US-Banker kassieren wieder Rekordgehälter

14. Oktober 2009, 12:23 Uhr

Als wäre nichts gewesen: Banker an der Wall Street können sich trotz Boni-Debatte auf eine fürstliche Entlohnung freuen. Offenbar wollen die Top-Banken ihren Angestellten in diesem Jahr insgesamt 140 Milliarden Dollar zahlen - soviel wie noch nie.

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Gehälter auf Rekordniveau: Die Wall Street hat sich vom Crash offenbar erholt©

Die führenden US-Banken planen in diesem Jahr offensichtlich Rekordgehälter - aller Aufregung um maßlose Bonuszahlungen zum Trotz. Insgesamt 140 Milliarden Dollar (derzeit 94 Milliarden Euro) wollen die 23 Top-Finanzinstitute der Wall Street ihren Mitarbeitern an Vergütungen zahlen, wie das "Wall Street Journal" am Mittwoch auf Grundlage eigener Berechnungen berichtet.

Die Rekordsumme wäre ein Gehaltsplus von rund 20 Prozent zum Vorjahr, als die Immobilienkrise den Bankensektor erschütterte. Sie läge auch deutlich über dem bisherigen Spitzenjahr 2007 mit insgesamt 130 Milliarden Dollar an Vergütungen, Prämien und Boni. Im Schnitt, so das "Journal", bekäme jeder Banker für das laufende Jahr 143.400 Dollar.

Sturm der Entrüstung verhallt

Zu den Banken mit den Rekordgehältern zählen dem Bericht zufolge nicht nur vergleichsweise gut dastehende Häuser wie J.P. Morgan Chase und Goldman Sachs. Auch die mit jeweils 45 Milliarden Dollar vom Staat gestützten Konzerne Citigroup und Bank of America sind dabei. Mit besonderer Spannung werden daher die neuesten Quartalszahlen der Banken erwartet, die in dieser Woche auf den Tisch kommen.

Im Frühjahr hatten millionenschwere Bonuszahlungen an Manager des Versicherungskonzerns AIG, den die US-Regierung mit Steuergeldern vor dem Kollaps bewahren musste, weltweit einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Als Lehre aus der Finanzkrise hatte US-Präsident Barack Obama unter anderem überhöhten Manager-Bonuszahlungen den Kampf angesagt. Bereits in den nächsten Tagen soll ein von Obama eingesetzter Gehaltsbeauftragter über die Vergütung bei staatlich gestützten Unternehmen entscheiden. Auf dem internationalen Parkett versuchen die einflussreichsten Industrie- und Schwellenländer (G 20), die Bonuszahlungen für Finanzmanager auf eine einheitliche Grundlage zu stellen. Hier macht besonders Deutschland Druck.

Ex-Lehman-Banker fordern 100 Millionen Dollar

Und noch ein Fall dürfte für Aufregung sorgen. Wie das "Journal" berichtet, fordern neun ehemalige Manager der pleitegegangenen US-Investmentbank Lehman Brothers von ihrem ehemaligen Arbeitgeber mehr als 100 Millionen Dollar, die ihnen vertraglich zustehen. Die Beiträge zur Altersvorsorge und Aktienoptionen seien ihnen bereits bis zu fünf Jahre vor dem Kollaps der Bank im vergangenen September zugesagt worden. Forderungen geltend gemacht haben der Zeitung zufolge unter anderem die ehemaligen Ko-Chefs der Bank für Europa und den Nahen Osten, Riccardo Banchetti und Christian Meissner. Sie fordern demnach über 26 beziehungsweise 17 Millionen Dollar von der Pleitebank.

