stern.de für unterwegs
. .
News am 22.03.2010
RSS Mobil Wetter stern.de Blogs Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Günther Jauch
sternTV - Information und Unterhaltung mit Günther Jauch

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

 
21. November 2007, 18:13 Uhr

Lokführer bitten um Bedenkzeit

Das neue Tarifangebot der Bahn hat Bewegung in den festgefahrenen Tarif-Streit gebracht. Die Lokführer-Gewerkschaft will die Offerte am Montag prüfen - Streiks sind bis dahin ausgeschlossen. An einer anderen Front droht der Bahn dagegen neuer Ärger.

Zoom

Mit dem neuen Angebot werden die Verhandlungen möglicherweise auf Spur gebracht© Sean Gallup/Getty Images

Nach dem schwersten Streik in der Geschichte der Deutschen Bahn bringt ein neues Angebot wieder Bewegung in den festgefahrenen Tarifkonflikt. Die Bahn legte der Lokführergewerkschaft GDL am Mittwoch nach eigenen Angaben ein "deutlich verbessertes Angebot" vor, das die Gewerkschaft bis Montag prüfen will. Bis dahin wird nicht gestreikt. Sollte das Angebot zu neuen Verhandlungen führen, wird es laut GDL auch während dieser Zeit keinen Ausstand geben.

"Wir sind ab sofort jederzeit und an jedem Ort zu Verhandlungen bereit", sagte Bahn-Chef Hartmut Mehdorn. Am Montag wollen Hauptvorstand und Tarifkommission der GDL das neue Angebot prüfen. GDL-Chef Manfred Schell sagte, man werde dann entscheiden, "ob wir auf der Basis dieses Angebots in Verhandlungen eintreten werden". Zum Inhalt des neuen Angebots will die GDL bis dahin keine Angaben machen, auch die Bahn äußerte sich dazu nicht. Das Angebot ging bei der GDL schriftlich ein.

Die GDL hatte seit langem ein neues Angebot als Vorbedingung für Verhandlungen gefordert, in deren Verlauf eine Friedenspflicht gelten würde. Die Gewerkschaft will deutlich mehr Lohn und einen eigenständigen Tarifvertrag. Der Chef des GDL-Bezirks Nordrhein-Westfalen, Frank Schmidt, sagte vor der Vorlage des neuen Angebots im WDR, er habe von Schell erfahren, dass man frohen Mutes sei: "Und man denkt, man ist auf einem guten und richtigen Weg." Bei einem verhandlungsfähigen Angebot könne er sich "auch vorstellen, dass man dann unter Umständen auch sehr, sehr schnell zu einem Abschluss kommen kann".

Zuvor hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Tarifpartner zu einer raschen Beilegung ihres Konflikts aufgerufen. "Wir brauchen eine volle Konzentration der Verhandlungspartner auf eine zügige Einigung", sagte sie der "Bild"-Zeitung. "Der Tarifkonflikt bei der Bahn darf nicht bis Weihnachten dauern."

Auch Transnet droht mit Streiks

Der Bahn droht allerdings bereits neuer Ärger: Die größere Gewerkschaft Transnet droht nun ebenfalls wieder mit Streiks. Die "Welt" zitiert aus einem Brief von Transnet-Chef Norbert Hansen vom Mittwoch, nach ersten Verhandlungen über eine neue Entgeltstruktur habe es keinen Fortschritt gegeben. Notfalls werde man auch zu Streiks aufrufen. Anstelle von Fortschritten in den Verhandlungen mit Transnet würden "intensive Gespräche mit der GDL geführt hinsichtlich deren Forderung nach einem eigenständigen Tarifvertrag".

"Wir sind nicht länger bereit zu akzeptieren, dass unsere Tarifverhandlungen für alle Tarifkräfte der DB AG gegenüber denen für eine einzelne Berufsgruppe zurückstehen müssen", heißt es in dem Schreiben. Hansen sagte, die Entgelte müssten insgesamt in einem Stufenplan von maximal zwei bis drei Jahren um zehn bis 15 Prozent erhöht werden. Grundsätzlich glaube er an eine rasche Einigung und einen Durchbruch innerhalb der kommenden 14 Tage. Sollte das aber nicht gelingen, glaube er nicht mehr an eine Einigung in diesem Jahr. Im Nachrichtensender n-tv sagte Hansen, ein Streik sei wegen der Friedenspflicht "nicht von heute auf morgen" möglich. Man sei aber in der Lage, "auch mit unseren eigenständigen Tarifkonditionen jederzeit in eine Kampfsituation zu gehen".

