aber diese neue Methode zum Totalüberwachen des kleinen Steuerzahlers wirft ja ein bezeichnendes Licht auf die jetzige Regierung.
Ehrliche und produktive Kritik kommt in den deutschen Medien so gut wie nicht mehr vor.
Es geht nur noch um künstliche Überhöhung, Übertreibung und darum, Personen medienwirksam mit Dreck zu beschmeissen, egal ob sie es verdient haben oder nicht.
Da wird mit zig Artikeln ausufernd über den Wendehals und Industrielobbyisten Clement geschrieben, als ob es irgendjemanden noch schert, mit welchen neuen indiskutablen Possenspielen die "etablierten Parteien" gerade ihr letztes Fünkchen Glaubwürdigkeit verspielen.
Ich möcht mal bei einer Redaktionsbesprechung zuhören können, mit welchen sensationsheischenden Storys sich die Herren und Damen einbilden, Auflage zu machen. Das ist nur noch Entertainment, wie in den Fernsehnachrichten, keine sachliche und abgeklärte Berichterstattung von objektivem Standpunkt.
Mechmo (02.08.2008, 13:55 Uhr)
Die bessere Gesellschaft
wirklich schlimm und unerträglich ist, dass die Steuersünder meist der besseren Gesellschaft angehören. Diese Leute halten sich auch für besser, hochwertiger, gebildeter und glauben, das System mit Fug und Recht betrügen zu können. Sie setzen moralische Maßstäbe und bestimmen, was gesellschaftsfähig ist, und was nicht. Und weil wir ihnen täglich in den Arsch krichen, sind wir selber schuld.
Intercity (02.08.2008, 13:37 Uhr)
Zinsen und Steuern
Wer bezahlter Arbeit nachgeht, muss Steuern zahlen. Wenn ich Millionen Euro auf dem Konto habe, arbeitet das Geld; man erhält Zinsen. Für diese Zinsen (und nur dafür) soll entsprechend Steuer gezahlt werden. Das Geld vermehrt sich doch trotzdem. Ist die Gier so groß, dass man nun alles behalten will? Wenn man in Ruhe darüber nachdenkt, dann bleibt man im Lande und zahlt die Steuern und setzt sich nicht irgendwelchen Unwägbarkeiten aus. Wer dagegen nach "Ausreden" wegen der Steuerflucht sucht, ist ganz einfach ein rücksichtsloser Egoist. Ansonsten rächt sich das kriminelle Fehlverhalten irgendwann doch einmal.
hannes_schinder (02.08.2008, 13:30 Uhr)
Todesstrafe oder auspeitschen
wäre doch eine angemessene Strafe für Millionäre die in großem Stil Steuern hinterziehen!!! Hahaha...
Eisenbaer (02.08.2008, 13:20 Uhr)
Wer die Freiheit geniesst...
...in Deutschland sein "Geld machen zu dürfen", der sollte auch denen einen Obolus zukommen lassen, die dieses erst möglich gemacht haben. Aber viele der Steuersünder sind der Meinung, dass das alles ihr "alleiniger" Verdienst sei (im wahrsten Sinne des Wortes). Nun, wenn es doch so einfach ist, dann könnten es diese Leute doch bestimmt auch in Liechtenstein oder Singapur tun. Warum also zögern diese aber noch mit dem Auswandern?

Ganz eben, weil es nicht ihr "alleiniger Verdienst" ist. Und weil sie es auch ganz genau wissen, doch ihre eigene Habgier sich selbst nicht eingestehen können. Also müssen andere die Schuld daran bekommen. Vater Staat zum Beispiel.

Nein, wie kläglich kann man dann nur sagen! Und wie die überführten "Sünder" sich dann auf der Anklagebank aufführen!! Und nur, weil man ihnen den Spiegel vorhält, in dem sie sich selbst als das erkennen, was sie in Wahrheit sind: Widerliche Schmarotzer.
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