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23. Dezember 2008, 15:43 Uhr

Kunden waren in Kauflaune

Die Befürchtungen der Einzelhändler waren riesig: Dass das Weihnachtsgeschäft angesichts der Finanzkrise nicht gut werden würde, war eine scheinbar abgemachte Sache. Doch die Menschen sahen das offenkundig anders. Erst kommt Weihnachten, dann erst die Krise, scheint das Motto gewesen zu sein. Der Einzelhandel ist zufrieden.

Weihnachtsgeschäft Einzelhandel positive Bilanz kein Einbruch Pellengahr

Reichlich Betrieb in den Städten: Trotz Krisenstimmung lief das Weihnachtsgeschäft gut© Frank Rumpenhorst/DPA

Das Weihnachtsgeschäft im Einzelhandel ist nach Branchenangaben trotz düsterer Konjunkturprognosen zufriedenstellend gelaufen. "Die Geschäfte bewegen sich auf dem Niveau der vergangenen Jahre", sagte Hubertus Pellengahr, Sprecher des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels (HDE), am Dienstag in Berlin.

Einbruch ist ausgeblieben

"Der von vielen befürchtete und von manchen angekündigte Einbruch ist ausgeblieben", sagte Pellengahr weiter. In den vergangenen Tagen habe das Geschäft sogar noch kräftig angezogen. Zu Heiligabend an diesem Mittwoch dürften viele noch Lebensmittel und "Last-Minute-Geschenke" kaufen. Die Unterhaltungselektronik-Branche sieht ihre Erwartungen an die Advents-Einkäufe ebenfalls erfüllt.

"Der Weihnachtsmann ist ein zuverlässiger Bringer für den Einzelhandel", so Pellengahr. In die Bilanz fließt auch noch Samstag, der 27. Dezember, ein, wenn nach den Feiertagen Geldgeschenke und Gutscheine eingelöst werden. Dies könne noch ein echter Boomtag werden. Der HDE hat angestrebt, von November bis Ende Dezember einen Umsatz von rund 74,7 Milliarden Euro zu erreichen, das wäre ein Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Eine starke Nachfrage nach Flachbildfernsehern, MP3-Playern und Digitalkameras bescherte der Unterhaltungselektronik ein gutes Weihnachtsgeschäft. Wie die Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) in Nürnberg mitteilte, haben sich die Erwartungen der Hersteller erfüllt. "Die Finanzkrise hat offensichtlich den Geldbeutel der Verbraucher noch nicht erreicht", sagte der gfu-Aufsichtsratsvorsitzende Rainer Hecker. Mit rund zwei Prozent könne die Branche 2008 zum fünften Mal in Folge zulegen.

Auch Weihnachtsmärkte gut besucht

Keine Spur einer Finanzkrise konnten auch die Weihnachtsmarkbetreiber feststellen. Bundesweit hieß es: "Ein gutes Jahr". Millionen Menschen waren auf Deutschlands Weihnachtsmärkten unterwegs. Die Märkte in München und Nürnberg waren mit insgesamt fünf Millionen Menschen die am besten besuchten - und lagen mit dieser Marke in etwa auf dem Vorjahresniveau. Mit rund 2,25 Millionen Besuchern stellte der Weihnachtsmarkt in Erfurt in diesem Jahr sogar einen neuen Rekord auf.

Trotz nassen Wetters strömten 2,2 Millionen Menschen auf den weltbekannten Nürnberger Christkindlesmarkt, sagte Marktamtsleiter Helmut Nordhardt am Dienstag. Der zentrale Münchner Christkindlmarkt auf dem Marienplatz lockte seinerseits 2,8 Millionen Menschen an. Obwohl schätzungsweise 100.000 Besucher weniger als im vergangenen Jahr kamen, zeigten sich das Münchner Tourismusamt und die Betreiber der Stände insgesamt zufrieden.

DPA/Reuters
 
 
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