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14. Dezember 2006, 10:30 Uhr

ProSiebenSat.1 geht an Permira/KKR

Deutschlands größter TV-Konzern, die Sendergruppe ProSiebenSat.1, wird offenbar an die Finanzinvestoren KKR und Permira verkauft. Europas Marktführer RTL könnte damit ein harter Konkurrenzkampf bevorstehen.

Satellitenschüsseln der Sender ProSieben und Sat.1 auf einem Dach: Der Verkauf der TV-Konzerngruppe ist besiegelt© Arnd Wiegmann/Reuters

Deutschlands größter TV-Konzern ProSiebenSat.1 wird an die "Heuschrecken" KKR und Permira verkauft. "Das ist nur noch eine Formsache", hieß es in Branchenkreisen. Die ProSiebenSat.1-Besitzer um den US-Milliardär Haim Saban hätten sich grundsätzlich für das Angebot von KKR und Permira entschieden. Die letzte Unterschrift sei aber noch nicht gesetzt. Das Nachsehen im milliardenschweren Wettbieten haben demnach die türkische Dogan-Gruppe und ein Konsortium aus Apax und Goldman Sachs. Damit wurde auch ein Bericht der "Financial Times Deutschland" bestätigt. Der Kaufpreis für die Beteiligung von gut 50 Prozent dürfte sich auf mehr als drei Milliarden Euro belaufen.

Permira und KKR gehört bereits die Mehrheit (74 Prozent) an der vor allem in Nord- und Osteuropa agierenden Sendergruppe SBS Broadcasting. Der Konzern betreibt dort 19 frei empfangbare Sender und 20 Pay-TV-Kanäle. Das Konzept der beiden Finanzinvestoren sieht nun vor, dass SBS und die Pro Sieben Sat1 Media AG zusammengeführt werden sollen. Gemeinsam käme die Sendegruppe in diesem Jahr auf einen Umsatz von rund drei Milliarden Euro und würde so zum schärfsten Wettbewerber des europäischen Marktführer RTL aufsteigen.

Schon im Vorfeld des Bieterwettbewerbs konnten Permira und KKR vor allem die bayerische Politik für diesen Plan erwärmen, denn der Pro-Sieben-Standort in Unterföhring bei München soll nicht nur erhalten, sondern durch den Senderverbund noch gestärkt werden.

Offen ist allerdings noch, wie der Zusammenschluss organisiert werden soll – ob als Fusion oder als Aufkauf. Die beiden Investorenfirmen hatten SBS erst im Herbst 2005 für rund 1,7 Milliarden Euro gekauft und von der Börse genommen. Gut möglich, dass sie im Rahmen eines Verkaufs von SBS diese Kosten mit einem Aufschlag nun an ihren Neuerwerb Pro Sieben Sat.1 und damit an alle Aktionäre des TV-Konzerns weiterreichen wollen.

Johannes Röhrig, Reuters
 
 
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