Kunden haften für leichtfertige Fehler

24. April 2012, 16:47 Uhr

Ein Nutzer gab zehnmal seine TAN-Nummer auf einer gefälschten Website an und wurde um 5000 Euro leichter. Die Bank haftet nicht, wenn sie vor solchen Betrügern warnt, urteilt der Bundesgerichtshof.

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Kunden müssen bei der Eingabe ihrer Transaktionsnummer vorsichtig sein. Das mahnt nun ein BGH-Urteil an©

Bankkunden müssen den Schaden tragen, wenn sie leichtfertig mit ihren Transaktionsnummern für das Onlinebanking umgehen und Betrüger deshalb ihr Konto plündern können. Dies entschied der Bundesgerichtshof (BGH) in einem am Dienstag verkündeten Urteil.

Damit scheiterte ein Bankkunde, von dessen Konto Unbekannte 5000 Euro nach Griechenland überwiesen hatten. Der Kläger hatte zehn seiner Transaktionsnummern (TAN) auf einer gefälschten Internetseite der Bank preisgegeben und wurde damit zum Opfer einer sogenannten Pharming-Attacke.

Der Kläger hatte nach eigenen Angaben bei dem Onlinebanking den Hinweis bekommen, dass er zunächst zehn Transaktionsnummern eingeben müsse. Die Nummern habe er deshalb in dafür vorgesehene Felder eingetragen und anschließend wieder Zugriff auf das Onlinebanking erhalten. In Wirklichkeit war er zunächst auf einer täuschend echt aussehenden, aber gefälschten Internetseite gelandet.

Diese Weiterentwicklung des sogenannten Phishings, des Abschöpfens sensibler Daten wie Passwörtern, basiert auf der Manipulation von Webbrowsern und wird Pharming genannt. Die bis heute unbekannten Täter erleichterten mit dem Trick nicht nur das Konto des Mannes um 5000 Euro. Am gleichen Tag wurden vom Konto eines anderen leichtgläubigen Kunden sogar 7000 Euro nach Griechenland transferiert.

Die Bank ist für das Verhalten des Klägers laut Urteil nicht verantwortlich: Sie hatte auf ihrer Internetseite ausdrücklich vor Schadprogrammen gewarnt, in welchen Kunden aufgefordert werden mehrere Transaktionsnummern in ein Formular einzugeben. Ausdrücklich hieß es auf der Seite: "Wir fordern Sie niemals auf, mehrere TAN gleichzeitig preiszugeben!" Gleichwohl habe der Kunde "die erforderliche Sorgfalt beim Log-In-Vorgang außer Acht gelassen", heißt es in der Entscheidung.

Ein Mitverschulden der Bank sah der BGH nicht, da ihr Onlinebanking zum Tatzeitpunkt dem damaligen Stand der Technik entsprach.

Das Urteil betrifft zunächst alle Opfer vergleichbarer Fälle bis zum 30. Oktober 2009. Danach trat eine Gesetzesänderung in Kraft, die eine Haftung des Verbrauchers nur bei grober Fahrlässigkeit vorsieht. Die Richter ließen nun offen, ob der Umgang des Klägers mit den Konto-Zugangsdaten auch als grobe Fahrlässigkeit bewertet werden kann. Rechtsexperten gehen davon allerdings aus.

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