AP
KOMMENTARE (10 von 12)
 
Ursula8 (23.11.2007, 14:54 Uhr)
Der Steuerzahler bezahlt die Zeche
Wenn die GDL mehr bekommt als die Transnet, dann werden alle Mitarbeiter von der Bahn deutlich mehr als 4,5 % mehr bekommen.
Das alles wird den Steuerzahler einige hundert Millionen kosten.
Vielen Dank Herr Schell
Pamela_1971 (22.11.2007, 20:57 Uhr)
@ troller
Oh, ich kann lesen, sogar sehr gut :-) der Hinweis erübrigt sich gänzlich. - Und trotzdem ist mir absolut nicht klar, was diese Anekdote nun zum Thema aussagen soll. Irgendein Typ kommt also in einen Laden und versucht erfolglos, einen Preis herunterzuhandeln. Toll. Ein völlig banaler Alltagsvorgang, der tagtäglich zig-tausende Male in Deutschland vorkommt. Bezug zum Thema: leider völlig unbekannt.
troller (22.11.2007, 20:37 Uhr)
Wer
lesen kann, ist klar im Vorteil... Es ging nicht ums Handeln an sich, sondern um die Preisvorstellungen des besagten Kunden sowie seine Art und Weise. Wenn der Händler Seine Produkte nahezu zum Einkaufspreis ("Grund und Boden") verkaufen müßte, könnte er auch zu hause bleiben. Das sich Ihnen aus einigen Umständen kein Sinn ergibt, wundert nicht und kommt ja nicht zum ersten mal vor.
Pamela_1971 (22.11.2007, 19:31 Uhr)
@ troller
Der Sinn dieser Anekdote erschließt sich mir nicht so ganz. Soll das ein Lokführer gewesen sein? Und wenn ja: warum sollte der *nicht* versuchen, den Preis herunter zu handeln? Ist doch völlig normal, dass man versucht, in Ladengeschäften Preise herunter zu handeln! Und sogar der Bahnvorstand versucht ja, den Preis, den die LokführerInnen für ihre Arbeitskraft bestimmt haben, deutlich herunterzuhandeln. Womit sich der Kreis schließt :-)
troller (22.11.2007, 18:09 Uhr)
(gähn...)
tausendmal gehört immer und immer wieder... die anderen Arbeitnehmer sind zu blöde, sich zu organisieren, könnten es ja genauso machen... So können bloß Leute quatschen, die in einem Staatskonzern arbeiten, sämtliche sozialen Daunenbetten dort genießen, Schlüsselpositionen innehaben, und reale Marktwirtschaft nur dann kennen, wenn sie den Händler, von dem sie einen Artikel käuflich erwerben wollen, in Grund und Boden handeln (wollen). Selbst erlebt. Als der Verkäufer erfuhr, welchem Beruf der Kunde nachgeht und welcher Gesinnung er ist, hat er die Preisverhandlungen abgebrochen und den Kunden aus dem Geschäft komplimentiert. Die Einwände des Kunden kommentierte der Ladeninhaber nur knapp mit seiner Wahrnehmung des Grundgesetzes. Dem hatten die Umstehenden nichts hinzuzufügen.
Pamela_1971 (22.11.2007, 16:56 Uhr)
@ realbutz
Also, wenn ich Lokführerin (oder sonst was) wäre, und mit meinen Arbeitsbedingungen oder meinem Gehalt nicht zufrieden wäre, dann würde ich zu aller erst mal versuchen, daran mit allen mir zu Gebote stehenden Mitteln etwas zu ändern. Genau das tun die LokführerInnen im Moment, sehr beherzt und engagiert. -- Die Höhe einer Gehaltsforderung ist grundsätzlich nicht nach oben hin begrenzt. Steht irgendwo geschrieben, dass man nicht mehr als 4 oder 5 Prozent Lohnerhöhung fordern darf? Um die fast schon sprichwörtlichen ;-) 30 Prozent geht es ja schon längst nicht mehr. Mittlerweile kristallisiert sich eine mögliche Kompromisslinie bei ca. 10 bis 15 Prozent Lohnerhöhung heraus... und das ist angesichts der extremen Lohnzurückhaltung und einem Reallohnrückgang von rund 10 Prozent in den letzten Jahren nun wirklich keine überzogene Forderung der LokführerInnen, sondern eher noch sehr bescheiden. Es wäre insgesamt betrachtet nur ein Ausgleich des Reallohnverlusts der vergangenen Jahre, also kein einziges Prozent Reallohnzuwachs. Und DAS soll überzogen sein??? Nur weil die anderen Gewerkschaften sich mit NOCH weniger zufrieden geben, müssen das die LokführerInnen nicht genau so machen.
realbutz (22.11.2007, 12:53 Uhr)
@ Pamela_1971
das man für bessere bedingungen kämpfen soll ist aus meiner sicht auch richtig und natürlich ist es gut, dass wir nicht mehr arbeitsbedingungen wie z.B. in der industrialisierung haben.
wenn allerdings solch übertriebene forderungen gestellt werden ist das schon absurd und die blockadehaltung der gdl zeugt auf eine weise auch von grössenwahn. letztendlich scheint es eine machtdemonstration der gdl das man den kunden als geisel und somit als druckmittel nehmen kann. eine andere möglichkeit ist das die arbeitsbedingungen für lokführer wirklich soooo schlecht sind und dann sollte man sich einen neuen job suchen!
was denken sie was passiert wenn ich zu meinem arbeitgeber gehe und 25% mehr lohn fordere und die woche eine std. weniger arbeiten möchte?
es kann auch nicht sein, dass der oberstreikführer mittendrin auf einmal in kur muss. es tut mir leid für das image der bahn und die gdl ist kindergarten, ich kann lokführer leider nicht mehr für voll nehmen.
ich sage mal so, mit vernünftigen menschen kann man vernünftig verhandeln.
Pamela_1971 (22.11.2007, 11:57 Uhr)
@ realbutz
Warum sollte man sich einen anderen Job suchen, wenn man mit seinen Arbeitsbedingungen unzufrieden ist? Man kann doch für bessere Bedingungen kämpfen... und genau das tun die LokführerInnen :-) wenn sich in der Vergangenheit jeder Mensch, der mit seinen Arbeitsbedingungen unzufrieden war, deshalb immer gleich kapituliert und seinen Job an den Nagel gehängt hätte... hätten wir heute noch die Löhne und Arbeitsbedingungen des frühen Industrialisierungs-Zeitalters..... bessere Bedingungen müssen immer wieder aufs neue erstritten und erkämpft werden, sie fielen noch nie vom Himmel. Insofern gebe ich Ihnen Recht: "Das Leben ist kein Ponyhof"! :-)
realbutz (22.11.2007, 11:05 Uhr)
das leben ist kein ponyhof
wenn euch der job nicht mehr gefällt oder die bedingungen nicht eurem geistigen ponyhof entsprechen sucht euch nen neuen job!!!!!!
troller (22.11.2007, 10:45 Uhr)
Na endlich
Hoffentlich erfüllt es die exorbitanten Wünsche der betroffenen Berufsgruppe für ihre ach so anstrengende und verantwortungsvolle Tätigkeit... Und in zwei Jahren geht das ganze Schauspiel von vorne los, weil den Jammer(piep) wieder was Neues einfällt... Wunderbar.
MEHR ZUM ARTIKEL
Gespräche Bahn & GDL Zurück hinter verschlossenen Türen

