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19. Dezember 2007, 16:08 Uhr

Neue Bahn-Streiks drohen

Die Tarifverhandlungen zwischen der Deutschen Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL sind "ergebnislos abgebrochen" worden. Die GDL will die Gespräche angeblich förmlich für gescheitert erklären - somit drohen neue Streiks.

Sie streiten um einen neue Tarif-Regelung für die Lokführer: GDL-Chef Schell und der Bahn-Boss Mehdorn© Miguel Villagran/AP

Im Tarifkonflikt der Bahn drohen neue Streiks. Die Tarifverhandlungen zwischen der Deutschen Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL seien "ergebnislos abgebrochen" worden, teilte die Gewerkschaft in Frankfurt am Main mit. Am Donnerstag soll auf eine Pressekonferenz das weitere Vorgehen erläutert werden.

Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur AP will die GDL die Verhandlungen förmlich für gescheitert erklären. Damit würde die Friedenspflicht enden und Streiks wären wieder möglich. GDL-Chef Manfred Schell hatte Anfang Dezember erklärt: "Solange wir verhandeln, streiken wir nicht." Ob die GDL nun allerdings tatsächlich und womöglich noch vor Weihnachten streiken will, war am Mittwoch völlig unklar. Näheres zu ihrem weiteren Vorgehen wollte die Gewerkschaft am Donnerstagnachmittag bekanntgeben.

Die Lokführergewerkschaft GDL hatte überraschend die Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn abgebrochen. Die Gründe dafür blieben zunächst unbekannt. Allerdings sprach die Gewerkschaft in einer kurzen Mitteilung zunächst nicht von einem Scheitern der Gespräche.Zuletzt hatten beide Seiten darüber gesprochen, was in einem gemeinsamen Basis-Tarifvertrag für alle Beschäftigten der Bahn geregelt wird und was die GDL in einem eigenständigen Tarifvertrag für die Lokführer aushandeln kann. Dieser sollte bis Ende Januar stehen und vor allem Regelungen zu Einkommen und Arbeitszeit enthalten. Die GDL forderte zuletzt Einkommenszuwächse von mindestens zehn Prozent.

Bahn-Konzernsprecher Oliver Schumacher sagte am Nachmittag in Berlin: "Noch heute Mittag liefen die Verhandlungen sowohl inhaltlich als auch atmosphärisch in einem vernünftigen Rahmen. Urplötzlich erklärte die GDL am frühen Nachmittag die Verhandlungen für beendet." Das sei "absolut nicht nachvollziehbar".

Am Mittwochabend sollte nach Angaben Schumachers ein Spitzentreffen der Vorsitzenden der drei Bahngewerkschaften GDL, Transnet und GDBA mit Bahnchef Hartmut Mehdorn stattfinden. Der GDL- Vorsitzende Manfred Schell habe abgesagt. Warum er dies getan habe, sei der Bahn "schlichtweg schleierhaft". Schumacher forderte die GDL auf, "das bisher Erreichte nicht aufs Spiel zu setzen".

DPA/AP
 
 
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