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17. Juli 2009, 14:01 Uhr

Citigroup und Bank of America ziehen nach

Amerikas Banken geht es wieder glänzend - zumindest oberflächlich: Die vier großen amerikanischen Banken haben im zweiten Quartal Milliardengewinne erzielt. Am Freitag zogen die Citigroup und die Bank of America nach. Vor einigen Tagen hatten bereits Goldman Sachs und JP Morgan mit hohen Gewinnen überrascht.

Citigroup, Bank of America, Milliardengewinne, Quartalsergebnis, zweites Quartal

Vor einigen Monaten noch vom Staat gerettet, jetzt mit Milliardengewinn: die Citigroup© Craig Ruttle/AP

Die zu den größten Verlierern der Finanzkrise zählende Citigroup ist nach sechs Verlustquartalen überraschend in die Gewinnzone zurückgekehrt. Die US-Großbank hat einen Gewinn von 4,3 Milliarden Dollar im zweiten Quartal erzielt (drei Milliarden Euro). Analysten hatten einen deutlichen Verlust erwartet.

Ein Grund für die positive Entwicklung ist der Verkauf der Vermögensverwaltung Smith Barney an ein Gemeinschaftsunternehmen mit Morgan Stanley, wie das Geldhaus am Freitag in New York mitteilte. Im ersten Vierteljahr hatte die einst größte US-Bank noch einen Verlust von 966 Millionen Dollar ausgewiesen. Citigroup wurde von der US-Regierung mit Notkrediten von 45 Milliarden Dollar sowie Garantien über 300 Milliarden Dollar durch die Krise gebracht. Im Vorjahr hatte die Großbank noch ein Minus von 2,5 Milliarden Dollar eingefahren.

Bank of America mit 2,4 Milliarden-Gewinn

Zuvor hatte die Bank of America am Freitag ihre Quartalsergebnisse bekannt gegeben: Auch sie erzielte einen Milliardengewinn im zweiten Quartal. Unter dem Strich verdiente das Institut auch durch Einnahmen aus lukrativen Anteilsverkäufen rund 2,4 Milliarden Dollar. Konzernchef Kenneth Lewis warnte am Freitag aber eindringlich vor weiterhin hohen Kreditrisiken.

Vor Abzug einer hohen Dividende für Staatskredite lag der Gewinn sogar bei 3,2 Milliarden Dollar. Durch die Sonderzahlung fiel der Überschuss des Konzerns mit Sitz in Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina aber letztlich im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Viertel. In der laufenden Woche hatten bereits die Investmentbank Goldman Sachs und die Großbank J.P. Morgan Chase mit Milliardengewinnen überrascht, die weit über den Erwartungen lagen.

Die Bank of America belasten weiter hohe Kreditrisiken als Folge der Finanzkrise und der rasant steigenden US-Arbeitslosigkeit. Sie musste ihre Kreditvorsorge für drohende Ausfälle um weitere 4,7 Milliarden Dollar erhöhen. Zusätzliche 3,6 Milliarden Dollar fielen erneut an Wertberichtigungen auf faule Papiere an. Die Belastungen würden der Bank bis ins nächste Jahr hinein zu schaffen machen, warnte Lewis. Der Konzern traf mit den Zahlen in etwa die Schätzungen der Analysten. Allerdings waren sie nur bedingt vergleichbar. Aufgebessert wurden die Quartalszahlen durch zwei Anteilsverkäufe. Sie brachten zusammen Einnahmen von rund 9,1 Milliarden Dollar vor Steuern.

Auch die Bank of America war von der US-Regierung mit 45 Milliarden Dollar gestützt worden. Sie zahlte die Hilfen bisher noch nicht zurück - im Gegensatz zu anderen amerikanischen Großbanken. Der staatliche Stresstest zur Banken-Stabilität hatte zudem dem Finanzriesen die größte Kapitallücke der Branche bescheinigt: fast 34 Milliarden Dollar. Das Loch wurde aber inzwischen durch neue Aktien und Anteilsverkäufe praktisch gestopft. Die Bank hatte sich im vergangenen Jahr bei der Übernahme der Investmentbank Merrill Lynch übernommen, die in der Finanzmarktkrise in Schwierigkeiten geraten war.

DPA/AP/Reuters
 
 
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