DPA/AFP
 
 
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KOMMENTARE (10 von 11)
 
Politix (14.10.2009, 22:12 Uhr)
80% zweckgebundene Steuern auf diese Gehälter!
Die Auszahlung dieser exorbitanten Gehälter müssten mit 80% Steuern belegt werden und diese Steuern müssten zweckgebunden direkt den staatlichen Rentenkassen zufließen.
Diese exorbitanten Gehälter werden im übrigen aus den gleichen Gewinnen bezahlt, wie die Renditen der Kleinanleger, die damit ihre Altersvorsorge absichern müssen, da ja bekanntlich die staatlichen Rentenvorsorge nicht mehr ausreicht. Die Kleinanleger ermöglichen ja erst durch die Konzentration ihrer Beiträge bei institutionellen Anlegern, dass solche Summen investiert werden können. Diese Kleinanleger müssen zur Zeit nämlich zwei Renten bezahlen. Einmal die aus dem Umlageverfahren, also die Rentenzahlungen an die heutigen Rentner und dann zweitens, die des Kapitalverfahrens, aus deren Rendite die Kleinanleger ihre Altersvorsorge bestreiten müssen.
Die Investmentbänker verdienen immer noch genug, auch wenn sie mit 80% besteuert würden. Und wenn diese Branche dann immer noch die ist, in der man das meiste Geld verdienen kann, dann werden diese Leute auch in dieser Branche bleiben und dann eben nur 2Mio im Jahr verdienen und nicht20Mio....
Nursery (14.10.2009, 19:26 Uhr)
Absehbare Folgen
Das sich das Casino wieder dreht war abzusehen.Das sich die Politik aber zum Spielball dieser Zocker macht ist erbärmlich.Mit Schwarz Gelb wird daher das Verhaltensmuster von der Politik auf die Wirtschaft 1:1 übernehmen.Die Folgen kennen wir!Mir beschleicht nur der Eindruck das große Teile der Bevölkerung wissen wen sie da gewählt haben.Alzheimer läßt grüssen.
jaffy21 (14.10.2009, 16:02 Uhr)
Wegsteuern
Ist es nicht so das die Banken jetzt wieder gewinne machen weil:
- Der Staat andere Banken und Versicherungen gerettet hat, die das Staatsgeld an die anderen Banken weitergereicht haben, so dass diese, obwohl das System nicht funktioniert hat gerettet worden sind
- Die Banken sich günstig mit Geld versorgen können da die Zinsen der Zentralbanken gesenkt worden, dieses aber nicht an die Kunden weiter geben
- Die Banken Gewinne erwirtschaften mit den Anleihen die der Staat ausgeben muss damit der Staat den Banken Geld leihen kann.
Sollte es nicht so sein das deshalb bis der Schaden wieder gutgemacht wurde alle Gewinne die von Banken erzieht werden der Allgemeinheit zufließen sollten, so dass dieser keine Kosten entstehen?
Es kann sich kein Bänker damit brüsten er hätte die Finanzkrise doch gut überstanden da das gesamte System (eigentlich) zusammengebrochen ist.
Malt (14.10.2009, 15:25 Uhr)
Ich würde...
...mich ja aufregen wenn es IRGENDETWAS bringen würde... aber in einem Land, das nach der schlimmsten und teuersten Wirtschaftskrise aller Zeiten auch noch die Erfüllungsgehilfen dieser Verbrecher in die regierung wählt hat das alles vermutlich keinerlei Sinn mehr... da kann man eigentlich nur noch Lachen wie dumm die Menschheit ist....
mike24121953 (14.10.2009, 15:18 Uhr)
die Kernfrage lautet:
Wie kann verhindert werden, dass Banken so groß werden, dass der Staat sie retten muss, wenn er nicht das gesamte System gefährden will?
Im ersten Schritt
