11. Juli 2012, 06:24 Uhr

Razzia bei deutschen Credit-Suisse-Kunden

Steuerfahnder haben bundesweit Wohnungen von Kunden der Schweizer Bank Credit Suisse durchsucht. Die Kontoinhaber sollen Milliarden von Euro am deutschen Fiskus vorbeigeschleust haben.

Credit Suisse, Razzie, Steuerhinterziehung, Schweiz, Deutschland

Logo der Credit Suisse in Zürich: Deutsche Kunden der Bank sind erneut ins Visier der Steuerfahnder geraten©

Steuerfahnder haben laut einem Zeitungsbericht bundesweit in Häusern und Wohnungen von deutschen Kunden der Schweizer Großbank Credit Suisse ermittelt. Grund seien neue Erkenntnisse über Scheinversicherungen, sogenannte Bermuda-Produkte, mit denen Milliarden von Euro vor dem deutschen Fiskus verborgen worden seien, berichtete das "Handelsblatt". Der Sprecher von Credit Suisse sagte der Zeitung, die Bank habe Kunden geraten, Steuerexperten hinzuzuziehen, um gegebenenfalls eine Selbstanzeige vorzunehmen.

Unter Berufung auf Bankkreise berichtete das "Handelsblatt", rund 7000 Kunden seien betroffen, die meisten davon Deutsche. Die Höhe der unversteuerten Gelder schätzten Beteiligte demnach auf mehrere Milliarden Euro. Fahnder berichteten der Zeitung zufolge, es gehe im Schnitt um Anlagebeträge von rund 500.000 Euro. Es gebe auch Einzelfälle von zwölf Millionen Euro und mehr. Wie das "Handelsblatt" weiter aus Bankkreisen berichtet, gelangten die Daten über ein Leck innerhalb der Bank an die deutschen Steuerfahnder. Die Ermittlungen werden dem Bericht zufolge von der Steuerfahndung Wuppertal koordiniert.

Bei den Scheinversicherungen handle es sich um Produkte der Credit Suisse Life mit Sitz auf Bermuda. Insider hätten berichtet, die Bank habe normale Konten als steuerfreie Versicherungen getarnt und so den Fiskus betrogen. Banksprecher Dorsch sagte dem Blatt, der Kunde habe "unterschrieben, dass er die Steuersituation selber klären muss". Die entsprechenden Produkte würden deutschen Kunden nicht mehr angeboten, fügte er hinzu.

jar/AFP
 
 
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