Post streicht Stellen bei DHL Express

17. Juni 2009, 10:07 Uhr

Sparkurs bei der Deutschen Post: Der Konzern will bei der Tochter DHL Express mehr als 500 Stellen streichen. Betroffen sind vor allem Arbeitsplätze in Belgien. Doch auch in Bonn sollen bis zu 90 Jobs wegfallen.

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Das DHL Luftfrachtdrehkreuz in Leipzig ist vorerst nicht vom Stellenabbau betroffen©

Die Deutsche Post treibt ihr Sparprogramm voran. Der Konzern will einem Sprecher zufolge rund 430 Stellen in Belgien und bis zu 90 Arbeitsplätze in Bonn abbauen. Betroffen sei vor allem die Tochter DHL Express, sagte der Sprecher am Mittwoch und bestätigte damit einen Bericht der "Financial Times Deutschland".

Rund 250 Stellen sollten in der Verwaltung in Brüssel gestrichen werden, kündigte er an. Weitere 180 Arbeitsplätze sollen bei der DHL-Flugtochter EAT in Belgien wegfallen. Rund 130 der betroffenen Mitarbeiter werde aber das Angebot gemacht, zum neuen Post-Luftfahrtdrehkreuz nach Leipzig zu wechseln. Mit den Sozialpartnern in Belgien liefen derzeit Gespräche. Der Personalabbau werde voraussichtlich spätestens zum zweiten Quartal 2010 abgeschlossen.

In der DHL-Express-Zentrale in Bonn soll der Abbau von 80 bis 90 Arbeitsplätzen dem Sprecher zufolge schneller umgesetzt werden. Dies werde voraussichtlich bis Oktober geschehen. Die betroffenen Mitarbeiter fielen nicht unter den Beschäftigungspakt für die Deutsche Post, mit dem die Gewerkschaft Verdi einen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen durchgesetzt hat.

Post-Chef Frank Appel hatte angekündigt, konzernweit bis 2010 eine Milliarde Euro einsparen zu wollen. DHL Express soll dazu rund 460 Millionen Euro beitragen. Appel will darüber hinaus in der mit Umsatz- und Gewinnrückgängen kämpfenden Briefsparte den Gürtel enger schnallen. Dort soll es unter anderem längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich und eine Verschiebung der für Dezember vereinbarten Lohnerhöhung geben. Die Gewerkschaft Verdi läuft Sturm gegen diese Pläne.

Post- und Logistikkonzerne wie die Deutsche Post, TNT, FedEx oder UPS gelten als Gradmesser für die konjunkturelle Entwicklung. In der derzeitigen Krise sparen die Kunden und geben weniger Sendungen auf. Auch die Wettbewerber des Bonner Konzerns versuchen, mit Sparprogrammen gegenzusteuern. Die Post hatte Ende 2008 weltweit über 450.000 Menschen beschäftigt.

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