Die zunächst abgebrochenen Gespräche zwischen Bahn-Chef Hartmut Mehdorn und Manfred Schell von der Lokführergewerkschaft GDL werden offenbar wieder aufgenommen - erneut an unbekanntem Ort. Die GDL verkündet, sie rechne in Kürze mit einem neuen Angebot der Bahn. Die schweigt. mehr...

Tarifkonflikt Tag der Entscheidung bei der Bahn

Bundesverkehrsminister Tiefensee ist zwar "vorsichtig optimistisch", die Gespräche zwischen Bahn und GDL gestalten sich aber alles andere als einfach. Bislang hat die Bahn auch noch kein neues Tarifangebot vorgelegt. mehr...

Bahn-Streit Neue Hoffnung im Bahn-Konflikt

Die Vorstände von Deutscher Bahn und Lokführergewerkschaft GDL kommen am Dienstag zu einem Spitzentreffen zusammen. Dabei sollen Lösungsmöglichkeiten beim Tarifkonflikt ausgelotet werden. Bundesverkehrsminister Tiefensee hatte angekündigt, dass Bahnchef Hartmut Mehdorn bereit sei, einen Schritt auf die Lokführer zuzugehen. mehr...

 
stern.de in Social Networks
 
Mobil
 
Widgets
 
 
Adobe Flash Player