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Einreiseverbot: Afrikanisches Handelstreffen in den USA muss ohne Afrikaner stattfinden

In den USA stellen Vertreter afrikanischer Länder jedes Jahr auf einem Handelstreffen ihre Innovationen vor. In diesem Jahr musste das afrikanische Meeting ohne jeden Vertreter aus Afrika stattfinden: Keiner der Vertreter durfte einreisen. Ist Donald Trump schuld daran?

Afrika-Meeting ohne Vertreter aus Afrika.

Afrika-Meeting ohne Vertreter aus Afrika. Wie das wohl ausgesehen haben mag? (Symbolbild)

Das Handelstreffen "African global economic ans development" bringt jedes Jahr Vertreter aus mehreren afrikanischen Ländern nach Los Angeles in die USA. Dort stellen sie ihre handelsrelevanten Projekte vor, werben für technische Unterstützung und suchen Investitionspartner, um ihre Ideen umzusetzen. 

In diesem Jahr ging es um den Klimawandel, saubere Energien und darum, wie man Armut bekämpfen kann. Große Themen für den großen Kontinent Afrika, die von Donnerstag bis Samstag auf dem Meeting im US-Bundesstaat Kalifornien besprochen wurden. Das Problem: Es war kein einziger Vertreter aus Afrika vor Ort. Denn keiner von ihnen bekam ein Visum für die Vereinigten Staaten.

Wie der "Independent" berichtet, wurden die Visa der geladenen Vertreter allesamt in letzter Minute abgewiesen. Schon in den vergangenen Jahren war es immer mal wieder vorgekommen, dass einzelne Vertreter aus einzelnen afrikanischen Ländern kein Visum für die USA bekamen. "In diesem Jahr waren es 100 Prozent", sagte die Vorsitzende des Gipfels, Mary Flowers, dem Portal VOA News. Laut ihren Angaben betreffen die von der US-Regierung abgelehnten Visa-Anträge insgesamt rund 100 Gäste aus Äthiopien, Ghana, Guinea, Nigeria, Sierra Leone und Südafrika. Sie alle durften nicht in die USA einreisen, um das dreitägige Meeting zu besuchen.

Immer mehr Anträge aus afrikanischen Ländern abgelehnt

"Ich muss sagen, dass die meisten von uns das als Diskriminierung afrikanischer Staaten empfinden", wird Flowers weiter zitiert. "Die Menschen, die hier abgelehnt wurden, sind legitime Geschäftsleute mit festen Bindungen zu ihrem Kontinent." Nach Flowers waren viele, die sich bereits vor Wochen oder gar Monaten um ihr Visum beworben hatten, erst einen Tag vor der gewünschten Abreise zu ihren Gesprächen in die Botschaften geladen - und anschließend abgelehnt worden.

Trumps Einreiseverbot tangiert eigentlich nur drei afrikanische Länder: Libyen, Somalia und den Sudan. Doch auch aus anderen Ländern Afrikas werden zunehmend Anträge für Visa abgelehnt. Weshalb, ist nicht ersichtlich. Nachfragen der Veranstalter liefen ins Leere; das US-amerikanische Außenministerium lehnt es ab, Auskunft über einzelne Visa-Anträge zu geben.


jen
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