Das Verursacherprinzip anwenden. Jede Bank( Banker und Manager )haftet mit ihrem Privatvermögen. Reicht das zur Deckung des Schadens nicht aus, erfolgt eine Verurteilung wegen Veruntreuung und Betruges.
Zweiter Schritt, folgendes Zitat umsetzten:
?Die Berechtigung zur Herausgabe von Geld soll den Banken weggenommen und auf den Kongreß und das Volk übertragen werden.
Ich glaube ernsthaft, dass Banken mit dem Recht, Geld herauszugeben, gefährlicher für die Freiheit sind als stehende Armeen.? Thomas Jefferson (1743-1826), Dritter Präsident der USA
1791 tat der deutsche Bankier Mayer Amschel Rothschild den berühmten Ausspruch:
?Man erlaube mir, die Währung einer Nation in Umlauf zu bringen und zu kontrollieren, und ich schere mich nicht darum, wer die Gesetze dieser Nation macht.?
bR4iNST0RM (14.10.2009, 14:59 Uhr)
Einfach nur Widerlich!
Jetzt, da die Verluste Erfolgreich sozialisiert wurden, dürfte es auch kein Problem mehr geben, dass Bonis eingefordert werden. Ist doch nicht passiert! Die paar Milliarden, die vom kleinen Bürger über die nächsten Jahrzehnte geschultert werden zählen doch nicht!
Der HSH-Nordbank-Chef macht es bestens vor, wie man Dekadenz, Egoismus und Skrupellosigkeit in vollen Zügen auslebt.
Und alle in der Politik stehen am Rand und Klatschen Beifall! Da können sich unsere Vertreter noch eine Scheibe abschneiden? nicht vom Geld, aber wie man an das Geld rankommt.
Die momentane Bürde der Banker, dass es, bis das Unternehmen wieder Geld erwirtschaftet keine Bonizahlungen gibt, wurde bereits erfolgreich ausgetrickst, da es jetzt Rückwirkend (sobald also das Unternehmen Gewinne abwirft) möglich ist, den ausstehenden Boni ein zu fordern.
Hier fällt es mir arg schwer noch Sachlich zu bleiben, der Text würde dann allerdings deutlich anders ausfallen!
GrundlRoland (14.10.2009, 14:17 Uhr)
Banker
Jetzt werden auch unsere Banker wieder kommen und ihre gewohnten Boni verlangen. Ich bin gespannt wie Schwarz-Gelb darauf reagiert sicherlich mit Phrasen um das Volk ruhigzustellen.
the_pope (14.10.2009, 14:11 Uhr)
...
Eine weitere Meldung aus Absurdistan. Hat mich zum Lachen gebracht :).
Die Menschheit ist zu einem Witz degradiert. Es sind ja nicht nur die Bankster. Das gleiche Muster wiederholt sich durch alle Schichten nach unten hindurch.
Ein Paar Jährchen noch, dann wird aufgeräumt. Ist ja auch höchste Zeit.
the_pope
auwei (14.10.2009, 13:59 Uhr)
Sollen sie doch
...die Kohle kassieren. Nur kein Neid. Aber beim nächsten Bankencrash - haftet bitte jeder einzelne von ihnen mit seinem persönlichen Vermögen. Abgemacht?
DarkSpir (14.10.2009, 13:16 Uhr)
Alte hessische Weisheit
"All mitenanner in en Sack geschtobbt un druff haache. Driffste immer de Rischdische."

Mein Gott, wenn ich lese, dass die Jungs ne Bank an die Wand gefahren haben und dann auch noch auf ihre vertraglich zugesicherten Bonis pochen, frag ich mich schon, ob die Leute irgendeinen Funken Anstand in der Seele haben. Aber kein Problem. Ich fordere, dass die Jungs ihr Geld bekommen. Jeden einzelnen Cent. Im Gegenzug wird der entstandene Schaden, den sie angerichtet haben, schön auf sie aufgeteilt. Jeder einzelne Cent. Wetten, dass die aufgestellte Forderung dafür bei Weitem nicht ausreicht?

Die werden so gut bezahlt weil sie Verantwortung haben? Dann sollen sie bitte auf Verantwortung übernehmen, denn dafür werden sie so gut bezahlt.
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